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Erste Hilfe bei Kindern

Viele Unfälle lassen sich verhindern. Welche Erste-Hilfe-Maßnahmen Eltern kennen sollten, wenn Kindern doch etwas passiert

von Barbara Weichs, aktualisiert am 26.11.2018

So sollten Eltern im Notfall reagieren

Verletzt sich ein Kind, sollten Erwachsene erst einmal eins machen: ruhig bleiben. Denn Panik überträgt sich auf die Kleinen. Trösten und beruhigen heißt es nun und vielleicht ein kurzes Filmchen auf dem Smartphone anschauen. Das lenkt ab und lässt den Schmerz schneller vergessen. Brauchen Eltern Hilfe, um das Kleine zu versorgen, kommt es darauf an, wie schlimm die Verletzung ist und wann sich der Unfall ereignet hat. "Tagsüber ist der erste Ansprechpartner der Kinderarzt, wenn es sich nicht um eine lebensbedrohliche Situation handelt", sagt Dr. Florian Hoffmann, Oberarzt an der Dr. von Haunerschen Kinderklinik in München und Kindernotarzt.

 

  • Keine lebensbedrohliche Situation: Den Kinderarzt anrufen oder außerhalb der Sprechzeiten über die bundesweite Telefonnummer 116 117 den ärztlichen Bereitschaftsdienst der Kassen­ärztlichen Vereinigung. Hier können Eltern um Rat fragen, wenn sie unsicher sind, ob sie in die Notaufnahme einer Klinik fahren sollen. Außerdem erfahren sie, wo die nächste offene Bereitschaftspraxis ist. Gerade in großen Städten müssen Eltern mit langen Wartezeiten in einer Notaufnahme rechnen – wenn ihr Anliegen nicht ernst ist. Denn: "Patienten werden nach Dringlichkeit drangenommen."
  • Lebensbedrohliche Situation: 112 für den Rettungsdienst und Notarzt wählen. Auch wer zweifelt, ob dies wirklich notwendig ist, sollte das tun. Denn die Rettungsleitstelle entscheidet, ob sie einen Wagen losschickt. Kosten fallen dafür nicht an. Auch wenn der Notarzt quasi umsonst kommt, weil es dem Kind inzwischen besser geht, müssen Eltern nicht für den Einsatz bezahlen. "Ist ein Kind bewusstlos und muss es wiederbelebt werden, gibt die Leitstelle genaue Anweisungen, wie Herzdruckmassage und Beatmung zu machen sind", sagt Florian Hoffmann. Große Bitte an alle Eltern und Aufsichtspersonen: die eigenen Kenntnisse in Erster Hilfe in einem speziellen Kurs für Babys und Kinder auffrischen.

Für den Notfall alles bereit

Für einen gut ausgerüsteten Verbandkasten:

  • elastische Mullbinden sowie sterile Wundkompressen und Verbandpäckchen, jeweils in verschiedenen Größen
  • Verbandtuch
  • eine Rolle Heftpflaster und eine Packung Pflasterstrips
  • Einmalhandschuhe (Größe M und L)
  • Verbandschere, Dreiecktuch, Rettungsdecke
  • Kalt-/Warmkompresse (im Kühlschrank lagern)

Für den Medikamentenschrank:

  • Schmerzmittel und Fieberzäpfchen
  • Mittel gegen Insektenstich, Sonnenbrand
  • Hustensaft, Nasentropfen oder -spray
  • Mittel gegen Verdauungsbeschwerden und Durchfall
  • Wund- und Heilsalbe

Wichtig:

Bewahren Sie den Verbandkasten unabhängig auf (etwa im Flur, wo auch Kinder herankommen) und tauschen Sie abgelaufenes Material aus.


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