Maskenpflicht an Schulen: Was gilt wo?

An den Schulen vieler Bundesländer gilt nach den Ferien eine Maskenpflicht zum Schutz vor dem Coronavirus. In Nordrhein-Westfalen müssen die Masken sogar während des Unterrichts getragen werden

von Daniela Frank, mit Material von dpa, aktualisiert am 01.10.2020

In mehreren Bundesländern, beispielsweise Berlin und Baden-Württemberg gehört der Mund-Nasen-Schutz nach Ende der Ferien zum Schulalltag: Es gilt eine Maskenpflicht.

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) hatte das befürwortet. Ob und in welchem Umfang das verpflichtend sein soll, sehen die Länder jedoch unterschiedlich. In Hessen oder Sachsen liegt es beispielsweise im Ermessen der Schulen. Überraschend kam aus Nordrhein-Westfalen zum Ende der Ferien die Meldung, dass im bevölkerungsreichsten Bundesland an weiterführenden und berufsbildenden Schulen zunächst bis Ende August eine Maskenpflicht auch im Unterricht gelten soll. Schleswig-Holstein sprach dagegen nur eine "dringende Empfehlung" für die ersten beiden Schulwochen aus, eine Pflicht soll es nicht geben. Die Empfehlung bezieht sich auf die Schulgebäude, den Schulhof und auch auf den Unterricht.

Experten plädieren für Maskenpflicht

Dass Schulen oder Kitas ganz geschlossen werden, müsse möglichst verhindert werden, hieß es in einer am Mittwoch veröffentlichten Stellungnahme der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina in Halle. In dem Papier, an dem unter anderem der Charité-Virologe Christian Drosten und der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, mitgearbeitet haben, wird empfohlen, dass an Deutschlands Schulen von der fünften Klasse an auch im Unterricht Maske getragen wird, wenn nicht ausreichend Abstand möglich ist. Die Wissenschaftler sprechen sich zudem dafür aus, "überall, wo dies umsetzbar ist", kleine feste Kontaktgruppen einzurichten.

Ähnliche Empfehlungen kommen von mehreren medizinischen Fachgesellschaften. "Das übergeordnete Ziel besteht darin, Kindern und Jugendlichen in Zukunft den Besuch von Kitas und Schulen zu ermöglichen und eine völlige Lockdown-Situation zu vermeiden", heißt es in einer gemeinsamen Stellungnahme, an der unter anderem die Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie (DGPI), die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) und die Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene (DGKH) beteiligt waren.

Zur Aufrechterhaltung des Schulbetriebs empfehlen die Mediziner für Kinder über zehn Jahren das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung in der Schule, bei stärkerem Infektionsgeschehen aber auch für kleinere Kinder. Im Unterricht am Platz müsste die Maske den Empfehlungen zufolge allerdings nicht getragen werden. Empfohlen werden zudem regelmäßiges Händewaschen mit Seife, aber keine Händedesinfektion und regelmäßiges Lüften.

Kritik von Lehrer- und Schülerverband

Die Maskenpflicht im Unterricht bringt nach Ansicht des Verbandes Bildung und Erziehung einige Schwierigkeiten mit sich. Aus pädagogischer Sicht sei das eine Herausforderung, sagte der Verbandsvorsitzende Udo Beckmann. "Es ist fraglich, ob den Lehrkräften und Schülerinnen und Schülern zuzumuten ist, die Masken während des ganzen Unterrichtstages zu tragen." Das Sprechen damit sei aber auch eine Frage der Gewöhnung und es sei in jedem Fall besser, zusammen in der Schule zu lernen als dies nicht tun zu können, sagte Beckmann. "Trotzdem bleibt die Herausforderung, dass das Zwischenmenschliche auch von der Mimik lebt – und diese mit einer Maske kaum zu erkennen ist."

Kritik kam von der Bundesschülerkonferenz. Die angekündigte Maskenpflicht während des Unterrichts sei angesichts der aktuellen Temperaturen eine Zumutung für die Schülerinnen und Schüler, teilten die Schülervertreter mit. Ein erhebliches Risiko seien zudem vielerorts fehlende oder mangelhafte Klimasysteme. "Außerdem ist in vielen Räumen das Lüften gar nicht möglich, weil sich die Fenster nicht öffnen lassen."

"Ein längeres Maskentragen beeinträchtigt bei Schülern die Leistungsfähigkeit", sagte der Präsident ihres Berufsverbands BVKJ, Thomas Fischbach, den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) begründete den Schritt zur Maskenpflicht mit steigenden Infektionszahlen. "Die Nervosität steigt. Die von NRW eingeführte Maskenpflicht im Unterricht ist das klare Eingeständnis, dass bei der aktuellen Infektionslage nicht einfach auf Abstandsregelungen verzichtet werden kann, ohne den Gesundheitsschutz zu gefährden", sagte Beckmann.

Nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Yougov im Auftrag des "Handelsblatts" halten 43 Prozent der Deutschen eine Maskenpflicht im Unterricht dagegen für angemessen. 84 Prozent sind dafür, dies auf dem Schulhof und in der Pause zur Pflicht zu machen.

Maske und Abstand: Was gilt wo?

BADEN-WÜRTTEMBERG (Schuljahr beginnt am 14. September): Der Unterricht soll in möglichst festen Gruppen ablaufen, sodass sich die Schüler möglichst wenig durchmischen. Auf dem Schulgelände und in Gebäuden der weiterführenden Schulen soll zudem eine Maskenpflicht gelten – nicht aber im Unterricht. Eltern, die nicht wollen, dass ihr Kind am Präsenzunterricht teilnimmt, können dies der Schule formlos melden. Dann müssen die Kinder aber aus der Ferne mitlernen. Alle Mitarbeiter an Schulen und Kitas können sich von Mitte August bis Ende September zwei Mal kostenfrei und freiwillig auf das Coronavirus testen lassen. Schwerpunkt im neuen Schuljahr solle es sein, Inhalte zu wiederholen und zu vertiefen, sagt Bildungsministerin Susanne Eisenmann (CDU).

BAYERN (Schuljahr beginnt am 8. September): In Bayern gilt im neuen Schuljahr eine Maskenpflicht an Schulen – auch an Grundschulen. Der Mund-Nasen-Schutz soll bis zum Platz im Klassenzimmer getragen werden. An den ersten neun Schultagen müssen alle Lehrer und Schüler an den weiterführenden Schulen eine Maske im Unterricht tragen. Je nach Entwicklung der Corona-Pandemie sei regional auch weterhin eine Maskenpflicht während des Unterrichts möglich, sagt Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler). Bereits ab 35 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner soll an allen weiterführenden Schulen eine Maskenpflicht im Unterricht eingeführt werden – außer die betroffenen Schulen könnten aufgrund der Räumlichkeiten den Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen den Schülern sicherstellen. Bei stark steigenden Corona-Fallzahlen in Bayern könnte dies auch für Grundschüler gelten. Sofern in einer Region der Grenzwert von 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in einer Woche überschritten werde, "gäbe es im Präsenzunterricht eine Maskenpflicht für alle, auch für Grundschüler", so Piazolo. Um das Ansteckungsrisiko in dem Fall zu minimieren, würden die Klassen ab dem Wert auch in einen Wechsel zwischen Präsenzunterricht und dem Lernen zu Hause übergehen.

Für die Schulen wurde ein entsprechender Vier-Stufen-Plan entwickelt. Die Hygieneregeln werden wie beschrieben je nach Infektionsgeschehen stufenweise verschärft bis hin zum Distanzunterricht zu Hause. Der Freistaat will zudem auch Lehrkräfte ohne Lehramtsstudium einsetzen, um Stammlehrkräfte, die zur Risikogruppe gehören und nicht an die Schule können, zu unterstützen. Für Lehrer sollen zu Beginn des Schuljahres einmalige Reihentests angeboten werden.

BERLIN (Schuljahr begann am 10. August): In der Hauptstadt ist wieder "durchgehender Unterricht" in "vollem Umfang" für alle geplant. Die Lehrer sollen zu Beginn den Lernstand der Schüler überprüfen und dann entsprechende Konzepte zur Unterrichtsgestaltung und eventuelle Fördermaßnahmen festlegen. Sport-, Musik- und Theaterunterricht darf wieder stattfinden. Gemeinsames Singen in geschlossenen Räumen ist nicht gestattet. Körperkontakt soll vermieden werden. Im Schulgebäude gilt auf Fluren, in Aufenthalts- und Gemeinschaftsräumen oder der Toilette Maskenpflicht. In Unterrichtsräumen, auf dem Pausenhof oder im Hort soll diese Verpflichtung nicht gelten.

BRANDENBURG (Schuljahr begann am 10. August): Auch in Brandenburg müssen Schüler und Lehrer künftig Masken zum Schutz vor dem Coronavirus tragen. Die Pflicht soll für Flure, Gänge, Treppenhäuser und Aulen sowie beim Anstehen in der Mensa gelten. Alle Lehrer können sich in der Zeit zwischen Anfang August und Ende November sechs Mal auf Kosten des Landes freiwillig auf das Coronavirus testen lassen. Dagegen ist nur eine einmalige Test-Stichprobe bei einem Prozent der Schüler (also bei 2900) vorgesehen. Sollte es zu einem Corona-Ausbruch kommen, sollen die Schüler möglichst nur einzelne Klassen in den Heimunterricht geschickt werden. Es soll nicht gleich die ganze Schule geschlossen werden. Bis zum Ende des ersten Halbjahres sollen für alle Schüler mobile Endgeräte zur Verfügung stehen.

BREMEN (Schuljahr begann am 27. August): Das kleinste Bundesland hat ein "Rahmenkonzept Schuljahr 2020/2021" aufgestellt und will damit "möglichst viel Normalität und einen Regelbetrieb unter den Auflagen des Hygieneplans erreichen". Leitmotiv aller Entscheidungen sei das Recht der Kinder und Jugendlichen auf Bildung und Teilhabe. Vorgesehen sind "möglichst feste Klassenteams". Falls es pandemiebedingt doch zu Einschränkungen des Schulbetriebs kommen sollte, sollen Grundschüler und Schüler, die zu Hause keine oder nur eingeschränkte Möglichkeiten zum selbstständigen Lernen haben, bevorzugt mit Präsenzzeiten versorgt werden.

HAMBURG (Schuljahr begann am 6. August): Kurz vor dem Beginn des Schuljahres wurde für die Schulen der Hansestadt eine Maskenpflicht verfügt. Der Mund-Nasen-Schutz muss demnach mit Betreten des Schulgeländes getragen werden. Nur im Unterricht darf er abgelegt werden. Ausgenommen von den Regelungen sind Grundschüler. Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) verteidigte wenige Tage vor dem Schulstart den geplanten Vollbetrieb gegen Kritik von besorgten Eltern und Gewerkschaften. In dieser Situation sei es sehr vertretbar, jetzt mit dem Schulunterricht wieder zu beginnen. Alle Hamburger Lehrer und anderen Beschäftigten der Schulen können sich mehrfach kostenlos auf Corona testen lassen.

HESSEN (Schuljahr begann am 17. August): In Hessen wird der Mindestabstand in den Klassenräumen und beim Sportunterricht aufgehoben, er besteht jedoch weiterhin beispielsweise bei Konferenzen. Im Musikunterricht ist gemeinsames Singen und Musizieren mit Blasinstrumenten nur im Freien erlaubt. Die Schulleitung kann für die Zeiten außerhalb des Präsenzunterrichts im Klassen- oder Kursverband das Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung anordnen. Jede Lehrkraft kann sich bis zu den Herbstferien alle 14 Tage kostenlos auf eine mögliche Corona-Infektion testen lassen.

MECKLENBURG-VORPOMMERN (Schuljahr begann am 3. August): Als erstes Bundesland ist Mecklenburg-Vorpommern am 3. August zurück in den regulären Schulbetrieb gestartet. Das Bildungsministerium hat die Schüler jahrgangsmäßig in Gruppen eingeteilt. So bleiben beispielsweise die Jahrgangsstufen 1 bis 4 oder 7 und 8 unter sich. "Die verschiedenen definierten Gruppen sollen sich einander nicht bzw. möglichst nur unter Einhaltung des Mindestabstandes von 1,5 m begegnen", heißt es in einem Brief an die Schulleitungen. Einen Tag nach Schulbeginn wurde nachträglich eine Maskenpflicht für Lehrer und Schüler ab der fünften Klasse auf dem Schulgelände, nicht aber im Unterricht beschlossen. Auch in Mecklenburg-Vorpommern gibt es kostenlose Corona-Tests für Lehrer und Kita-Personal. Möglich sind bis zu den Herbstferien fünf Tests pro Person im Abstand von zwei Wochen.

NIEDERSACHSEN (Schuljahr begann am 27. August): Niedersachsen will nach Angaben des Kultusministeriums ein Maximum an Bildung und Betreuung anbieten. Das Land starte nach den Sommerferien an den Schulen einen eingeschränkten Regelbetrieb mit möglichst festen Lerngruppen, sagte Kultusstaatssekretärin Gaby Willamowius am 4. August in Hannover. Für das neue Schuljahr wurden – je nach Infektionslage – drei Szenarien entwickelt. Im Moment wird vom "eingeschränkten Regelbetrieb" ausgegangen – laut Tonne "Schule wie immer" mit "ein paar Sonderregelungen". Das heißt, dass auf das Abstandsgebot verzichtet wird, es aber feste Lerngruppen geben soll. Masken sollen auf den Fluren getragen werden.

NORDRHEIN-WESTFALEN (Schuljahr begann am 12. August): Im bevölkerungsreichsten Bundesland mit seinen 5500 Schulen und rund 2,5 Millionen Schülern galten im August die strengsten Regeln: An allen weiterführenden und berufsbildenden Schulen musste auch im Unterricht eine Maske getragen werden. Ab September änderte sich dies, Masken müssen – zumindest, so lange die Infektionszahlen nicht über dem Grenzwert liegen – nun lediglich auf dem Schulhof und im Schulgebäude getragen werden, nicht aber, wenn die Schüler auf ihren festen Plätzen im Unterricht sitzen. An Grundschulen galt letzteres schon seit Schuljahresbeginn und bleibt so bestehen. Soweit Lehrkräfte den empfohlenen Mindestabstand von 1,5 Metern nicht sicherstellen können, gilt die Pflicht zur Mund-Nasen-Bedeckung auch für sie. Die Beschäftigten von Schulen und Kitas in NRW können sich bis zu den Herbstferien alle 14 Tage freiwillig und kostenlos auf Corona testen lassen.

RHEINLAND-PFALZ (Schuljahr begann am 17. August): Der für das neue Schuljahr weiterentwickelte Hygieneplan sieht kein Abstandsgebot mehr vor. In den Unterrichtspausen und im Schulbus soll eine Mund-Nasen-Maske getragen werden. Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD) plant je nach Entwicklung der Corona-Infektionen mit zwei weiteren Szenarien: Das bisherige Nebeneinander von Präsenz- und Fernunterricht sowie temporäre Schulschließungen bei einem größeren Ausbruch. Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) hatte den Zeitungen der Funke Mediengruppe gesagt: "Wenn es zu einem Infektionsfall kommt, werden alle anderen in Quarantäne geschickt und es wird umfassend getestet – und die Schule im Zweifel temporär geschlossen." Das Vorgehen sei mit Gewerkschaften, Lehrerverbänden, Eltern- und Schülervertretern besprochen.

SAARLAND (Schuljahr begann am 17. August): Der Unterricht soll in festen Gruppen innerhalb eines Jahrgangs stattfinden, "um eine Durchmischung mit den anderen Jahrgängen nach Möglichkeit zu vermeiden". Ziel sei es, dass bei Infektionsfällen für die nicht betroffenen Personen der Präsenzunterricht weiterlaufen könne. Im Hygieneplan des Landes für die Schulen wird außerdem empfohlen, Musikunterricht – wenn gesungen wird – bei gutem Wetter im Freien abzuhalten. Eine allgemeine Maskenpflicht wird es nicht geben. Schüler, die zur Risikogruppe gehören, können mit ärztlichem Attest vom Schulbesuch befreit werden, müssen aber an Prüfungen teilnehmen. Dafür stellen die Schulen separate Räume zur Verfügung.

SACHSEN (Schuljahr begann am 31. August): "Die Schülerinnen und Schüler werden wie gewohnt in ihren Klassen und Kursen nach den geltenden Stundentafeln und Lehrplänen unterrichtet", hat Kultusminister Christian Piwarz (CDU) für Sachsen angekündigt. Der Mindestabstand von 1,50 Metern gilt nicht mehr. Die Schulleitungen können selbst festlegen, wann und wo eine Maske zu tragen ist. Wer die Schule betritt, muss sich die Hände waschen oder desinfizieren. Täglich wird dokumentiert, wer in der Schule war, um Infektionsketten nachvollziehen zu können.

SACHSEN-ANHALT (Schuljahr begann am 27. August): In Sachsen-Anhalt gilt die Anweisung, dass alle Schulen sich auf die Rückkehr in den Regelbetrieb vorbereiten sollen. Das Bildungsministerium weist aber auch darauf hin, dass die Gesundheitsbehörden weiterhin lokale Schulschließungen vornehmen könnten. Daher seien die Schulen gehalten, sich auch auf eine teilweise oder vollständige Abkehr vom Regelbetrieb einzustellen, "um kurzfristig wieder Distanzunterricht anbieten zu können". Die konkreten Planungen für den Schulalltag laufen, ein aktualisierter Hygieneplan soll noch vorgelegt werden. Das Ministerium geht grundsätzlich davon aus, "dass das gesamte pädagogische Personal im Regelbetrieb eingesetzt werden kann". Bei der Benutzung des öffentlichen Personennahverkehrs oder im freigestellten Schülerverkehr ist eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen. Das Bildungsministerium empfiehlt zudem "allen schulischen Akteuren" die Nutzung der Corona-Warn-App.

SCHLESWIG-HOLSTEIN (Schuljahr begann am 10. August): Auch in Schleswig-Holstein ist eine Aufteilung der Schüler in feste Großgruppen nach Jahrgangsstufe geplant. Innerhalb der Jahrgänge fällt die Abstandsregel, dafür sollen Kontakte zwischen den Jahrgängen möglichst vermieden werden. "An die Stelle des durchgängig einzuhaltenden Abstandsgebots tritt das Kohortenprinzip", heißt es in einem Konzept für das neue Schuljahr. Begründung: Im Infektionsfall könnte dann nur die entsprechende Kohorte in Quarantäne geschickt werden, ohne dass die ganze Schule zugemacht werden muss. Großflächige Corona-Tests für Lehrer sind im Norden nicht geplant. Regulär gilt für alle Jahrgangsstufen eine Maskenplficht auf dem Schulgelände, nicht aber im Unterricht. Nach den Herbstferien müssen Schüler in Schleswig-Holstein ab der fünften Klasse zwei Wochen lang auch im Unterricht Masken tragen. Bei Lehrern gilt: Wenn der Abstand nicht eingehalten werden kann, müssen sie einen Mund-Nasen-Schutz tragen.

THÜRINGEN (Schuljahr begann am 31. August): Thüringen hat für die Schulen ein Ampel-Konzept mit abgestuften Sicherheitsmaßnahmen vorgelegt: Grün bedeutet Normalbetrieb, Gelb eingeschränkter Regelbetrieb, wenn beispielsweise ein Infektionsfall an der Schule auftritt, die Kontaktpersonen aber bekannt sind und nach Hause geschickt werden können. Bei Gelb werden die Infektionsschutzmaßnahmen an der Schule verschärft. Wenn der Kontakt nicht nachzuvollziehen ist, tritt Stufe Rot in Kraft und es kann zu einer vorübergehenden Schulschließung kommen. In den Schulen muss überall dort eine Maske getragen werden, wo nötige Abstände zwischen Schülern nicht eingehalten werden kann, nicht aber im Unterricht, so Bildungsminister Helmut Holter (Linke). Klassenfahrten sollen wieder möglich sein. Ab Mitte August sind freiwillige, kostenlose Corona-Tests für Lehrer geplant.

Maßnahmen für Kinder und Jugendliche in Grundschulen und weiterführenden Schulen

Nach einer Empfehlung der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendmedizin

* Lehrerinnen und Lehrer und weiteres Betreuungspersonal müssen freien Zugang zu Händedesinfektions-Mitteln haben. Außerdem kann für Jugendliche (ab 10 Jahre) eine unmittelbar beaufsichtigte Händedesinfektion eine praktikable Alternative sein, wenn keine ausreichenden Plätze zum Händewaschen zur Verfügung stehen.
** Ausgenommen Kurssystem (dies betrifft Schüler und Schülerinneninnen der Oberstufe / Sekundarstufe II, die in der Lage sind, Hygieneregeln konsequent zu beachten).
*** Ja bei Einhaltung der Abstandsregel