Mandelentzündung bei Kindern

Schmerzen beim Schlucken, Fieber, der Rachen ist geschwollen und rot – das sind typische Symptome einer Mandelentzündung. Was kleinen Patienten jetzt Linderung bringt

von Julia Jung, aktualisiert am 13.04.2017

Leider keine Seltenheit bei Erkältungen: Die Mandeln entzünden sich, schwellen an und schmerzen. Eigentlich nicht verwunderlich, sitzen diese kleinen Organe der Immunabwehr doch direkt hinter der Mundhöhle und haben nur eine Aufgabe: Krankheitserreger abzufangen. Bei einer Infektion entzünden sie sich schnell, werden rot und dick. Mediziner sprechen dann von einer Angina. "Eines der ersten Zeichen einer Mandelentzündung ist, wenn Kinder nicht mehr essen wollen", sagt der Hals-Nasen-Ohren-Arzt Dr. med. ­Michael Deeg aus Freiburg. Dann ist der Hals so zugeschwollen, dass jeder Bissen schmerzt.

Eine Angina lässt sich meist gut erkennen. "Der ­ganze Rachen ist hochrot und häufig belegt mit kleinen gelblichen Eiterflecken", sagt die Kinderärztin Dr. med. Barbara Teichmann aus Leipzig. Die Angina ist die häufigste Halsentzündung bei Kindern, die Mandeloperation immer noch eine der häufigsten Operationen. Experten plädieren jedoch dafür, seltener zu operieren. Nötig ist es, wenn die Mandeln sehr oft stark entzündet sind und das Kind Probleme beim Atmen hat.

Symptome einer Mandelentzündung

  • Halsschmerzen, vor allem beim Schlucken, manchmal auch ein Brennen oder Kratzen
  • geröteter Rachen, möglicherweise mit eitrig-gelben Belägen auf den Mandeln
  • leichtes bis starkes Fieber
  • Nahrungsverweigerung wegen der Schluckbeschwerden
  • gerötetes Gesicht, aber ­helle Bereiche um den Mund
  • geschwollene Lymphknoten

Wann zum Arzt?

Vor allem, wenn zu den Halsschmerzen Fieber kommt, eitrige Beläge auf den Mandeln auftreten, die Beschwerden sehr stark sind oder nicht nach spätestens drei Tagen ­verschwinden, sollte ein Kind zum Arzt.

Dieser prüft zunächst ­mithilfe eines Rachenabstrichs, ob Viren oder Bakterien die Ursache sind. "Anders lässt sich nur selten klar erkennen, was hinter der Angina steckt", sagt ­Deeg. Sind Bakterien schuld, bekommt das Kind ein Antibiotikum.

Ansonsten helfen Lutschpastillen­ gegen das Halsweh (zu geeigneten Präparaten unbedingt Arzt oder Apotheker fragen!). Der Arzt kann schmerzstillende und fiebersenkende Zäpfchen oder Säfte verschreiben.

Was hilft zu Hause?

Da die Mandelentzündung vor allem in den ersten Tagen sehr ansteckend ist, sollte das Kind auf jeden Fall zu Hause bleiben. "Ausgeheilt ist eine ­Angina nach etwa einer Woche", sagt Kinderärztin Teichmann. Ins Bett gehört der Nachwuchs, solange er Fieber hat. Gegen die Entzündung hilft Salbeitee.

Wenn sich der Hunger meldet, der Hals aber noch wehtut, mögen Kinder gerne kalte, glatte Speisen. "Hier hat sich Joghurt oder auch Pudding bewährt", rät Kinderärztin Teichmann. "Ältere Kinder finden es toll, Eiswürfel aus Salbeitee zu lutschen."

Wichtig: Halten Sie die ­Raumluft feucht, ein trockenes Klima reizt die Schleimhäute zusätzlich. ­Eine Schale mit Wasser im Zimmer hilft, man kann auch noch fein zermahlene Thymian- oder Salbeiblätter in das Wasser geben.

Kann man einer Mandelentzündung vorbeugen?

Vor Mandelentzündungen kann man sich nicht schützen. "Hilfreich sind höchstens die allgemeinen Strategien, die die Abwehr stärken", sagt Kinderärztin Teichmann. Also bei Wind und Wetter raus, gesund ernähren und viel bewegen.

Außerdem: Händewaschen trägt dazu bei, dass Erreger nicht von Mensch zu Mensch gelangen.