Das hilft gegen Ohrenschmerzen bei Kindern

Wie Nadelstiche können sie sich anfühlen oder wie ein ­pul­sierender starker Druck: Ohrenschmerzen. Was sie auslöst und wie Eltern die Schmerzen lindern können

von Beatrice Sobeck, aktualisiert am 02.11.2017

Die Ursachen für Ohrenschmerzen

  • Erkältung
  • akute oder chronische Mittelohrentzündung
  • Paukenerguss
  • Zahn- oder Kiefer­probleme
  • Mandel- oder Rachenentzündungen
  • Ohrenschmalzpfropf
  • Wasser im Ohr, etwa nach dem Baden
  • mangelnder Druckausgleich, z. B. beim Fliegen
  • Verletzungen, etwa durch Wattestäbchen, Schlag oder Sturz
  • Fremdkörper im Gehörgang

Wann zum Arzt?

Ohrenschmerzen sind meistens ein Fall für den Arzt. Beschwerden an oder in den Ohren­ können das Hörvermögen beeinträchtigen. Auf Dauer­ wirkt sich das negativ auf die Sprach­entwicklung aus.

  • Babys bis sechs Monate sofort zum Arzt
  • Kinder bis zwei Jahre mit mittelschweren bis starken Ohrenschmerzen auf beiden Seiten
  • Fieber
  • Hör- oder Gleich­gewichts­störungen
  • Blut im Ohr
  • Immer wenn Sie ­un­sicher sind oder es dem Kind schlecht geht

Die Schmerzen lindern

  • Zwiebelsäckchen: Zwiebeln wirken antibakteriell und helfen, wenn eine Entzündung hinter den Ohrenschmerzen steckt. So gehts: Zwiebel klein hacken, kurz erhitzen und in ein Geschirrtuch wickeln. Den warmen Wickel auf das schmerzende Ohr legen, mit einer Mütze oder einem dünnen Schal fixieren.
  • Kirschkernkissen: Wärme hat sich bewährt. Kirschkernkissen im Backofen oder in der Mikrowelle erwärmen (Herstellerangabe beachten!). Lauwarm, sodass es für das Kind angenehm ist, auf das Ohr legen.

Ohrenschmerzen vorbeugen­

  • Schnupfen und Husten frühzeitig mit schleimlösenden Medikamen­ten­ (z. B. abschwellendes Nasenspray, Hustenlöser) behandeln
  • Ohrstöpsel beim Baden
  • Bei der Ohrreinigung sind Watte­stäbchen tabu. Im Zweifel ­lassen Sie die Ohren vom ­Kinder- und Jugendarzt reinigen.

Die Behandlung

  • Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Parace­tamol, abschwellende Nasentropfen und weitere Sekret lösende Maßnahmen helfen bei Ohren­schmerzen als Folge einer Erkältung, Husten und/oder Schnupfen. Klingen die Symptome nach zwei bis drei Tagen nicht ab, prüft der Arzt, ob eine­ Antibiotika-Therapie sinnvoll ist.
  • Antibiotikum kann bei ­einer bakteriellen Mittel­ohrentzündung nötig sein.
  • Paukenröhrchen oder Schnitt im Ohr: Ein operativer Eingriff wird eventuell notwendig, wenn sich Sekret im Mittelohr ansammelt, das nicht mehr abfließen kann. ­Dies ist möglich, wenn das Kind immer wieder an Mittel­­ohrentzündungen leidet, langwierige ­Infekte der oberen Luftwege hat oder es sehr häufig erkältet ist. Die Sekretansammlung (Paukenerguss) kann zu Hör- und Sprachentwicklungsstörungen führen. Das Paukenröhrchen hilft, das Mittelohr zu belüften.
  • Blut im Gehörgang kann auftreten, wenn etwa das Trommelfell verletzt oder gar durchstochen ­wurde (z. B. beim Reinigen mit einem Watte­­stäbchen). Das Kind muss umgehend dem Kinder- und Jugendarzt oder dem Ohrenarzt vorgestellt werden.