Wie Sie Kopfläuse bei Kindern bekämpfen

Ein Befall mit Läusen versetzt Eltern oft in Schrecken. Dabei sind die Tiere zwar nervig, aber eigentlich kein Drama

von Julia Schulters, aktualisiert am 05.11.2018
Mädchen mit langen Haaren

Unsere Experten erklären, was Eltern tun müssen, wenn ihr Kind Kopfläuse hat


Kopfläuse! Oh nein! Panik! Wenn Eltern das große Krabbeln auf den Köpfen ihres Kindes entdecken, ist die Aufregung groß. Wie konnte das passieren? Warum unser Kind? Dabei ist ein Kopfläusebefall nicht selten, in der Regel ungefährlich und mit etwas Geduld gut zu behandeln. So werden Sie die Tierchen wieder los:

Was sind Anzeichen für Läuse?

Bei den meisten juckt‘s! "Fast alle Kinder kratzen sich auffällig im Nacken, hinter den Ohren oder an den Schläfen", sagt die Berliner Apothekerin Nele Zölffel. An diesen Stellen fühlen sich die kleinen Parasiten besonders wohl: Die Temperatur ist für sie optimal zur Eiablage. Außerdem macht ihnen die dünne Haut dort das Blutsaugen leichter. "Wenn die Läuse die Haut anritzen, geben sie ein Sekret ab, auf das wir Menschen mit Juckreiz reagieren", so Zölffel. Häufig bilden sich kleine Papeln an den Stellen. Viele Kinder kratzen sich so sehr, dass sich die Haut sogar entzündet.

Wie sehen die Krabbler aus?

Sowohl die erwachsenen Tiere als auch ihre Larven, Eier und Eihüllen lassen sich meist mit bloßem Auge erkennen – obwohl selbst ausgewachsene ­­Krabbler es nur auf drei Millimeter Größe bringen. Bei den noch winzigeren Larven, auch Nymphen genannt, braucht es dagegen eine Lupe. Läuse selbst sind transparent, gräulich oder bräunlich, ihre Eier oder Eihüllen ­(Nissen) ähneln weiß-gelben Schuppen. Sie kleben zunächst am Haar­ansatz, lassen sich aber nicht einfach so abstreifen. Zölffels Tipp: "Die Haare strähnenweise mit einem Nissenkamm auskämmen und diesen auf einem weißen Küchen­­papier abstreichen." Darauf sind die Tiere gut zu erkennen.

Welche Mittel ­helfen?

In der Apotheke gibt es Lösun­gen, Shampoos und Gele, die entweder ein Nervengift gegen Läuse enthalten oder die Tiere abtöten, indem sie ihre Atemwege ­verkleben. Letztere Methode ist besser verträglich und brennt nicht auf der ohnehin schon gereizten Kopfhaut. ­"Einige Präparate dürfen auch ­Schwangere anwenden", sagt Nele Zölffel. Gut zu wissen: Nach einmaliger Behandlung mit einem wirksamen Mittel darf das Kind wieder in Schule und Kindergarten.

Wie läuft die Behandlung ab?

"Die Anti-Läusemittel werden ähnlich wie beim Haarefärben vom Ansatz bis in die Spitzen gut verteilt", erklärt Zölffel. Die nassen Haare nach dem Ausspülen mit einem Nissenkamm Strähne für Strähne auskämmen. Sind die Haare knotig, am besten eine Spülung verwenden! "Um später geschlüpfte Larven zu entfernen, an Tag 5 die Haare erneut nass auskämmen. Am 8., 9. oder 10. Tag die Haare noch mal mit dem Anti-Läusemittel behandeln", sagt Zölffel. An Tag 13 und 17 überprüfen Eltern dann erneut durch nasses Auskämmen, ob wirklich keine Laus mehr zu finden ist.

Kann man Läusen irgendwie vorbeugen?

Zwar können Läuse nicht von einem auf den anderen Kopf springen oder fliegen, aber "solange Kinder ihre Köpfe zusammenstecken, kann man eine Übertragung nicht verhindern", ist Nele Zölffel überzeugt. Eltern sollten Bürsten, Kämme und Haargummis mit heißer Seifenlauge abspülen. Kleidung oder Kuscheltiere kann man bei 60 Grad waschen oder 15 Minuten in den Wäschetrockner stecken (bei mehr als 60 Grad). "Ohne Kopfhaut und Nahrung verhungern die Tiere aber sowieso nach etwa 24 Stunden", sagt Zölffel.


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