Papa-Kolumne: Immer gut durchspülen

Wie ­Orgasmen vor Prostatakrebs schützen? Unser Kolumnist hilft der Forschung auf die Sprünge und gibt Paaren einen Rat

von Marian Schäfer, 05.01.2018

Die Prostata ist ähnlich wie eine Spülmaschine – behauptet unser Kolumnist


Kürzlich las ich, dass ich 21 Orgasmen im Monat haben sollte. Mindestens. Das würde mein Prostatakrebsrisiko "sichtlich" verringern. Als ich mir die zugrunde liegende Studie genauer anschaute, sah ich allerdings, dass der Effekt von 21 Orgasmen doch eher gering ist. 100 wären für eine ordentliche Prostatakrebsvorsorge wahrscheinlich besser. Oder gleich 1000.

Zu bedenken ist natürlich, was das für meine Frau bedeuten würde – oder für meine Sehnenscheide. Womöglich würde ich meinen Job verlieren, weil ich vor Schmerzen nicht mehr die Tastatur bedienen könnte. Sowieso bliebe nur wenig Zeit zum Arbeiten. Oder für so Sachen wie Essen und Trinken. Vermutlich würde ich mit Ende 40 in die Grube sinken. Völlig ausgemergelt zwar, aber dafür mit der Prostata eines 15-Jährigen.

Nutzung hilft gegen Abnutzung

Interessant ist, dass sich die Forscher zu keiner konkreten Aussage hinreißen lassen, was hinter der heilsamen Wirkung des Ejakulierens steckt. Dass es für die Prostata womöglich gut ist, oft durchgespült zu werden, tun sie als bloße Vermutung ab. Ich würde mich da weiter aus dem Fenster lehnen.

Grundsätzlich denke ich, dass es nie gut ist, wenn Dinge nicht ihrem eigentlichen Zweck dienen können. Beispiele dafür gibt es viele: Steht etwa ein Auto zu lange still, springt es nicht mehr an. Auch die Räder meines Fahrrads verlieren komischerweise schneller­ Luft, sobald ich nicht mit ihm fahre.

Ist ja auch so bei der Spülmaschine

Aber bleiben wir beim Thema Durchspülen. Gerade bei Schläuchen, Rohren und Röhren kommt ihm eine immense Bedeutung zu – außer natürlich, sie werden durchgepustet. Erklären kann ich das gut an unserer Spülmaschine, einem vollwertigen Mitglied unserer Familie. Sie nimmt es uns nicht einmal übel, wenn wir sie befüllen wie eine Waschmaschine. Ohne Murren erledigt sie die Arbeit – zumindest, solange sie regelmäßig läuft.

Kaum waren wir aber mal im Urlaub, streikte sie. Dann sitze ich da, meine Hand versunken im Pumpensumpf und mit der leisen Hoffnung, dass sich doch nur das kleine Flügel­rad verkeilt hat. "Bloß nicht das Abfluss­rohr!", denke ich dann. Wer da mal nach zwei Wochen Stillstand reinschaut, bekommt eine Ahnung davon, wie entartete Zellen aussehen müssen, die alles verstopfen.

Auch eine Prävention für Frauen?

Übrigens ist häufiges Durchspülen nicht nur gut für die Prostata des Mannes, sondern auch für die Brust der Frau. Ihr Zweck ist ja vor allem, Milch zu geben. Und je mehr sie dazu Gelegenheit hat, desto geringer ist nachweislich das Brustkrebsrisiko. Es spricht also viel dafür, dass die Frau den Mann bei der Krebsvorsorge nicht alleine lässt. Je öfter sie sich beteiligt, desto höher ist schließlich die Wahrscheinlichkeit, dass sie selbst davon profitiert.


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