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Mit dem Bullet Journal den Alltag organisieren

Achtsamkeits-Coach Tanja Misiak hat für sich die perfekte Methode gefunden, ihren Alltag zwischen Beruf und Kindern zu organisieren. Wie diese funktioniert und was daran so besonders ist, erklärt sie hier

von Tanja Misiak, 30.10.2019

Mittlerweile ist das Smartphone mein ständiger Begleiter. Dinge, für die früher ein Notizbuch infrage gekommen wäre, organisiere ich heute digital – über Apps für den Kalender, professionelles Schreiben, To-do-Listen, mein Dankbarkeitsritual …

Doch vor einigen Monaten entdeckte ich die "Bullet Journal®"-Methode nach Ryder Carroll. Seitdem gibt es keinen Tag mehr ohne mein ­Notizbuch aus Papier.

Als dreifache berufstätige Mutter habe ich keine Extraminute im Alltag. Täglich jongliere ich die vielen Verpflichtungen im privaten und beruflichen Bereich. Mein Bullet Journal ermöglicht mir, dabei achtsam mit mir selbst zu bleiben. Die Methode gibt meinen Gedanken, Gefühlen und Erlebnissen Struktur. Stift und Papier wirken entschleunigend. Ich bleibe bei mir und dem, was mir wirklich wichtig ist.

Das Bullet Journaling hat sich in den letzten Jahren zu einem weltweiten Trend entwickelt. Wer im Internet danach sucht, findet unzählige Bei­spiele. Am Ende laufen alle auf eins hinaus: Die Methode kann helfen, produktiver zu werden, zu fokussieren, zu priorisieren und so auch Stress vorzubeugen. Der US-Amerikaner Ryder Carroll, ein Digital Product Designer, hat sie über Jahre entwickelt, um sich selbst besser zu organisieren. Der Charme der Methode liegt in ihrer Flexibilität, die sie Kalender, Tage- und Notizbuch sein lässt, ohne chaotisch zu sein.

Jeden Morgen oder am Vortag abends reflektiere ich etwa fünf bis zehn Minuten meine Aufgaben für den Tag. Dadurch verbessert sich mit der Zeit mein Gefühl dafür, was realistisch und was zu viel ist. Gleichzeitig erkenne ich in der Rückschau auf den vergangenen Tag oder Monat viel besser, was ich eigentlich gemacht ­habe, und kann dies stärker wertschätzen. Als ich mein erstes volles Journal durchblätterte, staunte ich, wie viel ich in knapp fünf Monaten dazulernen durfte und welche neuen Perspektiven und Erfahrungen ich gemacht hatte.

Übrigens: Auch mein Siebenjähriger bekam Inte­resse an diesem Buch, das plötzlich ständig bei mir war. Er hat das Journaling bei mir beobachtet und nun selbst angefangen, sich eigene ­Notizen zu machen und Ideen aufzuschreiben.

So funktioniert meine Bullet-Journal-Methode

Alles, was Sie brauchen, ist ein leeres Notizbuch. Im Idealfall sind bereits Seitenzahlen vorhanden. Und: Auch wenn es viele entsprechende Beispiele im Netz gibt – ein Bullet Journal muss kein Kunstwerk werden. Sie können es auch ohne perfektes Handlettering und Illustrations­­genie für sich nutzen. Diese Grund­elemente sind wichtig:

Index

Auf der ersten leeren Doppelseite steht der Index (Inhalt). Er gibt mir den Überblick, auf welcher Seite ich was eingetragen habe. Mache ich zu einem Thema mehrmals Notizen, trage ich die Seiten dazu im Index so ein, wie sie entstehen, zum Beispiel "Ideen & Vorhaben" S. 21 - 22, S. 45 - 46, S. 157 - 158.

6-Monats-Übersicht

Auf der zweiten leeren Doppelseite geht es um Pläne für das kommende halbe Jahr (oder länger, wenn man möchte). Jeder Monat erhält ein eigenes Feld. Hier halte ich nur die wichtigsten Aufgaben, anstehende Feste und Besonderheiten fest, wie etwa Meilensteine in Projekten oder anstehende Seminare oder Reisen.
Was würden Sie in Ihre 6-Monats-­Übersicht aufnehmen?

Monatsübersicht

Sie folgt für den ersten Monat auf der dritten leeren Doppelseite. Im Index trage ich entsprechend ein: August 2019, S. 3 - 4. Auf der linken Hälfte der Doppelseite bekommt jeder Tag im Monat eine Zeile. Hier notiere ich die wichtigsten Termine (nicht alle! Dafür nutze ich das ­Handy). Oft schreibe ich nachträglich hinein, wenn an einem Tag ­etwas Besonderes war, zum Beispiel Magen-Darm bei der Tochter oder unsere erste richtige Fahrradtour zu fünft. Hier kreuze ich auch an, an welchen Tagen ich tatsächlich Yoga gemacht habe. Das gibt mir ­eine Übersicht, wie gut es mir gelingt, dies als neue Routine in meinem Alltag zu etablieren. Auf der rechten Seite schreibe ich die wichtigsten Aufgaben für den Monat auf. Zum Beispiel die U 9 für den Mittleren organisieren, fürs Kindergartenfest etwas zum Mitbringen planen oder beruf­liche Deadlines. Am Ende ­eines jeden Monats gehe ich die Aufgabenliste durch und prüfe. Was erledigt ist, erhält ein Kreuz. Bei den übrigen frage ich mich: Welche davon sind es noch wert, dass ich meine Zeit da­rin inves­tiere? Diese Aufgaben über­trage ich in den nächsten Monat (­eine neue Doppelseite, die im Index vermerkt wird). Oder, wenn eine Aufgabe noch weiter geschoben wird, in die 6-Monats-Übersicht.
Was würden Sie in Ihre Monatsübersicht aufnehmen?

Tagesübersicht

Jeder Tag erhält bei mir so viel Platz, wie er braucht. Hier notiere ich aktuell die Aufgaben für den jewei­ligen Tag, schreibe Gedanken und Gefühle auf, Erlebnisse oder protokolliere berufliche Termine.
Was würden Sie in Ihre Tagesübersicht für heute aufnehmen?

Sammlungen

Sammlungen (für Ideen, Pläne, Gedanken) lege ich an, wann immer mir die Idee dafür kommt. Im Index notiere ich mir, auf welcher Seite sie zu finden ist. Einige Beispiele:
Langfristige Ziele: Ich notiere mir hier, was ich beruflich und privat erreichen möchte.
Entwicklungsschritte: Ich führe diese Sammlung für meine bald zweijährige Tochter, die zurzeit ständig Premieren hinlegt: Wort­krea­tionen, das erste Mal mit der Baby­sitterin, im Kindergarten …

Wünsche der Kinder: Meine Kinder äußern öfter mal im Nebensatz ­Dinge, die mich auf eine Geschenk­idee bringen. Fragen mich Verwandte oder Freunde nach Ideen, brauche ich nur in der Wunschliste nachzuschauen.

Genauso lassen sich auch Ausgaben für den Babysitter oder für Lebensmittel, Geschäftsideen, Dinge, die man ­gerne noch lernen möchte, fest­halten.
Welche Sammlungen möchten Sie gerne nutzen?

Bullets

Auflistungszeichen ordnen die unter­schiedlichen Tageseinträge, erleichtern die Übersicht, wenn ich mal zurückblättere. Folgende haben sich für mich bewährt:

  • ein gefüllter Kreis für anstehende Aufgaben
  • ein Kreuz für erledigte Aufgaben
  • ein horizontaler Strich für Notizen
  • ein leerer Kreis (Kringel) für besondere Ereignisse
  • ein Ausrufezeichen für wichtige ­Notizen
  • ein Pfeil nach rechts für die Über­tragung einer unerledigten Auf­gabe in den kommenden Tag
  • ein Pfeil nach links für eine Über­tragung einer ­Aufgabe in die Monats- oder 6-Monats-Übersicht, wenn ich noch nicht weiß, wann ich sie wieder aufgreifen kann.

Viel Spaß beim Ausprobieren!


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