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Papa-Kolumne: Gewinn und Verlust

Jedes Kind kostet die Mutter einen Zahn. Als unser Kolumnist Marian Schäfer das hört, fallen ihm gleich noch andere Verluste von Eltern ein

von Marian Schäfer, 06.05.2019
Kolumne Marian

Kürzlich stand ich kurz davor, an den Zähnen meiner Frau zu ruckeln, um sicher zu gehen, dass alle noch fest sind. Bei unserer ältesten Tochter mache ich das zurzeit ständig, weil die ersten ihrer Freunde gerade Wackelzähne bekommen, und sie täglich der Meinung ist, nun wäre es auch bei ihr soweit.

Zahnverlust schon bei Kinderwunsch?

Ich bin also geübt im Ruckeln, und als ich die Meldung las, dass Mütter mit jedem Kind einen Zahn verlieren, dachte ich, ich kon­trolliere das besser mal. Schließlich wäre bei meiner Frau ja nicht nur einer fällig, sondern gleich drei, und je nachdem, welche es sind, könnte das blöd werden. Auf der anderen Seite hätte sie mit nur drei Zähnen Einsatz bis zu 96 Zähnen das Leben geschenkt. Wäre doch eine gute Bilanz.

Tatsächlich erfreut sich die Mutter einer guten Zahngesundheit. Was nicht immer so war. Zumindest stellten sich vor Jahren vier Zähne plötzlich als porös heraus, sie mussten weg. Vielleicht, denke ich nun, war der Grund ein schon damals stark ausgeprägter Kinderwunsch. Nach Graf Zahl hätten wir dann noch ein Kind frei, ohne weiteren Zahnausfall fürchten zu müssen.

Größere Einbußen im Möbelbereich

Die Frage, was man alles verliert, wenn man Kinder bekommt, finde ich übrigens generell interessant. Natürlich gewinnt man viel, aber man verliert auch, und damit meine ich nicht in erster Linie so Dinge wie Freiheit oder Zeit. Die größten Verluste und Veränderungen, finde ich, betreffen Möbel.

Zum Beispiel mein Bett. Aus dem musste ich bald ausziehen, weil ich, sagt meine Frau, das Kind gestört habe und das Kind dann sie. Kaum war ich weg, war auch das Bett weg, weil es, sagt meine Frau, ge­quietscht und das Kind verrückt gemacht habe. Zu­rück blieben der Lattenrost und die Matratzen, was, nebenbei, total Montessori ist.

Kaum wurde das Kleine größer, war – nur ein weiteres Beispiel – der Couchtisch dran. Das Kind zog sich an ihm hoch, kippte um und kam mit dem Kopf dummerweise stets da auf, wo der Teppich endete. Als Ersatz gab es einen Beistelltisch hinter der Couch. Der liegt nun quer, weil die Jüngste entdeckt hat, dass man vom Sofa aus da­rauf klettern und tanzen kann.

Verlust des Esstischs konnte verhindert werden

Das tat sie – gerade zehn Monate alt – auch schon auf dem großen Esstisch. Der steht – Stühle oben drauf – seitdem in der Mitte des Raumes und wird zum Essen zu den Eckbänken geschoben. Zumindest verhinderte ich, dass alles wegkommt und wir fortan auf dem Boden essen, im Rücken die Schränke, die mittlerweile so gesichert sind, dass selbst ich sie nicht mehr öffnen kann.

Aber immerhin, denke ich mir, bleiben mir die Zähne …


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