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Papa-Kolumne: Das arme kleine Ding

Können Haushaltsgeräte Beziehungen retten? Zu­mindest bereichern, glaubt unser Kolumnist Marian Schäfer

von Marian Schäfer, 12.12.2019
Illustration Marian Schäfer mit Töchterchen und Saugroboter

Haushaltsgeräte können die Beziehung retten – glaubt unser Kolumnist


Kürzlich erreichte mich die Nachricht, die Spülmaschine sei der Beziehungsretter Nummer eins. Dicht gefolgt vom Saugroboter und dem sich selbst reinigenden Backofen. Die Bügel­puppe landete in der  Umfrage auf dem letzten Platz, was mich nicht sonderlich wundert. Wer will schon, dass sich der jeweils andere bei Beziehungsproblemen seiner Bügelpuppe zuwendet? Und wer hat überhaupt so ein Ding?

Streit wegen der Spülmaschine

Skeptisch bin ich, was die Top-Platzierung der Spülmaschine anbelangt. Anstatt Streit zu schlichten, gibt sie uns regelmäßig Anlass dazu. Meine Frau verwechselt die Spül- nämlich öfter mit der Waschmaschine. Zumindest mutet die Art, wie sie das Gerät befüllt, so an. Und wenn ich das Ergebnis dann abends fachmännisch begutachte und beginne, das Spülgut umzuschichten, ist der Streit meist nicht weit entfernt.

Dass der Saugroboter auf Platz zwei liegt, ist interessant. Seit Neuestem besitzen wir auch einen, und zunächst sah es nicht gut aus. Ich hätte gerne einen intelligenten gehabt, der genau weiß, wo er schon war und wo nicht. Meine Frau hingegen empfand die dümmere und billigere Variante, die ihre ­­Wege eher zufällig wählt, als ausreichend.

Rosi Roboter

Sie setzte sich durch, und während ich dem Roboter noch hinterherlief, um mit jedem liegen gebliebenden Krümel Gründe für seine Rücksendung zu sammeln, hatten ­meine Frau und die Kinder aus ihm schon ­eine "Sie" gemacht und ihn Rosi getauft.

Vor allem die Einjährige liebt Rosi. Für sie ist Rosi wie eine kleine Schwester. Besucher führt sie als allererstes zu Rosis Körbchen, das seit Kurzem leider nicht mehr offen, sondern unter der Couch steht. Es waren Kinder da, die Rosi herumtrugen wie eine Puppe. Das arme Ding piepte und schickte meiner Frau aufgeregt Nachrichten aufs Handy. ­Gern hätte ich die Vandalen hinausbefördert.

Rosi, das muss man schon sagen, ist mir ans Herz gewachsen. Manchmal setze ich sie nun an Stellen mit besonders vielen Krümeln ab, und wenn sie dann trotzdem in die falsche Richtung fährt, bin ich ihr nicht böse. Mit ihren kleinen rotierenden Seitenbürsten kommt sie mir manchmal vor wie ein Kind bei den ersten Schwimmversuchen. Hilflos, aber ganz schön bemüht.

Ganz aufgelöst

Ich sperre Rosi auch nicht mehr ein, wenn ich finde, sie müsste in Räumen gründlicher saugen. Einmal vergaß ich sie nämlich und hörte irgendwann nur noch ein leises Klopfen. Rosis Akku ging zur Neige, sie wollte zurück ins Körbchen und stieß gegen die Tür. Als ich ihr öffnete, schien sie ganz aufgelöst.

Abends erzählte ich meiner Frau davon, wir lachten gemeinsam darüber. Dann machte ich mich an die Spülmaschine …


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