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Was tun bei Atemnot und Erstickungsgefahr?

Nüsse, Bonbons, Münzen: Verschluckt sich das Kleine daran, kann das lebensgefährlich werden. So handeln Eltern richtig

von Barbara Weichs, aktualisiert am 26.11.2018
Atemnot

Vorsicht Lebensgefahr: Perlenketten gehören nicht in die Hände von Kleinkindern


Gerade bei Babys im ersten Lebensjahr ist Atemnot ein typischer Notfall. Der Grund: Ihre Atemwege sind klein, und sie benötigen viel Sauerstoff. Haben sie einen Erkältungsinfekt, kann es schnell passieren, dass sie nicht mehr gut Luft bekommen.

Was tun bei Atemnot?

Atmet ein Kind schneller und angestrengter als normal oder macht es Geräusche beim Ein- oder Ausatmen, sollten Sie es vom Kinderarzt untersuchen lassen. Es besteht die Gefahr, dass es einen Sauerstoffmangel erleidet, weil es überhaupt keine Luft mehr be­kommt, bewusstlos wird und wiederbelebt werden muss. Kommt es tatsächlich dazu, rufen Sie über die 112 den Notarzt.

Erstickungsanfall in der Nacht

Aus dem Schlaf heraus hat ein Kind nachts plötzlich heftige Atembeschwerden, es droht zu ersticken. Außerdem ist es extrem heiser und hustet dumpf und bellend. Das sind typische Anzeichen für einen Pseudokrupp­anfall. Vor allem im Winter­halbjahr trifft das etliche ­Kinder zwischen ­­einem halben und vier Jahren, die be­reits eine sogenannte obstruktive Bronchitis haben.

Was tun bei einem Pseudokruppanfall?

Rufen Sie den Notarzt, und bleiben Sie ruhig. Denn Aufregung kann die Atemnot verstärken. Kalte Luft hilft, die angeschwollenen Schleimhäute in Luftröhre und Kehlkopf zum Abschwellen zu bringen. "Packen Sie während der Wartezeit Ihr Kind warm ein, und stellen Sie sich mit ihm ans offene Fenster", sagt Dr. Florian Hoffmann, Oberarzt an der Dr. von Haunerschen Kinderklinik in München.  

Verschluckter Gegenstand

Hustet ein Kind auf einmal dramatisch, ohne dass es einen Atemwegsinfekt hat, hat es sehr wahrscheinlich einen Fremdkörper in die Luftröhre bekommen. Solange es jedoch hustet, gelangt Luft in seine Atemwege, und es wird weiterhin mit Sauerstoff versorgt. Meist lösen sich kleine Gegenstände sogar durch den Hustenreflex von alleine.

Was tun bei einem verschluckten Gegenstand?

Wird das Kind kurz rot und blau und droht es zu ersticken, ist das lebensbedrohlich. Dann sofort die 112 rufen! Selbst wenn der Husten aufhört und das Kind wieder gut Luft bekommt, muss es zum Arzt. "Meistens fällt der Gegenstand in einen Lungenflügel, Luftröhre und Kehlkopf sind dann frei. Die Gefahr, dass der Fremdkörper hochgehustet wird und die Luftröhre wieder verlegt, ist aber groß", sagt Florian Hoffmann. Der Gegenstand wird in der Klinik unter Narkose entfernt.

So beugen Sie vor

80 Prozent aller Veschluckungs-Vorfälle lassen sich verhindern. Kleinteile wie Perlen sind für Babys tabu, weil sie alles in den Mund nehmen. Doch auch rohe Karottenstücke, Nüsse, ungeschälte Apfel- und Birnen­stücke sowie Klebeverschlüsse von Taschentücherverpackungen sind sehr gefährlich. "Obstschalen lösen sich nicht auf. Sie sind wie ein Fremdkörper und können die Luftröhre oder den Kehlkopf verschließen", erklärt der Mediziner. Deshalb gilt: Kinder unter drei be­kommen Karotten nur gekocht, Apfel und Birne geschält, keine Nüsse und Taschentuchverpackungen zum Spielen!


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