ADHS
Ursachen und Risikofaktoren

Bis heute konnten die Ursachen von ADHS nicht abschließend geklärt werden. Genetische und Umweltfaktoren wirken vermutlich zusammen
26.11.2015

Blick in die "Schaltzentrale": Das Gehirn scheint sich bei ADHS auf eigene Art und Weise zu organisieren

W&B/Szczesny

Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Störung keine einzelne Ursache hat, sondern dass mehrere Auslöser zusammenkommen – sowohl genetische als auch Umweltfaktoren.

Bei der Untersuchung der Hirnfunktion von Kindern mit ADHS entdeckten Forscher einige Auffälligkeiten. Insbesondere die Hirnregionen, die stark unter dem Einfluss der Botenstoffe Dopamin und Noradrenalin stehen, scheinen sich anders zu organisieren als es "normalerweise" der Fall ist. Das bedeutet nicht, dass Kinder mit Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung weniger intelligent sind als andere Kinder. Offenbar können sie ihre persönlichen Ressourcen aber nicht so effektiv nutzen. Um genauer zu verstehen, was sich im Gehirn der Betroffenen abspielt, und welche Rolle Umwelt und Erbanlagen dabei einnehmen, ist jedoch noch viel Forschungsarbeit nötig.

Erbliche Faktoren

Eine gewisse Neigung zu ADHS liegt offenbar schon in den Genen. Eltern und Geschwister der Kinder sind überdurchschnittlich häufig ebenfalls betroffen. Die Störung wird jedoch nicht automatisch "vererbt". Ob und wie stark sie in Erscheinung tritt, ist von weiteren Umständen abhängig.

Äußere Risikofaktoren

Ist ein Kind während der Schwangerschaft Giften wie Nikotin oder Alkohol oder bestimmten Medikamenten ausgesetzt, kann das sein Risiko für ADHS erhöhen. Ebenso verhält es sich mit Schwangerschafts- und Geburtskomplikationen oder einem niedrigen Geburtsgewicht. Auch Verletzungen und Erkrankungen des Zentralnervensystems können zur Entstehung von ADHS beitragen.

Daneben prägt die Umgebung, in der ein Kind aufwächst, seine Entwicklung. Das Elternhaus ist nicht etwa "schuld" an ADHS, kann jedoch den Verlauf der Störung und ihre Ausprägung beeinflussen – positiv und negativ. Gleiches gilt für die Reaktionen von Lehrern, Erziehern und anderen Kindern.


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