Verhütungsmethoden im Überblick

Pille, Kondom, Spirale – Verhütungsmethoden gibt es viele. Hier lesen Sie, wie sie funktionieren und für wen sie geeignet sind

von Vanessa von Blumenstein, 25.07.2013

Sie und Ihr Partner wollen Ihre Zweisamkeit noch ein wenig genießen und mit dem Projekt Baby erst später starten? Oder sind Ihre Kinder gerade aus dem Gröbsten raus und Sie möchten keinen weiteren Nachwuchs mehr? Dann stellt sich für Sie die Frage nach der passenden Verhütung.

Laut Dr. Peter Hausser, Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe aus Bayreuth, gibt es sehr sichere und etwas weniger sichere Verhütungsmethoden. Und beide Typen hätten ihre Berechtigung, so der Experte. Denn welche Verhütungsmethode die richtige ist, hängt zum großen Teil von der individuellen Lebenssituation ab. Manche erfordern etwas Disziplin, um ausreichend sicher zu verhüten – zum Beispiel die Methoden der Natürlichen Familienplanung. Dafür greifen hier keine Hormone in den Körper ein.

Verhütungsmittel: Pearl-Index gibt Sicherheit an

Wie sicher die einzelnen Verhütungsmittel sind, lässt sich am sogenannten Pearl-Index ablesen. Dieser ergibt sich folgendermaßen: Wenn 100 Frauen ein Jahr lang mit der gleichen Methode verhüten, dann entspricht die Anzahl der Frauen, die in diesem Zeitraum trotzdem schwanger werden, dem Pearl-Index. Werden also zum Beispiel vier Frauen schwanger, obwohl sie verhüten, entspricht dies einem Pearl-Index von 4. Je niedriger der Pearl-Index einer Verhütungsmethode ist, desto sicherer ist sie. Die Werte sind jedoch keine Garantien, sondern Anhaltspunkte. Dies gilt vor allem für neu eingeführte Methoden. Ausschlaggebend ist das persönliche Verhalten.

Methode

Pearl-Index

Mikropille

0,1 bis 0,9 (DGGG, BVF)

Desogestrel-Minipille

0,14 (DGGG); 0,4 (Hersteller)

Herkömmliche Minipille

0,5 bis 3 (4) (DGGG, BVF)

Vaginalring

0,4 bis 0,65 (DGGG, BVF)

Hormonspirale

0,16 (DGGG, BVF)

Verhütungspflaster

0,72 bis 0,9 (DGGG, BVF)

Verhütungsstäbchen

0 bis 0,08 (DGGG); 0,1 (BVF)

Dreimonatsspritze

0,3 bis 1,4 (DGGG); 0,2 bis 1,4 (BVF)

Kupferspirale

0,9 bis 3 (DGGG); 0,4 bis 1 (BVF)

Kupferkette

0,1 bis 0,5 (Hersteller)

Kondom

2 bis 12 (DGGG, BVF)

Diaphragma

1 bis 20 (DGGG, BVF)***

Verhütungskappe

Sehr unterschiedliche Angaben, evtl. vergleichbar mit Kondom ***

Chemische Verhütungsmittel

3 bis 21 (DGGG)

Symptothermale Methode (Natürliche Familienplanung, NFP)

0,4 bis 2,3 (Arbeitsgruppe NFP)

*** Bessere Sicherheit nur zusammen mit chemischen Verhütungsmitteln

Anmerkung: Häufig finden sich in Veröffentlichungen unterschiedliche Angaben zum Pearl-Index einer Methode. Dies erklärt sich dadurch, dass die Bedingungen der Studien uneinheitlich sind. Unterschieden wird außerdem zwischen der Sicherheit einer Methode bei ganz korrekter Anwendung und ihrer Sicherheit unter Berücksichtigung von alltäglichen Anwendungsfehlern. Zum Beispiel kann es passieren, dass die Pille vergessen wird. Somit ergeben sich variable Spannweiten.

Quellen:

Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG): Empfängnisverhütung, Leitlinie 05/2008. Online: http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/015-015.pdf (Abgerufen am 15.7.2013)

Berufsverband der Frauenärzte (BVF) (Hrsg.) in Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e. V.: Verhütung. In: Frauenärzte im Netz. Online: http://www.frauenaerzte-im-netz.de/de_verhuetung_45.html (Abgerufen am 15.7.2013)

Bei der Pille unterscheidet man zwischen Östrogen-Gestagen-Kombinationspräparaten, sogenannten Mikropillen, und Produkten, die nur Gestagen enthalten. Diese werden als Minipillen oder östrogenfreie Pillen bezeichnet. Aufgrund ihrer unterschiedlichen hormonellen Zusammensetzungen unterscheiden sich die beiden Pillenarten auch in ihrer Wirkung.

Mikropille

Die meisten Pillen fallen heute unter die Kategorie der Mikropille. Die einzelnen Präparate unterscheiden sich jedoch hinsichtlich der Beschaffenheit der Hormone und ihrer Dosis, insbesondere der Höhe des Östrogenanteils. Dieser muss bei einer Mikropille allerdings unter 50 Mikrogramm pro Dragee liegen. Des Weiteren gibt es beispielsweise Ein-, Zwei- oder Dreiphasenpräparate. Der Unterschied: "Während bei den Einphasenpräparaten jede Tablette die gleiche Hormonmenge enthält, variiert die Hormondosierung bei den anderen Präparaten", erklärt Dr. Hausser. Bei Mehrphasenpräparaten ändert sich die Hormondosis, zum Beispiel des Gestagens, stufenweise. Verschreibt Ihr Frauenarzt Ihnen ein Mehrphasenpräparat, müssen Sie die Dragees unbedingt in exakter Reihenfolge einnehmen.

Was die Sicherheit des Empfängnisschutzes anbelangt, gibt es keinen Unterschied zwischen einem Ein- oder Mehrphasenpräparat. Ziel ist es hier, die hormonellen Schwankungen im natürlichen Zyklus nachzuempfinden.

Wirkweise der Mikropille

Die Pille wirkt auf dreierlei Weise: Zum einen unterdrücken die in den Dragees enthaltenen Östrogene und Gestagene die Eireifung im Eierstock und verhindern den Eisprung. Zum anderen bewirken die Hormone, dass der Schleimpfropf – der sogenannte Zervixschleim – den Muttermund verschließt, so dass keine Spermien in die Gebärmutter gelangen können. Und: Unter dem Einfluss der Pille wird die Gebärmutterschleimhaut nicht so stark aufgebaut wie in einem natürlichen Zyklus. Sollte also trotz allem einmal ein Eisprung stattfinden und die Spermien es geschafft haben, den Gebärmutterhals zu passieren, so könnte sich die befruchtete Eizelle nicht in der Gebärmutter einnisten.

Die Pille wird in der Regel 21 Tage lang zur selben Uhrzeit eingenommen. Danach folgt eine Pause von sieben Tagen, in der es zur Blutung kommt. Während der Pilleneinnahme baut sich die Gebärmutterschleimhaut auf. Weil in der Einnahmepause jedoch keine Hormone mehr zugeführt werden, sinkt der Hormonspiegel ab – die aufgebaute Schleimhaut wird von der Gebärmutter abgestoßen. Die Blutung am Ende jedes Pillenzyklus wird daher auch als Abbruchblutung oder Hormonentzugsblutung bezeichnet. Sollten Sie die Pille das erste Mal nehmen, beginnen Sie am ersten Tag Ihrer Menstruationsblutung mit der Einnahme. "Der Empfängnisschutz beginnt bereits mit dem ersten Anwendungstag und besteht auch während der siebentägigen Einnahmepause", erklärt Hausser. Haben Sie einmal vergessen, die Pille zu nehmen, können Sie die Einnahme innerhalb von zwölf Stunden nachholen. Die empfängnisverhütende Wirkung bleibt in diesem Fall bestehen.

Vor- und Nachteile der Mikropille

Die bei korrekter Einnahme hohe Sicherheit der Mikropille ist einer ihrer größten Vorteile. "Außerdem kann die Patientin ganz alleine über die Dauer der Anwendung entscheiden." Auch auf Menstruationsbeschwerden, Zyklusunregelmäßigkeiten oder Hautunreinheiten kann sich die Pille positiv auswirken. Zu den möglichen Nebenwirkungen können Unverträglichkeiten gehören, die sich beispielsweise mit Zwischenblutungen, Kopfschmerzen, Brustspannen, Übelkeit mit Erbrechen, Abnahme des sexuellen Verlangens und Stimmungsschwankungen bemerkbar machen.

"Auch die Gefahr einer Thrombose erhöht sich mit Einnahme der Pille", sagt Hausser. Dies gilt vor allem für Frauen, die erblich vorbelastet oder extrem übergewichtig sind, für Raucherinnen, Patientinnen mit Diabetes mellitus oder Bluthochdruck. Langstreckenflüge können das Risiko ebenfalls erhöhen. Pillen der dritten und vierten Generation mit verschiedenen neueren Gestagenen werden derzeit erneut überprüft. Denn das Thromboserisiko erwies sich als doppelt so hoch wie bei Präparaten mit dem schon länger bekannten Gestagen Levonorgestrel. Experten betonen aber, dass die anderen Risikofaktoren deutlich schwerer wiegen. Auch in der Schwangerschaft ist das natürliche Thromboserisiko höher als unter der Pille. Insgesamt gesehen ist es also immer noch eher niedrig. Frauen sollten sich vor der Einnahme aber unbedingt gut beraten lassen.

Andere schwerwiegende Nebenwirkungen wie ein Herzinfarkt oder Schlaganfall sind ebenfalls selten und betreffen meist Risikopatientinnen. Frauen, die die Pille über lange Zeit einnehmen, haben statistisch gesehen ein leicht erhöhtes Risiko für Brustkrebs und Gebärmutterhalskrebs. Darauf deuten Studienergebnisse hin. Untersuchungen ergaben aber auch, dass die Pille das Risiko für bestimmte andere Krebsarten senken kann.

Nach Einnahmefehlern, Erbrechen, starkem Durchfall oder bei der Einnahme bestimmter Medikamente, etwa Antibiotika, kann die Wirkung der Pille beeinträchtigt sein. Und ganz wichtig: Die Pille schützt nicht vor sexuell übertragbaren Krankheiten.

Für wen ist die Mikropille geeignet?

"Ich empfehle die Mikropille vor allem jungen Frauen, die noch nicht schwanger werden wollen und eine unkomplizierte, sichere Verhütung möchten", so der Experte.

Bei korrekter Anwendung haben die Mikropillen einen Pearl-Index zwischen 0,1 und 0,9.

Minipille

"Die Minipille erreicht nicht ganz die Wirkung der Mikropille", sagt Hausser. Zwar verschließt auch bei Einnahme der Minipille der Schleimpfropf den Gebärmutterhals und die Gebärmutterschleimhaut ist nur unzureichend aufgebaut, sodass sich keine befruchtete Eizelle einnisten kann. Aber: Herkömmliche Minipillen unterdrücken nicht den Eisprung. Dies gilt vor allem für ältere Präparate mit dem Wirkstoff Levonorgestrel. Ein weiteres Manko dabei ist das strikte Einnahmeschema. "Die Minipille muss jeden Tag exakt zur gleichen Uhrzeit eingenommen werden", gibt der Experte zu bedenken. Sollten Sie die Einnahme der Levonorgestrel-haltigen Minipille einmal vergessen haben, können Sie sie innerhalb von drei Stunden nachholen, ohne dass die empfängnisverhütende Wirkung beeinträchtigt ist.

Eine etwas sicherere Minipille ist seit einiger Zeit mit dem Wirkstoff Desogestrel erhältlich. Das Präparat ist vergleichsweise höher dosiert, aber insgesamt betrachtet ist die Hormonmenge immer noch klein. Sie reicht jedoch aus, um zusätzlich zu den anderen Wirkungen den Eisprung zu hemmen. Der Vorteil dabei: Wenn Sie eine vergessene Tablette weniger als zwölf Stunden zu spät einnehmen, ist die Verhütungssicherheit nicht beeinträchtigt.

Das Risiko für Thrombose und Embolie gilt bei den Minipillen im Vergleich zu hormonfreier Verhütung zwar auch als erhöht. Gemessen an den östrogenhaltigen Pillen wird es aber als geringer eingeschätzt.

Für wen ist die Minipille geeignet?

Die Minipille eignet sich für Frauen, die die Mikropille auf Grund ihrer Zusammensetzung nicht nehmen können – zum Beispiel Frauen, die keine Östrogene vertragen oder Mütter, die ihr Baby stillen. Denn die Minipille hat keinen Einfluss auf die Milchmenge und die Milchzusammensetzung. Gleichzeitig geht das Gestagen nur in sehr geringen Mengen mit der Muttermilch auf das Baby über.

Wird die Minipille stets zur gleichen Uhrzeit eingenommen, liegt ihr Pearl-Index bei 0,5. Dieser steigt jedoch ungefähr auf 3 bis 4, sobald es Unregelmäßigkeiten in der Einnahme gibt. Für die Desogestrel-haltige Minipille wird ein Pearl-Index von 0,14 bis 0,4 angegeben.

Der biegsame Ring aus transparentem Kunststoff enthält eine niedrig dosierte Kombination aus Östrogen und Gestagen. "Der Vaginalring ist eine Variante der Pille", erklärt Gynäkologe Hausser. Die vom Ring gleichmäßig abgegebenen Hormone unterdrücken den Eisprung und verändern die Gebärmutterschleimhaut, sodass keine Spermien den Muttermund passieren können. Der Unterschied: Im Gegensatz zur Pille gelangen beim Verhütungsring die Wirkstoffe über die Scheidenwände in die Blutbahn.

Wenn Sie sich für diese Verhütungsmethode entscheiden, führen Sie den Ring selbst in die Scheide ein und platzieren ihn am oberen Ende – ähnlich wie einen Tampon. Wichtig: Nach dem Einlegen sollten Sie den Ring nicht spüren. Der Ring bleibt für 21 Tage in der Scheide. Danach wird er für sieben Tage entfernt. Während dieser einwöchigen Pause kommt es zur Blutung. Nach dieser einwöchigen Pause wird ein neuer Ring eingeführt, auch wenn die Blutung noch nicht beendet ist. Genau wie bei der Pille besteht auch in der ringfreien Woche der Empfängnisschutz.

Vaginalring erfordert auch Disziplin

Auch wenn Sie bei dieser Methode nicht täglich daran denken müssen, ein Dragee zu schlucken – ein bisschen Disziplin brauchen Sie trotzdem: Denn der Ring sollte stets am gleichen Wochentag und zur gleichen Uhrzeit eingesetzt, entfernt und ein neuer eingesetzt werden. Für den Fall, dass der Ring beim Geschlechtsverkehr stört oder versehentlich herausrutscht, dürfen Sie ihn pro Tag für maximal drei Stunden entfernen, ohne dass die empfängnisverhütende Wirkung nachlässt. Danach sollte er aber vor einer erneuten kurzen Unterbrechung mindestens wieder 24 Stunden am Stück getragen werden. Vor dem Wiedereinsetzen reinigen Sie den Ring mit lauwarmem Wasser. Bitte verwenden Sie auf keinen Fall Seife oder Desinfektionsmittel.

Nebenwirkungen des Vaginalrings

Mögliche Nebenwirkungen sind Kopfschmerzen, Scheidenentzündungen und Ausfluss. Aber auch Akne, Stimmungsschwankungen, Bauchschmerzen, Übelkeit, Brustspannen und schmerzhafte monatliche Blutungen können vorkommen. Manche Frauen lagern auch verstärkt Wasser ein.

Vor- und Nachteile des Vaginalrings

"Ein wesentlicher Vorteil des Rings gegenüber der Pille ist, dass man nicht an eine tägliche Einnahme denken muss", sagt Hausser. Die Anwendung ist einfach und sicher. Erbrechen oder Durchfall haben keinen Einfluss auf die empfängnisverhütende Wirkung. Das spontane Absetzen des Verhütungsmittels ist beim Ring möglich.

Aber: Viele Frauen entscheiden sich für die Verhütung mit dem Ring wegen der eigentlich niedrigeren Hormonbelastung im Körper. Eine dänische Studie, die im Jahr 2012 im British Medical Journal erschienen ist, zeigte jedoch, dass mit Hormonpflaster und Vaginalring das Thromboserisiko etwa doppelt so hoch ist wie mit einer moderneren Levonorgestrel-Mikropille. Einer der Gründe: Der konstante Wirkstoffpegel im Blut ist offenbar ungünstiger als die einmalige höhere Tagesdosis, weil die Hormone mit jeder Zirkulation wieder in die Leber gelangen und Gerinnungsfaktoren anregen können.

Außerdem empfinden manche Frauen oder Paare beim Sex den Ring als störend oder er kann unbemerkt herausrutschen. Und: Diese Verhütungsmethode schützt nicht vor sexuell übertragbaren Krankheiten.

Für wen ist der Vaginalring geeignet?

Für Frauen, die nicht täglich an eine Einnahme denken wollen, regelmäßige Einnahmezeiten nicht einhalten können oder die Pille nicht vertragen. Auch für Frauen, die unter chronischen Magen-Darm-Krankheiten leiden, kommt der Ring in Betracht.

Der Pearl-Index des Vaginalrings liegt zwischen 0,4 und 0,65.

Bei der Spirale unterscheidet man zwischen der Kupferspirale und der Hormonspirale. Beide bestehen aus einem kleinen T-förmigen Kunststoffkörper mit einem Rückholfaden. Die Kupferspirale gibt es auch in anderen Formen. Die Spirale wird vom Arzt in die Gebärmutter eingesetzt und später auch wieder entfernt. Der Unterschied: "Die Hormonspirale gibt täglich geringe Mengen Gestagen direkt in die Gebärmutterschleimhaut ab", sagt Gynäkologe Hausser. Durch die Hormone wird der Gebärmutterhalsschleim verdickt und die Gebärmutterschleimhaut nur unvollständig aufgebaut. Die Hormonspirale wirkt sofort, der Empfängnisschutz besteht bis zu fünf Jahre.

Die Kupferspirale hingegen gibt keine Hormone ab. Einerseits funktioniert sie empfängnisverhütend, indem sie eine befruchtete Eizelle an der Einnistung hindert. Ihr Schaft ist jedoch zusätzlich mit einem Kupferdraht umwickelt, wodurch sie Kupfer-Ionen abgibt. Nach der Vermutung von Experten schädigen diese die Spermien, sodass die Eizelle nicht befruchtet werden kann. Diese Wirkweise ist jedoch nicht sicher belegt. Die Kupferspirale kann je nach Kupfergehalt drei bis fünf Jahre in der Gebärmutter verbleiben. Seit einiger Zeit gibt es auch eine Kupferkette, die jedoch in Funktionsweise, Nebenwirkungen und Sicherheit der Kupferspirale entspricht.

Spirale wird der Gebärmutter angepasst

Bevor der Arzt Ihnen eine Spirale einsetzt – gleich ob Hormon- oder Kupferspirale – wird er Sie gynäkologisch untersuchen. Das ist nötig, um die Form und Größe Ihrer Gebärmutter zu beurteilen. Bei der Kupferspirale wählt der Arzt dann die passende Größe aus, die Hormonspirale gibt es derzeit nur in einer Größe. Eingesetzt wird sie dann während der Monatsblutung – zu dieser Zeit ist der Gebärmutterhalskanal am weitesten. Auch lässt sich so eine frühe Schwangerschaft weitgehend ausschließen. Danach wird ihr Sitz mittels Ultraschall kontrolliert. Wichtig: "Der korrekte Sitz der Spirale sollte in halbjährlichen Abständen vom Arzt überprüft werden", empfiehlt Hausser.

Mögliche Nebenwirkungen der Hormonspirale

Das in der Hormonspirale enthaltene Gestagen wirkt hauptsächlich an der Gebärmutter. Dennoch klagt ein Teil der Frauen, die eine Hormonspirale erhalten haben, vor allem anfangs über Kopfschmerzen, Stimmungsschwankungen, Brustspannen, Gewichtsveränderungen und sexuelle Unlust. Bei manchen Frauen treten auch Hautunreinheiten oder Akne auf.

Vor- und Nachteile der Hormonspirale

Die Hormonspirale ist sehr sicher, Anwendungsfehler sind ausgeschlossen. "Von Vorteil ist außerdem die Tatsache, dass sie die Hormone nicht an den gesamten Körper, sondern nur an ihre unmittelbare Umgebung in der Gebärmutter abgibt", sagt Hausser. Entfernt der Arzt die Spirale, können Sie in der Regel schnell schwanger werden. Durch die Gestagene wird die Monatsblutung schwächer oder bleibt gar ganz aus – viele Frauen empfinden das als angenehmen Nebeneffekt.

Allerdings: In den ersten Monaten der Anwendung kann sich die Regelblutung verstärken oder länger und unregelmäßig auftreten. Bei manchen Frauen passiert es auch, dass die Spirale verrutscht oder vom Körper wieder ausgestoßen wird. Auch kann die Gebärmutter beim Einsetzen verletzt werden. Und: Auch bei dieser Form der Verhütung besteht kein Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten.

Für wen ist die Hormonspirale geeignet?

Die Hormonspirale eignet sich vor allem für Frauen, die langfristig verhüten möchten und/oder deren Familienplanung bereits abgeschlossen ist. Gerade bei jungen Frauen, die noch keine Kinder geboren haben, besteht die Gefahr, dass ihre Gebärmutter noch zu klein für eine Spirale ist. Auch kann das Einsetzen mitunter bei ihnen schmerzhafter sein. Gynäkologen sehen aber in der Verhütungsmethode inzwischen auch eine Option für junge Frauen sowie solche, die noch nicht entbunden haben.

Der Pearl-Index der Hormonspirale beträgt 0,16.

Mögliche Nebenwirkungen der Kupferspirale

Die Kupferspirale kann die Periodenblutung und Regelschmerzen verstärken. Das Risiko einer Eileiterschwangerschaft ist für den Fall einer seltenen Empfängnis leicht erhöht, vor allem im ersten Jahr nach dem Einlegen.

Vor- und Nachteile der Kupferspirale

"Die Kupferspirale gibt keine Hormone ab und greift somit nicht in den Hormonhaushalt und den natürlichen Zyklus der Frau ein", sagt Experte Hausser. Da die Spirale bis zu drei beziehungsweise fünf Jahre in der Gebärmutter bleiben kann, müssen Sie sich in dieser Zeit keine Gedanken um die Verhütung machen. Nach dem Entfernen der Spirale kann sich eine Schwangerschaft schnell einstellen.

Von Nachteil hingegen sind die möglichen Nebenwirkungen (siehe oben) und die Tatsache, dass die Spirale manchmal mit der Regelblutung wieder ausgestoßen werden kann.

Für wen ist die Kupferspirale geeignet?

Die Kupferspirale eignet sich für Frauen, die längerfristig verhüten möchten, die keine hormonellen Verhütungsmittel vertragen oder nehmen, oder deren Familienplanung bereits abgeschlossen ist. Besonders sehr junge Frauen sollten sich ausführlich vom Frauenarzt über die möglichen Verhütungsmethoden beraten lassen.

Der Pearl-Index der Kupferspirale liegt zwischen 0,4 bis 1 bzw. 0,9 bis 3 (siehe Tabelle im Kapitel "Verhütungsmethoden im Überblick"). Wichtig: Sollten Sie trotz Spirale schwanger werden, suchen Sie bitte sofort Ihren Arzt auf. Die Spirale muss in einem solchen Fall entfernt werden.

"Das Verhütungspflaster wirkt genau wie die Mikropille", sagt Hausser. Die Anwendung ist jedoch komplett anders: Das Pflaster wird am ersten Tag der Monatsblutung auf eine saubere, trockene und gesunde Hautstelle des Körpers aufgeklebt – etwa auf die obere Gesäßhälfte, den Bauch oder den Oberarm. Damit das Pflaster gut haftet, achten Sie darauf, dass es nicht mit Cremes, Lotionen, Make-up oder anderen Kosmetika in Berührung kommt. Drücken Sie das Pflaster gut an und überprüfen Sie täglich, ob es noch gut sitzt.

Hormonpflaster wöchentlich erneuern

Das Pflaster wird nun insgesamt drei Wochen getragen, wobei es einmal pro Woche jeweils am gleichen Tag erneuert wird. Kleben Sie das neue Pflaster stets an eine andere Stelle, etwa an die andere Seite des Bauches oder den anderen Arm. Und: Tragen Sie bitte immer nur ein Pflaster. Nach drei Wochen folgt eine siebentägige pflasterfreie Zeit, in der es zur Abbruchblutung kommt.

Das Pflaster gibt täglich eine relativ konstante Menge an Hormonen ab, die über die Haut in die Blutbahn gelangen. Die Hormone verhindern den Eisprung, verdicken die Gebärmutterhalsschleimhaut, so dass keine Spermien eindringen können, und verändern den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut so, dass sich keine befruchtete Eizelle einnisten kann. Sollten Sie einmal vergessen haben, das Pflaster zu wechseln, können Sie dies innerhalb von 24 Stunden nachholen.

Nebenwirkungen des Verhütungspflasters

Durch das Pflaster kann es unter Umständen zu Hautreizungen und -irritationen kommen. Außerdem sind Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Stimmungsschwankungen, Gewichtsveränderungen, Übelkeit und Brustspannen möglich.

Vor- und Nachteile des Verhütungspflasters

Die Vorteile des Pflasters sind seine einfache Anwendung und die Sicherheit. Auch Erbrechen oder Durchfall beeinträchtigt nicht die empfängnisverhütende Wirkung des Pflasters.

Aber: Auch das Thromboserisiko ist erhöht – es ist sogar etwa doppelt so hoch wie bei modernen Levonorgestrel-Mikropillen. Dies zeigte eine dänische Studie, die im Jahr 2012 im British Medical Journal erschienen ist. Einer der Gründe: Der konstante Wirkstoffpegel im Blut regt offenbar die Gerinnungsfaktoren in der Leber an. Nachteilig ist außerdem, dass das Pflaster unter Umständen sichtbar ist und wegen der Gefahr von Hautirritationen stets an eine andere Stelle geklebt werden muss.

Für wen ist das Verhütungspflaster geeignet?

Für Frauen mit Magen-Darm-Beschwerden oder Frauen, die nicht täglich an die Einnahme denken wollen.

Die Sicherheit des Pflasters wird mit einem Pearl-Index von 0,72 bis 0,9 angegeben. "Frauen, die mehr als 90 Kilogramm wiegen, wird das Pflaster allerdings nicht empfohlen", schränkt Experte Hausser ein.

Das Verhütungsstäbchen hat eine Länge von 4 Zentimetern und ist 2 Millimeter breit. "Es wird vom Arzt in einem kleinen chirurgischen Eingriff an der Innenseite des Oberarms unter die Haut gepflanzt und bleibt dort für maximal drei Jahre", erklärt Hausser. Das Stäbchen gibt dann über drei Jahre hinweg kontinuierlich geringe Mengen Gestagen ab.

Hat der Arzt das Stäbchen entnommen, ist die Fruchtbarkeit meist relativ schnell wieder hergestellt.

Nebenwirkungen des Verhütungsstäbchens

"Unerwünschte Nebenwirkungen können etwa Hautunreinheiten und Blutungsstörungen sein", sagt Hausser. Auch Stimmungsschwankungen, Haarausfall und eine Gewichtszunahme können auftreten.

Vor- und Nachteile des Verhütungsstäbchens

Das Risiko eines Anwendefehlers ist sehr gering, da nicht auf eine regelmäßige Einnahme oder korrekte Anwendung geachtet werden muss, wie es bei anderen Verhütungsmitteln der Fall ist. Durchfall und Erbrechen beeinträchtigen die Wirkung nicht. Die monatlichen Blutungen werden bei manchen Frauen abgeschwächt oder bleiben gar ganz aus – bei anderen werden sie jedoch stärker. Auch Zyklusbeschwerden nehmen häufig ab.

Für wen ist das Verhütungsstäbchen geeignet?

"Das Verhütungsstäbchen eignet sich für Frauen, die langfristig verhüten möchten oder deren Familienplanung bereits abgeschlossen ist". Infrage kommt es auch für Frauen, die keine östrogenhaltigen Präparate vertragen.

Die Drei-Monats-Spritze gehört wie die Pille zu den hormonellen Verhütungsmethoden. "Im Gegensatz zur Mikropille enthält sie jedoch nur Gestagen und kein Östrogen", erklärt Experte Hausser. Somit fallen die mit dem Östrogen verbundenen möglichen Nebenwirkungen weg. Wegen der hohen einmaligen Hormondosis eignet sich die Spritze jedoch eigentlich nur für Frauen, die andere Verhütungsmethoden nicht vertragen oder die Pille nicht einnehmen können.

Das Verhütungsmittel wird vom Frauenarzt zum Beispiel alle drei Monate in den Oberarm- oder Gesäßmuskel injiziert. Von dort gelangen die Hormone über das Blut zu den Wirkorten. Die Drei-Monats-Spritze funktioniert ähnlich wie die Pille auf dreierlei Weise: Der Eisprung wird unterdrückt, der verdickte Zervixschleim versperrt den Spermien den Weg in die Gebärmutter, und der verringerte Aufbau der Gebärmutterschleimhaut hindert eine befruchtete Eizelle daran, sich in der Gebärmutter einzunisten.

Nebenwirkungen der Drei-Monats-Spritze

Bei Frauen, die mit der Drei-Monats-Spritze – eine Langzeitmethode – verhüten, können Schmier- oder Zwischenblutungen auftreten. Auch Zyklusstörungen, Stimmungsschwankungen, Akne und Gewichtszunahme sind mögliche Nebenwirkungen. Die Spritze ist zwar östrogenfrei, unterdrückt aber das körpereigene Östrogen, daher sind die Spiegel niedrig. Frauen, die diese Verhütungsmethode sehr lange anwenden, haben aufgrund des fehlenden Östrogens ein erhöhtes Osteoporose-Risiko. Denn das Hormon ist maßgeblich am Knochenstoffwechsel beteiligt.

Vor- und Nachteile der Drei-Monats-Spritze

"Vorteile sind die hohe Sicherheit und die einfache Anwendung", sagt Hausser. Da man nicht jeden Tag daran denken muss, rechtzeitig etwas einzunehmen, ist das Risiko von Anwendungsfehlern sehr gering. Zudem beeinträchtigen Probleme wie Erbrechen oder Durchfall nicht den Empfängnisschutz. Oftmals empfinden Frauen es auch als angenehm, dass die monatlichen Blutungen schwächer werden oder sogar ganz ausbleiben.

Ein Manko der Spritze ist jedoch, dass ein spontanes Absetzen nicht möglich ist. Und: Es kann nach dem Absetzen ein halbes Jahr oder länger dauern, bis sich der natürliche Zyklus wieder eingependelt hat und regelmäßig ein Eisprung stattfindet, sodass eine Schwangerschaft möglich ist. "Daher rate ich Frauen unbedingt davon ab, die Drei-Monats-Spritze nur mal kurz auszuprobieren", warnt Hausser. Auch besteht bei dieser Form der Verhütung kein Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten.

Für wen ist die Drei-Monats-Spritze geeignet?

"Die Drei-Monats-Spritze ist geeignet für Frauen, die eine Langzeitverhütung wünschen und bei denen in naher Zukunft kein Kinderwunsch besteht – oder die ihre Familienplanung bereits abgeschlossen haben", so der Experte. Auch für Frauen mit chronischen Magen-Darm-Problemen kann die Spritze eine Lösung sein.

Der Pearl-Index der Drei-Monats-Spritze liegt zwischen 0,2 und 1,4.

Das Kondom ist nach der Pille das beliebteste Verhütungsmittel – nicht umsonst: Denn im Gegensatz zu allen übrigen Verhütungsmethoden schützt es vor der Übertragung von Geschlechtskrankheiten und zugleich vor einer ungewollten Schwangerschaft.

Dass der Pearl-Index des Kondoms zwischen 2 und 12 liegt, hängt vor allem mit einer falschen Handhabung zusammen. Das System ist einfach, erfordert jedoch anfangs etwas Übung.

Anwendung des Kondoms

Folgendes sollten Sie bei der Verwendung eines Kondoms unbedingt beachten:

  • Beachten Sie das auf der Verpackung angegebene Verfallsdatum und lagern Sie das Kondom an einem lichtgeschützten, kühlen Ort. Sonneneinstrahlung, Hitze, Fett und gewöhnliches Öl machen das Material porös.
  • Nehmen Sie das Kondom vorsichtig aus der Verpackung. Verwenden Sie dabei keine spitzen Fingernägel oder andere spitze oder scharfe Gegenstände.
  • Nehmen Sie das Kondom vorsichtig am Reservoir – dem kleinen Zipfel an der Spitze – heraus, drücken Sie die Luft heraus, setzen Sie es am Penisschaft an und rollen Sie es vorsichtig mit der Innenseite nach unten über den Penis ab. Achten Sie darauf, dass keine Luftbläschen entstehen.
  • Sollten Sie das Kondom versehentlich falsch herum abgerollt haben (also mit der Außenseite nach innen), nehmen Sie bitte ein neues. Es könnte sich nämlich bereits Samenflüssigkeit daran befinden.
  • Nach dem Samenerguss sollte der Penis aus der Scheide gezogen werden, bevor er erschlafft. Das Kondom könnte sonst rutschen und sich in die Scheide entleeren. Halten Sie beim Herausziehen das Kondom am Schaft fest, damit es nicht abrutscht. Entsorgen Sie es im Abfalleimer und nicht in der Toilette

Vor- und Nachteile des Kondoms

"Der größte Vorteil des Kondoms ist natürlich der Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten", sagt Hausser. Es ist frei von Nebenwirkungen und rezeptfrei in den Apotheken zu bekommen.

Nachteilig hingegen ist, dass es bei inkorrekter Handhabung zu einer Schwangerschaft kommen kann. Auch Latexunverträglichkeiten können auftreten. Doch selbst in einem solchen Fall muss nicht auf Kondome verzichtet werden: In Apotheken sind spezielle Kondome aus Polyurethan erhältlich. Sie sind auch für Allergiker geeignet.

Für wen sind Kondome geeignet?

"Da nur das Kondom vor HIV und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten schützt, empfehle ich es jedem!", sagt Hausser. Besonders für Menschen, die einen neuen Partner haben oder ihre Partner häufig wechseln, sollte das Kondom eine Selbstverständlichkeit sein. Auch als zusätzliche Verhütungsmaßnahme – weil beispielsweise die Einnahme der Pille vergessen wurde – ist ein Kondom zu empfehlen.

Ein Muss sind Kondome für Menschen, die das HI-Virus in sich tragen oder die mit Hepatitis B infiziert sind.

Das Diaphragma – auch Pessar genannt – ist ein kleines Latexhütchen mit einem flexiblen Drahtring außenherum. Für seine Sicherheit sind die richtige Größe und Anwendung ausschlaggebend. Deshalb muss das Diaphragma auch richtig angepasst und die Größe alle zwei bis drei Jahre überprüft werden. Das gilt auch nach Geburten oder falls Sie mehr als fünf Kilogramm zu- oder abnehmen. Das Diaphragma gibt es in neun verschiedenen Größen. Die Ausgangsuntersuchung führt der Frauenarzt durch. Die Anpassung des Diaphragmas kann er ebenfalls vornehmen oder auch eine Fachkraft in einem Familienberatungszentrum. Für Frauen, die eine Latexallergie haben, gibt es auch Modelle aus Silikon.

Anwendung des Diaphragmas

Das Diaphragma wird maximal zwei Stunden vor dem Geschlechtsverkehr in die Scheide eingeführt und über den Muttermund gestülpt – es muss den Muttermund komplett bedecken. Indem es den Zugang zur Gebärmutter versperrt, können die Spermien nicht eindringen und die Eizelle befruchten. Den richtigen Sitz des Diaphragmas überprüfen Sie so: Können Sie den Muttermund durch die Gummihaut des Diaphragmas tasten, dann sitzt es richtig. Die Sicherheit dieser Verhütungsmethode wird erhöht, wenn Sie das Diaphragma vorher zum Beispiel noch mit einem speziellen Gel oder einer Creme einreiben, um die Spermien zu hemmen. Empfohlen wird, das Diaphragma nur zusammen mit einem solchen Mittel zu benutzen.

Diaphragma mit Wasser und Seife reinigen

Nach dem Sex sollten Sie es frühestens nach acht und spätestens nach 24 Stunden wieder entfernen. Danach reinigen Sie es mit Wasser und Seife und trocknen es gründlich ab. So ist es normalerweise ein bis zwei Jahre haltbar.

Der Pearl-Index des Diaphragmas bewegt sich zwischen 1 und 20. Sie und Ihr Frauenarzt sollten es regelmäßig auf seine Unversehrtheit überprüfen: Entdecken Sie kleine Risse oder Löcher, tauschen Sie das alte Diaphragma bitte durch ein neues aus.

Vor- und Nachteile des Diaphragmas

Diese Verhütungsmethode funktioniert ohne Hormone und ist einfach in der Anwendung. Zudem ist sie nicht dauerhaft und wird nur bei Bedarf angewendet. Seine Zuverlässigkeit ist jedoch von der passenden Größe und dem exakten Sitz abhängig. Die sexuelle Spontaneität ist eingeschränkt.

Mögliche Nebenwirkungen des Diaphragmas

Verbleibt das Diaphragma länger als 24 Stunden in der Scheide, kann es zu verstärktem Ausfluss und Scheidenentzündungen kommen. Manche Frauen werden durch die Verwendung des Diaphragmas auch anfälliger für Blasenentzündungen.

Für wen ist das Diaphragma geeignet?

Für Frauen, die nicht dauerhaft verhüten möchten oder nur selten Geschlechtsverkehr haben, oder die keine hormonellen Verhütungsmittel verwenden wollen.

Die Verhütungskappe (Portiokappe)

Auch die Verhütungskappe wird in die Scheide eingeführt und über den Muttermund gestülpt. Sie ist asymmetrisch geformt, hat am Rand eine Vertiefung und besteht aus Silikon. Am Muttermund schmiegt sie sich an das umgebende Gewebe und schirmt die Gebärmutter so von Samenzellen ab, die in die Scheide gelangen. Ob die Verhütungskappe richtig sitzt, können Sie durch Tasten erkennen. Dies übt vor dem ersten Gebrauch der Frauenarzt mit Ihnen ein.

Eine ausreichende Sicherheit bekommt die Verhütungskappe jedoch nur, wenn sie zum Beispiel zusammen mit einem Verhütungsgel oder einer Creme angewendet wird, um die Spermien zu lähmen (siehe Kapitel "Chemische Verhütungsmittel"). Das Mittel wird auf die Innenseite der Wölbung aufgetragen, zum Muttermund hin. Außerdem gehört es auf den Rand und in die Vertiefung, die nach außen zeigt. Zum Herausziehen hat die Kappe eine Lasche. Es gibt sie in drei Größen: Eine kleine für Frauen, die noch nicht schwanger waren, eine mittlere für Frauen, die eine Fehlgeburt oder einen Kaiserschnitt hatten und eine große für Frauen, die schon einmal entbunden haben.

Vor- und Nachteile der Verhütungskappe

Die Verhütungskappe hat den Vorteil, dass sie frei von Hormonen ist und den natürlichen Zyklus nicht beeinflusst. Sie kann bis zu 48 Stunden im Körper bleiben – deutlich länger als das Diaphragma. Ebenso wie letzteres sollte sie die Frau jedoch nicht länger als zwei Stunden vor dem Geschlechtsverkehr einsetzen. Wichtig ist aber, zusätzlich Wirkdauer und Anwendungsempfehlung der Verhütungscreme oder des Gels zu beachten.

Nachteile: Die Verhütungskappe kann beim Sex verrutschen, wenn sie nicht richtig passt. Dann ist die Sicherheit beeinträchtigt. Zwar spürt der Partner die Kappe beim Geschlechtsverkehr in der Regel nicht. Allerdings können Nebenwirkungen der Verhütungscreme auftreten, zum Beispiel Brennen, allergische Reaktionen oder andere Unverträglichkeitszeichen.

Pearl-Index: sehr unterschiedliche Werte

Chemische Verhütungsmittel gibt es inzwischen hauptsächlich noch in Form von Schaumzäpfchen (Ovula) oder bestimmten Cremes. Sie enthalten Substanzen, die die Spermien abtöten oder bewegungsunfähig machen. Weil die Ovula sich in der Scheide in einen zähen Schleim verwandeln, sollen die Spermien außerdem daran gehindert werden, den Muttermund zu passieren.

Chemische Verhütungsmittel unsicher

Alleine angewandt sind chemische Verhütungsmittel allerdings sehr unsicher. "Um eine ungewollte Schwangerschaft zu verhindern, sollten sie daher nur in Kombination mit mechanischen Verhütungsmitteln – etwa dem Diaphragma oder Kondom – verwendet werden", empfiehlt Gynäkologe Hausser. Achtung: Greifen Sie in diesem Fall nur auf Produkte zurück, die auch mit anderen Verhütungsmitteln benutzt werden dürfen. Produkte, die Öl und Fett beinhalten, greifen das Latex von Kondom und Diaphragma an – Spermien können sich ihren Weg hindurch bahnen.

Erst kurz vor dem Sex anwenden

Das Mittel muss zwanzig Minuten vor dem Sex tief in die Scheide eingeführt und vor dem Muttermund platziert werden. Es wirkt maximal eine Stunde und nur für einen Samenerguss. Der Pearl-Index liegt zwischen 3 und 21. Verwenden Sie also keine zusätzlichen Verhütungsmittel, ist eine Schwangerschaft wahrscheinlich. Außerdem reizen die chemischen Mittel oftmals die Scheidenschleimhaut. Krankheitserreger haben dann leichtes Spiel – eine Entzündung ist die Folge. Außerdem kann es zu allergischen Reaktionen, Brennen und einem unangenehmen Wärmegefühl kommen.