Vier Bindeanleitungen fürs Tragetuch

Statt es im Kinderwagen zu fahren, tragen einige Eltern ihr Baby in einem Tragetuch ganz nah bei sich. Doch dabei ist die richtige Bindetechnik entscheidend. Wir zeigen vier Anleitungen

von Anja Kopf, aktualisiert am 10.10.2017

Intensiver und beruhigender Körperkontakt einerseits und Bewegungsfreiheit andererseits: Ein Tragetuch birgt für Eltern und Kind viele Vorteile. Genau wie bei einer Tragehilfe kommt es beim Tragetuch auf die richtige Haltung des Babys an – und zusätzlich auf eine geeignete Bindetechnik. Letztere sollte unbedingt dem Entwicklungsstand des Kindes entsprechen.

Vorne oder hinten tragen? Entwicklungsstand des Babys entscheidend

Tragevarianten vor der Brust wie beispielsweise die Wickelkreuztrage oder die Kängurutrage (siehe Unterkapitel) gehen meist von Geburt an, denn sie stützen das Köpfchen des Neugeborenen. Für die von uns beschriebene Kreuztrage sollte das Baby etwa vier Monate alt sein, damit die für diesen Sitz notwendige Rückenmuskulatur ausgeprägter und das Köpfchen stabiler ist. Wer sein Kind mit der Rucksacktrage auf dem Rücken tragen möchte, sollte am besten bis zum fünften Monat warten. Denn dafür muss der Säugling in der Lage sein, den Kopf bereits selbstständig zu halten.

Eltern sollten bei allen Wickeltechniken unbedingt darauf achten, dass das Baby einen guten Halt hat, insbesondere sein Köpfchen. Bei Unklarheiten am besten die Meinung des Kinderarztes einholen. Tragetuch-Neulinge können sich von Experten wie einer Hebamme die Bindetechniken zeigen lassen oder sie zunächst mit einem Stofftier üben.

Kleine Knotenkunde

Bei allen Wickeltechniken empfiehlt sich der Weberknoten, besser bekannt als Doppelknoten. Hier müssen die Stoffenden unbedingt links über rechts und dann rechts über links beziehungsweise jeweils umgekehrt gebunden werden, sodass der Knoten rutschsicher und stabil ist.

Die Wickelkreuztrage ist eine Möglichkeit für alle Kinder, die nicht oder nicht mehr liegend getragen werden möchten. Denn zwei diagonal und eine quer verlaufende Stoffbahn stützen Rücken und Kopf und halten das Baby ganz eng am Körper der Mutter.

Bei dieser Bindetechnik wird das Kind direkt mit dem Tuch vor die Brust gebunden. Der Vorteil: Wenn das Baby im Tuch eingeschlafen ist, können Sie es bequem in sein Bettchen legen.

Für die Kreuztrage muss das Köpfchen des Kindes schon etwas stabiler sein. Sie wird zunächst ohne den Säugling gebunden – Sie können das Tuch also auch umgebunden lassen, wenn Sie das Kleine herausnehmen.

Vor Mamas Brust ist es zwar schön kuschelig, aber wenn das Baby älter wird, möchte es auch was von seiner Umgebung sehen. Dafür ist die Rucksacktrage ideal. Zudem ist das Kind für die Mutter so leichter zu tragen. Wichtige Voraussetzung: Das Baby muss über eine gute Kopfkontrolle verfügen.