Warzen bei Kindern: Was hilft?

Wie wird das Kind nur die Warzen los? Wenn Geduld nicht weiterhilft, ist es Zeit für eine punktgenaue Abwehr

von Sabine Hoffmann, aktualisiert am 09.01.2018

Manche sehen aus wie ein Mini-Blumenkohl, andere ähneln einem winzigen Leberfleck oder haben in der Mitte eine Delle: Warzen sind seltsame Gewächse und leider gerade bei Kindern weit verbreitet. Fünf bis zehn Prozent aller Vier- bis Sechsjährigen haben sie. "Kinder trifft es besonders häufig, weil ihr Immunsystem noch nicht so gut entwickelt und ihre Haut empfind­licher ist als bei Erwachsenen", sagt Peter Vogt, Apotheker aus Duisburg.

Diese Warzen sind bei Kindern typisch

Sogenannte vulgäre Warzen machen etwa 70 Prozent der Hautwucherungen aus und sind sozusagen der Blumenkohl im Warzengarten: Sie sehen aus wie schuppige Beulen, bilden sich meist an Fingern, Händen, Fußsohlen oder im Gesicht. Die kleinen Wucherungen werden durch Humane Papilloma­viren (HPV) hervorgerufen. "Die Erreger verbreiten sich durch Schmierinfektionen, also durch Körperkontakt", erklärt Vogt.

Dornwarzen werden ebenfalls durch HPV verursacht, sind flach bis leicht gewölbt und als Kreis mit dunklen Pünktchen erkennbar. Sie wachsen an den Fußsohlen, bilden dort lange, spitze Stiele, die wie Dornen tief in die Haut hineinragen und beim Gehen sehr wehtun können.

Dellwarzen ähneln Pickeln, sind hautfarben bis leicht rötlich und haben in der Mitte eine Delle. Oft übersäen sie ganze Hautpartien im Gesicht, an Hals, Armen und Beinen. "Dellwarzen werden von einem harmlosen Pockenvirus hervorgerufen", sagt Vogt und warnt: "Keinesfalls ausdrücken, denn die Flüssigkeit enthält hochansteckende Viren!"

Behandlung von Warzen

Solange die Warze nicht stört, empfiehlt Apotheker Vogt, erst mal abzuwarten. Bei fast zwei Dritteln der Kinder verschwinden die lästigen Knubbel innerhalb von zwei Jahren. Wer nicht so viel Geduld aufbringt, kann es mit verschiedenen Behandlungsmethoden probieren – abhängig von der Art der Warze und dem Alter des Kindes. "Gegen alle drei Warzenformen helfen spezielle Tinkturen und Pflaster aus der Apotheke", sagt Vogt. "Die darin enthaltene Salicylsäure weicht die Ober­fläche der Warze auf." Die erweichte Hornschicht lässt sich dann nach und nach entfernen. Der Arzt kann außerdem Mittel verschreiben, die zusätzlich einen virusabtötenden Wirkstoff enthalten. Wichtig: Tinkturen gegen Warzen dürfen nicht auf die gesunde Haut gelangen. Am besten zum Schutz eine fetthaltige Creme um die Warze herum auftragen. In der Regel dauert es vier bis acht Wochen, bis diese verschwindet.

Füße lieber in Latschen stecken

Warzen sind häufig ein Mitbringsel aus dem Schwimmbad. Dort – und in öffentlichen Duschen  oder Saunen – sind Badelatschen deshalb eine gute Vorbeugemaßnahme. Nach dem Baden die Füße gründlich abtrocknen, auch die Zehen­zwischenräume. Die Hände regelmäßig mit Seife waschen. Wenn trotzdem eine Warze gewuchert ist, möglichst nicht anfassen und nicht daran herum­drücken. Hat sich einer aus der Familie eine Dornwarze eingefangen, besser nicht gemeinsam baden oder duschen. Handtücher, Socken und Strümpfe immer bei 60 Grad waschen, damit sich nicht alle Familien­­mitglieder anstecken.

Mit Stickstoff und Laser

Ist die Warze sehr hartnäckig oder schmerzt sie beim Gehen, rät Vogt, den Hautarzt auf­zusuchen. Er kann sie vereisen, lasern oder chirurgisch entfernen. Zum Glück ist das oft nicht notwendig. Die meisten Warzen verschwinden von alleine, sobald sich das Immunsystem wieder erholt hat.

Was auch noch hilft …

Schneller als Pflaster und Tinkturen wirken Vereisungssprays aus der Apotheke. Die Warze wird einige Sekunden lang mit einem Flüssiggas-Gemisch behan­delt und so das Warzengewebe zerstört. "Das kann etwas brennen", sagt Apotheker Vogt. Meist sind nur zwei, drei Behandlungen nötig.