Babykleidung: Was passt bei welchem Wetter?

So oft wie möglich sollten Eltern mit ihrem Baby an die frische Luft. Doch wie warm muss das Kind eingepackt sein? Wir haben Tipps für verschiedene Wetterlagen

von Barbara Weichs und Annett Zündorf, aktualisiert am 03.02.2020

Zu heiß, zu kalt, die Sonne blendet – Babys können noch nicht so einfach mitteilen, wenn ihre Kleidung nicht dem Wetter entspricht. Deshalb wollen viele Eltern genau wissen, wie sie ihr Kleines bei Hitze, kühlem Wind oder Regen anziehen sollen, wenn sie mit ihm nach draußen gehen. Denn frische Luft ist für das Baby wichtig. Wir haben Tipps für jede Wetterlage.

Immer wieder Temperatur kontrollieren

Auch Babys haben schon ein unterschiedliches Wärmebedürfnis. Überprüfen Sie daher unterwegs immer wieder am Nacken, ob es dem Baby zu warm ist. Fühlt er sich trocken und warm an, ist alles in Ordnung. Ist er feucht, ist dem Kind zu warm. Dann ein Teil ausziehen und nach kurzer Zeit Temperatur wieder kontrollieren.

Kalte Hände sind kein Anzeichen dafür, dass ein Baby friert, kalte ­Füße oder kühle Haut am Nacken schon. Außerdem wird seine Haut im Gesicht oft sehr blass. Manche Babys werden unruhig, wenn sie frieren. Ziehen Sie ihm dann am besten ein Kleidungsstück über oder gehen sie nach drinnen. Nach einigen Minuten wieder überprüfen, ob es dem Kind jetzt besser geht.

Als Faustregel gilt: Ziehen Sie dem Baby immer ein Teil Kleidung mehr an, als Sie selbst tragen.

Welche Kleidung bei welchem Wetter passend ist, zeigt unsere Bildergalerie.

Auf Babyköpfe gehört immer ein Mützchen. Echt jetzt?

Selbst bei schönstem Wetter kühlen Babys schnell aus. Je jünger das ­Kleine, umso wichtiger die richtige Kopfbedeckung. Neugeborene können die Temperatur ihres Körpers noch nicht so gut selbst regulieren. "Das gelingt erst mit etwa drei Monaten", erklärt Familienhebamme ­Corina Meding aus Jena. Dazu kommen die ungünstigen Körperproportionen. Der niedliche Kopf ist im Verhältnis zum Körper zu groß. "Über ihn wird viel ­Wärme abgegeben", erklärt Dr. Volker Klimpel, Chef­arzt der Klinik für Kinder- und Jugendheilkunde am Sana-­Hanse-Klinikum in Wismar. Daher sollten Babys draußen immer eine Mütze tragen. "Sie schützt nicht nur vor ­Kälte, sondern auch vor Sonne und Wind", sagt er. Auch wenn’s nicht wissenschaftlich er­­wiesen ist: "Meine praktische Erfahrung zeigt, dass Mützenkinder sel­tener Ohren­infektionen haben", meint der Kinderarzt.

Wie lange Erstlingshäubchen?

Sogenannte Erstlingsmützen schützen Kopf und Ohren. Wichtig ist die richtige Größe: "Sie wird als Kopfumfang oder in Monaten angegeben", erklärt Corinna Meding. Die Mützchen sollten immer gut passen, damit sie nicht verrutschen. Für den Winterspaziergang wählen Eltern eine ­dickere Mütze, darüber ­einen Anzug mit Kapuze aus Wollwalk oder Fleece oder gar einen Schneeanzug. Aber: "Ist es zu kalt, gehören Babys im ersten Vierteljahr in die Wohnung. Ab minus fünf Grad wird die Luft zu trocken", erklärt die Hebamme.

Mit drei Monaten können fesche Beanies oder Schlauchmützen, die gleichzeitig Hals und Nacken wärmen, auf den Kopf. Hier heißt es ausprobieren. Bommeln und dicke ­Bändchen sind ungünstig, lustige Öhrchen hingegen meist unproblematisch.

Wolle, Fleece oder Baumwolle?

Babymützchen gibt es in den verschiedensten Materialien. Ihr Augenmerk legen Eltern bei der Auswahl vor allem auf eins: "Ganz wichtig sind schadstofffreie Stoffe", sagt Dr. Jan Beringer, Chemiker beim Textil­institut Hohenstein. Das Label ­OEKO-TEX® STANDARD 100 etwa weist aus, dass die Babykleidung strenge Grenzwerte für Pestizide und andere Schadstoffe erfüllt. "Bei der Herstellung von Stoff werden allerdings immer Chemikalien verwendet. Deswegen sollte man alle Sachen vor dem ersten Tragen entsprechend der Pflegekennzeichnung einmal ­waschen", rät Jan Beringer.

Glatte Baumwolle eignet sich für ­Babys ab drei Monaten bei heißen Temperaturen. Die Mützen bedecken häufig auch den Nacken, so dass er vor starker Sonne geschützt ist.
Jersey aus Baumwolle, der typische T-Shirt-Stoff, ist eine Maschenware. Er braucht keinen Elasthan-Anteil, um elastisch zu sein. Dünne Jersey­mützen eignen sich gut bei noch warmem Wetter.

Fleece aus Polyester "bietet eine unübertroffene Wärme­isolation", sagt Experte Jan Beringer. Schon die ­dünne Variante wärmt das Köpfchen gut, dickerer Fleece hält auch größerer Kälte stand.

Wolle vom Schaf kratzt normaler­weise, was die Haut empfindlich macht. Angenehmer zu tragen sind Mützchen aus kuschelweicher Merinowolle. Falls die Mütze mal gewaschen werden muss, funk­tioniert das pro­blemlos mit Wollwaschmittel.