Kleinkinder auf Entdeckungstour

Das Kleinkindalter hält viele Überraschungen parat: Laufen lernen, Windeln ablegen und den ganzen Tag plappern. Der Nachwuchs wird jetzt immer selbstständiger

von Sandra Schmid, 07.10.2014

Kleinkinder entwickeln ständig neue Fähigkeiten


Offiziell wird aus Ihrem Säugling ein Kleinkind, wenn es seinen ersten Geburtstag gefeiert hat und verlässt dieses Stadium wieder, wenn es drei Jahre alt wird. In diesen beiden Jahren scheint der Grundsatz der lieben Kleinen zu sein: Wie halte ich Mama und Papa möglichst 24 Stunden am Tag auf Trab?

Motorik und Sprache

Zuerst noch recht wackelig, dann immer stabiler, am Ende richtig flink – so wieseln die Kleinen stets selbständiger durch das Leben. Treppen erklimmen, kleine Hügel hinunterlaufen und auf Stühle klettern sind bald kein Problem mehr. Die motorischen Fähigkeiten der Kleinkinder entwickeln sich in diesen zwei Jahren enorm: Sie lernen mit Besteck zu essen, einen Fußball zu kicken, zu kraxeln, zu wippen, zu tanzen.

Sie sind regelrechte Energiebündel, die einen scheinbar unstillbaren Bewegungsdrang haben. Aber auch feinmotorisch tut sich jede Menge: Dinge anfassen, Stoffe fühlen, Gegenstände packen – die Sprösslinge sind mit vollem Eifer dabei ihre ersten Malversuche zu starten, Türme zu bauen, Knöpfe zu öffnen und Schuhe anzuziehen. Auch im Haushalt – Tisch decken, abspülen, aufräumen – wollen sie jetzt immer mehr behilflich sein und damit ihre Selbständigkeit unter Beweis stellen.

Vom gestammelten "Mama" bis hin zum ganzen Satz: Sprachlich ist die Kleinkindphase eine entscheidende. Auch wenn es natürlich individuelle Unterschiede gibt, kann man doch davon ausgehen, dass die meisten Kinder am Ende des Kleinkindalters schon recht gut sprechen können. Für die Eltern bedeutet das gerade in diesem Stadium: Reden Sie so viel wie möglich mit Ihren Kindern. Lesen Sie ihnen vor. Erklären Sie ihnen sprachliche Eigenheiten. Die Grundlagen für Sprachverständnis und Kommunikation werden jetzt gelegt.

Entwicklung und Erziehung

Je selbständiger die kleinen Wesen werden, umso dickköpfiger werden sie auch. Plötzlich hat das Wörtchen "Ich" eine ganz neue (und vor allem entscheidende) Bedeutung. In Kombination mit dem anderen Wörtchen "will", kann das für die Eltern zu Nerven aufreibenden Nachmittagen führen. Die Entdeckung des "Neins" tut sein Übriges. Zum Trost sei gesagt: Sowohl "Ich will"-Attacken als auch Trotzphasen sind ein ganz typischer und zugleich normaler Entwicklungsschritt im Leben eines zweijährigen Kindes. Das Bewusstsein, viele neue Dinge zu können – aber dann doch irgendwie noch nicht so richtig – kann die Kleinen bisweilen richtig wütend machen.

Gerade in diesen Phasen ist es die Aufgabe der Eltern, Grenzen zu ziehen, auch Verbote auszusprechen, kurz: zu erziehen. Das Aufeinanderprallen des entstehenden eigenen Willens des Kindes und den von den Erwachsenen eingesetzten Einschränkungen macht diese Zeit nicht ganz problemlos – für beide Parteien. Und gerade deswegen ist diese Auseinandersetzung auch so wichtig, denn nur in diesem Austarieren von unbedingtem Wollen und gesetztem Widerstand lernen Kinder ihren Handlungsspielraum und soziale Verhaltensregeln kennen, können sich zukünftig orientieren und erhalten dadurch Stabilität für ihr Leben.

Gesundheit

Auch im Kleinkindalter stehen wieder einige Untersuchungen beim Kinderarzt an – namentlich die U7 und die U7a. Die U7 ("Zweijahresuntersuchung") widmet sich vor allem der Sprachentwicklung. Bei der U7a (zwischen 34. und 36. Monat) werden ebenfalls die Sprache, aber auch das soziale Verhalten sowie der komplette Bewegungsapparat unter die Lupe genommen.

Windel ade!

Und noch ein Schritt steht bevor: Der Abschied von der Windel. Auch das ist ein Reifungsprozess, der nicht von heute auf morgen passiert und vor allem individuell ganz unterschiedlich sein kann. Kinder nehmen irgendwann im Kleinkindalter Harndrang und einen vollen Darm wahr. Nun müssen sie erst lernen, darauf zu reagieren. Vom Interesse am Töpfchen bis hin zur windelfreien Nacht ist es ein langer Weg. Also: Geben Sie sich und Ihrem Kind die Zeit, die es braucht.


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