Stillhütchen: Was Sie beachten sollten

Wenn das Stillen nicht klappt, können Stillhütchen manchmal helfen. Wie Sie sie richtig anwenden, erklärt eine Stillberaterin

von Annett Zündorf, 28.07.2015

Wenn das Stillen nicht auf Anhieb klappt, können Stillhütchen helfen


Probleme beim Stillen können für Mutter und Kind sehr kräftezehrend sein. Manche Babys schaffen es nicht, richtig und ausdauernd zu saugen. Oder sie bekommen die Brustwarze nicht richtig zu fassen oder können sie nicht halten. Das ist frustrierend für den Säugling und für die Mutter: Das Baby wird nicht satt, die Mutter bekommt dazu vielleicht noch wunde Brustwarzen.

Stillhütchen machen es dem Kind leichter, die Brustwarze zu fassen und können die Brust davor bewahren, wund zu werden. Zur Behandlung wunder Brustwarzen sind Stillhütchen in der Regel nicht hilfreich, da sie die Ursache nicht beseitigen können. Wer sie dennoch vorübergehend einsetzt, sollte sie richtig anwenden.

Kleine Stillhelfer

Stillhütchen sind Aufsätze aus transparentem Silikon für die Brustwarze. Manchmal werden sie auch Brusthütchen genannt. Es gibt sie in verschiedenen Größen – zum Beispiel in Apotheken oder Drogerien. Sie werden meist nicht von den Krankenkassen bezahlt. Viele Babys trinken nur für kurze Zeit mit Stillhütchen, später klappt es ohne. Aber es gibt auch Kinder, die immer so trinken. Die Hamburger Still- und Laktationsberaterin (IBCLC) Sabine Roßnick erklärt, wie Mütter die Hütchen richtig einsetzen.

So wenden Sie Stillhütchen richtig an

  • Das Hütchen muss genau auf die Brustwarze passen. Es soll nicht zu locker, aber auch nicht zu fest sitzen. Ist ein Stillhütchen zu klein, kaut das Baby nur auf der Spitze der Brustwarze herum, diese wird wund. "Das Stillen sollte nicht schmerzen", sagt Stillberaterin Roßnick. "Die Größe des Brusthütchens muss unbedingt individuell passend sein."
  • Beim Stillen sollte auch mit Hütchen möglichst viel Gewebe im Mund des Kindes verschwinden. Die Lippen des Babys liegen auf dem Rand des Hütchens.
  • Trinken Babys mit Stillhütchen, ist es wichtig, die Brust von Anfang an gut zu stimulieren, damit dauerhaft genug Milch gebildet wird.
  • Mütter können auch immer wieder mal versuchen, auf die Hütchen zu verzichten. Wenn das Baby etwas größer ist, klappt das Stillen oftmals ohne die Hilfe.
  • Neue Stillhütchen müssen vor dem ersten Stillen ausgekocht werden – und dann alle 24 Stunden einmal. Nach dem Stillen reicht es, sie unter fließendem warmen Wasser gründlich abzuspülen. Sehen sie abgekaut aus oder verfärben sie sich milchig, bitte austauschen.

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