Stillen macht Haarausfall und andere Milchmärchen

Wenn es um das Stillen geht, tauchen gerade bei frischgebackenen Müttern viele Fragen auf. Unter die Antworten mischen sich dabei manchmal auch Halbwahrheiten. Wir entzaubern vier Milchmärchen

von Julia Schulters, 28.08.2018
Mutter mit Baby auf dem Arm

Wahr ist: Stillen fördert eine besonders enge Bindung zwischen Mutter und Kind


Stillen macht einen Hängebusen!

Falsch! Nicht das Stillen, sondern die Schwangerschaft verändert den Busen. Bereits in den ersten Schwangerschaftsmonaten nimmt das Brustvolumen zu, Milchdrüsen bilden sich und die Brustwarzen werden größer und dunkler.

Schießt die Milch ein paar Tage nach der Geburt ein, wird sie noch einmal etwas praller. Seinen ursprünglichen Umfang erreicht der Busen erst nach dem Abstillen wieder. Bis dahin zaubert ein gut sitzender Still-BH ein schönes Dekolleté.

Stillende dürfen bestimmte Lebensmittel nicht essen!

Zwiebeln verursachen Blähungen beim Baby, Fruchtsäfte machen einen wunden Po? Das ist wissenschaftlich nicht bewiesen! Blähungen entstehen z.B. bei der Verdauung von Ballaststoffen durch Darmbakterien, und weder Darmgase noch Ballaststoffe gehen in die Muttermilch über.

Auch der Verdacht, dass Fruchtsäfte Babys Po wund machen, beruht auf Einzelfallbeschreibungen. Eine generelle Stilldiät ist nicht nötig. Deshalb: einfach ausprobieren und nur verzichten, wenn das Baby wirklich empfindlich reagiert!

Wenn die Mutter krank ist, sollte sie sofort abstillen

Das ist in den allermeisten Fällen nicht notwendig. Nur bei einigen wenigen Krankheiten, wie z. B. einer HIV-Infektion, sollte die Mutter nicht stillen. Auch dürfen viele Medikamente während der Stillzeit eingenommen werden. Trotzdem gilt: vorher immer mit dem Arzt oder Apotheker ­sprechen – auch bei nicht verschreibungspflichtigen oder frei verkäuf­lichen Mitteln!

Stillen macht Haarausfall

Nein! Nicht Stillen lässt die Haarpracht etwas schwinden, sondern die Hormonumstellung nach der Schwangerschaft. Bis zur Geburt sorgt ein hoher Östrogenspiegel dafür, dass weniger Haare ausfallen. Sackt der nach der Schwangerschaft ab, bleiben immer mehr Haare an der Bürste hängen. Bei manchen Frauen passiert das schon einige Woche nach der Geburt, bei anderen Monate später.


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