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Zwillingsschwangerschaft: Welche Risiken drohen?

Etwas anstrengender und risikoreicher ist eine Schwangerschaft mit Zwillingen schon. Meist besteht zwar kein Grund zur Sorge – bestimmte Zwillingspärchen muss der Arzt aber gründlicher überwachen

von Daniela Frank, aktualisiert am 03.12.2018
Frau mit Zwillingen schwanger

Zwei, wo eigentlich nur eines ist: Bei einer Zwillingsschwangerschaft herrscht Platzmangel im Bauch der Mutter


Obwohl eine Zwillingsschwangerschaft in den meisten Fällen ohne größere Probleme oder Komplikationen verläuft, gilt sie medizinisch gesehen als Risikoschwangerschaft. Für die werdende Mutter heißt das zunächst: engmaschigere Kontrollen und eine intensivere Vorsorge.

Risiken für die Föten

Welche Risiken genau bestehen, hängt davon ab, ob sich die beiden Föten Plazenta und Fruchthöhle teilen oder nicht. Dies stellt der Arzt normalerweise beim Ultraschall zwischen der neunten und zwölften Schwangerschaftswoche fest und trägt das Ergebnis in den Mutterpass ein. In manchen Fällen kann er es aber auch schon ab der fünften Woche erkennen.

Zwillinge kommen oft früher zur Welt

Zwillingsschwangerschaften, bei denen jeder Fötus eine eigene Plazenta (dichorial) und eine eigene Fruchthöhle (diamniot) hat, sind in der Regel wenig problematisch. Bestimmte Riskien, wie das einer Frühgeburt sind jedoch gegenüber Einlingsschwangerschaften erhöht. Weil die beiden Ungeborenen zwischen der 28. und der 30. Woche zusammen schon so viel wiegen wie ein einzelnes Kind bei der Geburt – also rund drei Kilogramm – steigt die Last in der Gebärmutter an und vorzeitige Wehen drohen. Durchschnittlich kommen Zwillinge in der 37. Woche zur Welt – am besten in der Klinik, da ein etwas höheres Risiko für Komplikationen besteht.

"Meist geht aber alles gut. Die Kinder kommen etwas früher, die Geburt ist dafür aber leichter, weil die Kinder noch nicht so groß sind", sagt Professor Franz Kainer, Chefarzt der Abteilung für Geburtshilfe und Pränatalmedizin der Klinik Hallerwiese in Nürnberg. "Das erste muss mehr arbeiten, weil sich der Muttermund erst noch weiten muss. Das zweite rutscht dann einfach hinterher", weiß Kainer. Deshalb sei es auch kein Problem, wenn sich das zweite Baby in Steißlage befinde. Liegt dagegen das erste Kind mit dem Po nach unten im Bauch, ist meist ein Kaiserschnitt nötig.

Manchmal droht ein fetofetales Transfusionssyndrom

In Fällen, in denen sich die Föten Plazenta und/oder Fruchthöhle teilen, können jedoch weitere Probleme in der Schwangerschaft oder bei der Geburt auftreten. Teilen sich die Föten eine Plazenta (monochorial), haben aber getrennte Fruchthöhlen, besteht die Gefahr des sogenannten fetofetalen Transfusionssyndroms (FFTS). Dabei kommt es zum einseitigen Blutaustausch zwischen den Ungeborenen: Das eine gibt Blut ab, das andere nimmt es auf. Als Folge steigt die Fruchtwassermenge von letzterem stark an.

Unbehandelt kann dieser Zustand zum Absterben der beiden Föten führen. "Das Risiko eines fetofetalen Transfusionssyndroms beträgt bei eineiigen Zwillingen mit gemeinsamer Plazenta und getrennter Fruchthöhle rund zehn Prozent", sagt Kainer. Erkennt und therapiert der Arzt das FFTS hingegen rechtzeitig, werden die Kinder in einem Großteil der Fälle gesund geboren. Die Behandlung besteht darin, die Gefäßverbindungen zwischen den beiden Föten mithilfe eines Lasers zu durchtrennen. Schwangere mit dieser Föten-Konstellation sollten deshalb alle zwei Wochen zur Kontrolle gehen.

Nabelschnur kann zur gefährlichen Schlinge werden

"Bei Föten mit einer gemeinsamen Plazenta und nur einer Fruchthöhle scheint sich diese Gefahr dagegen über das gemeinsame Fruchtwasser auszugleichen und ist deshalb gering", erklärt Kainer. Aber auch in diesem Fall sollte der Arzt den Zustand der Ungeborenen alle 14 Tage überprüfen – aus einem anderen Grund: Da sie sich in einer gemeinsamen Fruchthöhle (momoamniot) befinden, besteht das Risiko, dass sich die Nabelschnur des einen Fötus um den Hals des anderen schlingt. Dies ist lebensgefährlich. Deshalb werden solche Kinder in der Regel zwischen der 32. und der 34. Schwangerschaftswoche mit einem Kaiserschnitt geholt.

Risiken für die Mutter

Im Grunde können bei einer werdenden Zwillings-Mutter dieselben Probleme auftreten wie bei einer regulären Schwangerschaft – allerdings sind sie oft etwas ausgeprägter. Zum Beispiel leidet die Schwangere dann häufiger unter den typischen Beschwerden wie Erbrechen, Sodbrennen und Verdauungsproblemen. Da zwei Kinder den Platz im Bauch beanspruchen, wo normalerweise eines ist, kann sie eventuell nur noch kleinere Portionen essen. Wegen des wachsenden Bauches spannt bei vielen die Haut. Auch Rückenschmerzen und Kurzatmigkeit kommen etwas häufiger und ausgeprägter vor. Die Gefahr für Wassereinlagerungen und Krampfadern ist erhöht.

Im Vergleich zu einer regulären Schwangerschaft verändert sich der Körper insgesamt etwas stärker: Die Blutmenge steigt stärker an, die Gebärmutter wird größer und die Schwangere nimmt mehr an Gewicht zu, nämlich rund 17 bis 20 statt elf bis 16 Kilogramm. Deshalb besteht eine höhere Gefahr für Blutarmut (Anämie), Bluthochdruck und eine sogenannte Schwangerschaftsvergiftung (Präeklampsie). Da die Gebärmutter stärker belastet wird, braucht sie nach der Geburt oft länger, um sich zurückzubilden.

Bei einer Zwillingsschwangerschaft sollten werdende Mütter folgendes beachten:

Ausreichend trinken
Stellen Sie sich bei Ihren Alltagstätigkeiten am besten immer ein Glas und eine Flasche Wasser in Reichweite. Achten Sie darauf, dass Sie pro Tag möglichst bis zu zwei Liter trinken, außer wenn medizinische Gründe dagegen sprechen.

Ausreichend Ruhe
Nur, wenn Sie Stress und Überanstrengung vermeiden – vor allem im letzten Schwangerschaftsdrittel – können Sie die hohe körperliche Belastung ausgleichen und das Risiko für Komplikationen wie eine Frühgeburt minimieren.

Gesunde Ernährung
Wie auch andere Schwangere sollten sie auf eine gesunde und abwechslungsreiche Ernährung achten. Nicht für drei, aber auch auf keinen Fall zu wenig essen. Weil trotzdem Mangelzustände drohen können, sollten Sie Ihren Arzt nach geeigneten Präparaten zur Nahrungsergänzung fragen.

Schwangerschaftsstreifen vorbeugen
Die richtige Hautpflege mit speziellen Ölen und Zupfmassagen kann dazu beitragen, Schwangerschaftsstreifen an Bauch, Brüsten und Hüfte entgegenzuwirken.


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