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Was muss ich vor der Elternzeit regeln?

Ich bin schwanger! Mit dieser Info ist es für Ihren Arbeitgeber noch nicht getan. Was Sie vor Ihrem Mutterschutz alles klären sollten

von Beatrice Sobeck, aktualisiert am 13.08.2019
Schwangere Frau im Büro

Entspannt in die Elternzeit: Wichtige Punkte früh mit dem Arbeitgeber klären


Schon in der Schwangerschaft sollten die Planungen für den beruflichen Wiedereinstieg nach der Babypause beginnen, sagt Kirsten Frohnert vom Unternehmernetzwerk "Erfolgsfaktor Familie". Ganz schön früh, mögen jetzt manche denken. "Doch versetzen Sie sich auch in die Lage Ihres Arbeitgebers. Er muss Ersatz für Sie organisieren oder Ihre Aufgaben anders verteilen. Je früher er Ihre Pläne kennt, desto besser kann er reagieren", sagt Frohnert. Und auch Ihnen gibt es Sicherheit, denn Sie können frühzeitig abklären, was nach der Elternzeit möglich ist. Deshalb Ihre Vorgesetzten am besten schon bei Bekanntgabe der Schwangerschaft über die eigenen Vorstellungen zur Elternzeit informieren.

Und keine Angst: Die Lösung, die Sie mit Ihren Vorgesetzten erarbeiten, ist nicht für alle Zeit in Stein gemeißelt. Ändern sich die Rahmenbedingungen, gilt es neu zu verhandeln.

Wichtige Punkte früh klären

Der letzte Arbeitstag kommt meist viel zu schnell und oft auch überraschend, etwa weil gesundheitliche Probleme auftreten und der Arzt ein Beschäftigungsverbot ausspricht. Deshalb klären Sie folgende Dinge so früh wie möglich:

  • Urlaubsanspruch: Wie viele Urlaubstage stehen Ihnen noch zu? Wollen Sie diese vor dem Mutterschutz nehmen? Gut zu wissen: Urlaubstage verfallen nicht, man kann sie auch nach der ­Elternzeit nehmen.
  • Überstunden: Wie viele Überstunden haben Sie? Können Sie sich die ausbezahlen lassen oder mit Freizeit ausgleichen?
  • Übergabe: Welche Aufgaben ­können Sie vor dem Mutterschutz beenden? Kann ein Kollege Ihre Tätigkeiten während der Elternzeit übernehmen, oder muss eine Vertretung eingestellt werden? Über welche Arbeitsabläufe müssen die Kollegen Bescheid wissen?

Wichtig ist, dass Sie vor dem Termin mit dem Chef, zusammen mit Ihrem Partner entscheiden, wo jeder von Ihnen stehen wird, wenn das Baby da ist und welche Rolle Sie beide ausfüllen werden. Für dieses Gespräch nehmen Sie sich Zeit, vielleicht können Sie auch nicht jeden Punkt sofort klären. Als Hilfestellung hat Tanja Misiak, Coach für Achtsamkeit und Innere Selbstführung, die wichtigsten Fragen in einer Checkliste zusammengetragen. Die können Sie individuell erweitern und auf Ihre Bedürfnisse anpassen.

Checkliste: Wie wir uns die Elternschaft vorstellen

Elternzeit:

  • Wie lange soll die Elternzeit dauern?
  • Wie lange will ich zuhause bleiben?
  • Möchte ich die Elternzeit für eine Weiterbildung nutzen?
  • Möchte ich mir während der Elternzeit Gedanken für eine berufliche Neuaufstellung machen? 
  • Wie viel Elternzeit (und wann) nimmt der Vater? 
  • Wollen wir während der Elternzeit verreisen?

Job:

Folgende Fragen beantworten Vater und Mutter gleichermaßen für sich:

  • Will ich wieder arbeiten?
  • Ab wann will ich wieder arbeiten?
  • Wie viel will ich arbeiten?
  • Will ich in der Elternzeit Teilzeit arbeiten? (Welche Auswirkungen hat das auf das Elterngeld?)
  • Wie ist das Unternehmen Familien gegenüber eingestellt? Gibt es Angebote, die Familienleben und Arbeit gut vereinen lassen?
  • Wenn ja, welche sind mir bekannt?
  • Wenn nein, was würde mir gefallen und ist das aus Arbeitgebersicht meiner Meinung nach realisierbar? Welche Argumente sprechen dafür?

Finanzen:

Für die Budgetberechnungen müssen Sie alle Einnahmen und Ausgaben berücksichtigen.

Einahmen:

  • Welches Budget steht uns während der Elternzeit zur Verfügung? (Elterngeld, Kindergeld, Einkommen)
  • Mit welchem Budget können wir nach der Elternzeit rechnen? (Einkommen – muss die Steuerklasse geändert werden?, Kindergeld, Haben wir Anspruch auf Familienförderung? etc.)

Ausgaben:

  • Miete/Hauskredit
  • Wohnnebenkosten
  • Versicherungen
  • Kinderbetreuung
  • Kommunikation (Handy, Internet, Smart TV etc.)
  • Mobilität (Bahnfahrt, Auto)
  • Auto (Inspektionen, Reifen, Reparaturen)
  • Lebensmittel
  • Kleidung
  • Kosmetik/Wellness (Friseur, Massage etc.)
  • Freizeit (Essengehen, Kino, Theater etc.)
  • Urlaub

Lebensgestaltung:

Diese Fragen zielen darauf ab, dass Sie erkennen, welche Rolle Sie und Ihr Partner in der Familie übernehmen wollen und können. Daraus könenn Sie ableiten, wer in Zukunft wie viel arbeitet.

Kind/Kinder:

  • Wie viel Zeit will Mama/Papa mit dem Kind verbringen? 
  • Babyschwimmen, Pekip, Krabbelgruppe: Kommen solche Angebote für uns infrage? Wenn ja, wer übernimmt was?
  • Art und Dauer der Kinderbetreuung (Kita, Tagesmutter, Großeltern, Nanny)
  • Wer bringt und wer holt das Kind ab?  
  • Wie gestalten wir den Alltag mit Kind während und nach der Elternzeit? (Füttern, Zubettbringen, Hygiene, Kinderarzt)
  • Wer übernimmt Fahrdienste (Sport, Freunde, Förderung)

Haushaltsorganisation:

  • Wer putzt was und wie oft?
  • Wer geht einkaufen?
  • Wer kocht wann?
  • Wer übernimmt welche Aufgaben im Garten?
  • Wer kümmert sich um Wartungsarbeiten am Auto, an Fahrrädern?

Familie:

  • Wer kümmert sich um Urlaubsplanung und Organisation?  
  • Wer packt was, wenn wir verreisen?
  • Wer bereitet alles vor, wenn Besuch kommt?

Eltern:

  • Wie viel gemeinsame Zeit wollen/brauchen wir als Paar?
  • Wie viel und wie oft wünscht sich jeder Zeit für sich allein? 
  • Wie wichtig sind meine Freunde? Wie oft will ich mich mit ihnen treffen? 
  • Habe ich Hobbys, die ich weitermachen möchte? 
  • Möchte ich zum Beispiel im Elternbeirat der Kita mitwirken?

Die Ergebnisse aus den ersten beiden Frageblöcken zu Elternzeit und Job bilden Ihre Vorstellungen ab, mit denen Sie in das Gespräch mit ihrem Vorgesetzten gehen. Diese Grundlage hilft Ihnen, zusammen mit Ihrem Arbeitgeber eine Lösung zu finden, auf die sich beide Seiten verständigen können. Halten Sie das Ergebnis möglichst schriftlich fest.


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