Was Ungeborene lieben

Das Baby ist zwar noch in Mamas Bauch, bekommt aber schon eine Menge mit. Das können Sie tun, damit Sie und Ihr Kleines sich pudelwohl fühlen
von Vanessa von Blumenstein und Anja Kopf, aktualisiert am 07.12.2017

Ihr ungeborenes Baby genießt es, wenn Sie sich wohlfühlen

F1online/Innocenti/Cultura Images

Lange bevor Ihr Kleines das Licht der Welt erblickt, nimmt es an Ihrem Leben teil. Sind Sie glücklich und entspannt, tut es Ihnen Ihr Ungeborenes gleich: Es strampelt freudig oder schwimmt entspannt in Ihrer Gebärmutter, seine Pulsfrequenz wird niedriger. Wenn Sie hingegen gestresst, verärgert oder traurig sind, kommen diese negativen Gefühle auch bei Ihrem Nachwuchs an. Manche Babys werden dann unruhig, andere krümmen sich ganz klein zusammen.

Damit Sie und Ihr Kleines möglichst entspannt und glücklich durch die neun Monate kommen, haben wir für Sie ein paar Wohlfühltipps zusammengestellt.

Musik fürs Baby

Psst, das Baby hört mit. Ab der 26. Schwangerschaftswoche nehmen Ungeborene nämlich Außengeräusche wahr. So lernen sie zum Beispiel, die Stimme der Mutter zu erkennen. "Auch Rhythmen oder Melodieverläufe können die Babys im Mutterleib ganz dumpf wahrnehmen. Doch die Obertöne fehlen noch," erklärt Professor Rainer Schönweiler, der die Sektion für Phoniatrie und Pädaudiologie im Universitätsklinikum Schleswig-Holstein leitet.

Allerdings haben Wissenschaftler noch nicht eindeutig belegen können, wie Musik auf Ungeborene wirkt. "Es ist denkbar, dass Hörgewohnheiten bereits im Bauch geprägt werden. Deswegen zeigen Kinder hierzulande nach der Geburt möglicherweise eher auf westliche als auf asiatische Musik eine Reaktion", sagt Schönweiler.

Die gute Nachricht für alle schwangeren Klassikmuffel: Der Mozarteffekt, dass klassische Musik im Stile Mozarts Kinder klüger machen soll, ist ebenfalls nicht belegt. Seine Kompositionen haben zwar alles, was die neuronale Programmierung begünstigt – also eine nachvollziehbare Struktur, feste Rhythmen und sich wiederholende Melodien. Aber auch Pop- oder Rockmusik dürfen zum Beispiel auf der Baby-Playliste stehen. Denn letztendlich strahlt das Wohlgefühl der Mutter auch auf das Ungeborene aus.

Partnermassage

Ob an einem gemütlichen Sonntagmorgen im Bett oder nach einem langen Bürotag abends auf der Couch: Lassen Sie Ihren Partner sanft Ihren Bauch massieren. Genießen Sie die Streicheleinheiten und diesen intimen Moment der Zweisamkeit, kommen Sie zur Ruhe und schalten Sie vom hektischen Alltag ab. Denn geht es Ihnen gut, fühlt sich auch Ihr Baby wohl! Außerdem können Väter so bereits noch vor der Geburt eine Bindung zu ihrem Nachwuchs aufbauen und bewusst an der Zeit der Schwangerschaft teilhaben.

Übrigens: Nicht nur an die Stimme der Mutter kann das Ungeborene gewöhnt werden. Spricht der Vater regelmäßig in Richtung Babybauch, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sich das Kind daran erinnert, wenn es auf der Welt ist.

Reise zum Baby

Lassen Sie in einer ruhigen Minute Ihren Gedanken freien Lauf und begeben Sie sich auf eine mentale Reise zu Ihrem Baby. Stellen Sie sich vor, wie es aussieht, wie es in seiner schützenden Höhle liegt und wie Sie es endlich im Arm halten werden. Sprechen Sie dabei mit Ihrem kleinen Liebling und streicheln Sie sanft über Ihren kugelrunden Bauch.

Sie lieben den Strand und das Meer? Dann reisen Sie in Gedanken doch einfach an Ihr Traumziel! Stellen Sie sich vor, wie sich der weiche, warme Sand unter Ihren Füßen anfühlt und wie der laue Sommerwind Sie umweht.

Sanftes Schaukeln beim Schwimmen

Gehen Sie doch mal wieder schwimmen! Denn die langsamen, weichen Bewegungen im Wasser lassen das Kleine in Ihrem Bauch sanft vor sich hinschaukeln – und das mag es! Auch für werdende Mütter ist Schwimmen ideal: Der immer schwerere Bauch fühlt sich im Wasser plötzlich wieder federleicht an, der Rücken wird entlastet, Kreuzschmerzen gemindert. Außerdem lassen sich so Kondition und Muskeln nebenbei stärken. Besprechen Sie aber zuvor mit Ihrem Frauenarzt, wie intensiv Sie Sport treiben dürfen.

Tanzen macht gute Laune

Sie haben mal wieder Lust, zu feurigen Rhythmen das Tanzbein zu schwingen? Nur zu! So lange Ihre Schwangerschaft ohne Komplikationen verläuft und Sie sich fit fühlen, spricht nichts dagegen. Im Gegenteil: Tanzen sorgt für einen Energieschub und macht obendrein auch noch gute Laune – Ihnen und dem Baby. Denn Tanzen motiviert. Gerade, weil bei dieser Sportart wieder die Musik mit ins Spiel kommt.

Generell ist Sport in der Schwangerschaft eine gute Sache. "Denn die Fitness der Mutter fördert auch die des Kindes. Der Vorteil des Tanzens im Vergleich zu Mannschafts- oder Kampfsportarten: Durch den fehlenden Gegnerkontakt ist das Risiko geringer, sich zu verletzen", meint die Expertin, die den Arbeitskreis Sport und Schwangerschaft an der Sporthochschule Köln leitet.

Ob Salsa, Bauchtanz oder Zumba, die Auswahl an Tanzarten ist groß. "Während beim Partnertanz das harmonische Miteinander im Fokus steht, trainiert Zumba die Ausdauer und die Fitness. Doch es gilt: Die Schwangere sollte keine Sprünge oder unkontrollierten Bewegungen machen und die empfohlene Herzfrequenz nicht überschreiten", rät die Expertin. Deshalb eher ungeeignet, weil zu ruckartig: Hip Hop, Streetdance oder Stepptanz. Generell lautet die Empfehlung: sich nicht zu sehr anstrengend und eventuell zwischendurch den Puls messen. Im Zweifel fragen Sie zuvor Ihren Frauenarzt.


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