Warum schnarchen Schwangere plötzlich?

Etwa ein Drittel der Frauen schnarcht am Ende der Schwangerschaft. Woher kommt das? Was lässt sich dagegen unternehmen? Und: Verschwindet das unattraktive Sägen nach der Entbindung wieder?

von Dr. Katharina Kremser, aktualisiert am 24.11.2015

Ruhig schlafen: Gerade kurz vor der Geburt nicht immer garantiert


"Schatz, du schnarchst!" Keine Frau freut sich wahrscheinlich, diesen Satz aus dem Mund ihres Partners zu hören. Im Laufe der Schwangerschaft passiert das aber vielen. "Etwa ein Drittel der Frauen schnarcht am Ende der Schwangerschaft, das sind doppelt so viele wie vorher," stellt Hebamme Ulrike Geppert-Orthofer, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Freiburg, fest.

Wenn die Partnerin auf einmal zu sägen beginnt, sind Männer oft irritiert. Auch die Frauen verstehen häufig nicht, was da vor sich geht. Ursache für die plötzliche Lärmbelästigung im Schlafzimmer sind vermutlich schwangerschaftsbedingte Veränderungen: "Im Laufe der Schwangerschaft lockert sich das Gewebe im ganzen Körper der Frau auf, also auch im Nasen-Rachenraum," erklärt Geppert-Orthofer. Durch die Hormonveränderungen können außerdem die Schleimhäute der Nase anschwellen. "Die Gewichtszunahme und der steigende Druck im Bauchraum können Schnarchen bei Frauen, die eine Neigung dazu mitbringen, zusätzlich begünstigen," erklärt Professor Kurt Rasche, Direktor der Klinik für Pneumologie, Allergologie, Schlaf- und Beatmungsmedizin des Bergischen Lungenzentrums am Helios Klinikum Wuppertal.

Schnarchen endet oft so plötzlich wie es begonnen hat

Weil Schnarchen gerade beim weiblichen Geschlecht nicht als besonders anziehend gilt, beschäftigt die werdenden Mütter vor allem eine Frage: Hört das Schnarchen nach der Entbindung wieder auf? "Ja, das tut es", sagt Hebamme Geppert-Orthofer. Auch Schlafmediziner Rasche stellt fest: "Wenn sich die Schwangerschaftsveränderungen zurückbilden, verschwindet in der Regel auch das Schnarchen wieder."

Eine gute Nachricht für die Frauen – und ihre Männer. Aber wie mit dem Schnarchen während der Schwangerschaft umgehen? "Es gibt noch keine durch Untersuchungsergebnisse gestützte Empfehlungen," sagt Rasche. Manchen bringt es Erleichterung, die Luftfeuchtigkeit im Schlafzimmer etwas zu erhöhen. Ist die Nasenschleimhaut geschwollen, helfen eventuell auch spezielle Pflaster zum Aufkleben auf die Nase (ziehen die Nasenflügel etwas nach oben), oder ein abschwellendes Nasenspray aus der Apotheke. Fragen Sie aber gezielt nach für Schwangere geeigneten Präparaten und lassen Sie sich zu Art und Dauer der Anwendung von Ihrem Frauenarzt oder dem Apotheker beraten. Ansonsten können natürlich Ohrstöpsel helfen oder der Mann weicht ab und zu mal auf Couch oder Gästezimmer aus.

Schlafapnoe: Vorsicht bei krankhaftem Schnarchen

Wichtig ist Schlafmediziner Rasche eines: "Schwangere mit bestimmten Risikofaktoren wie Übergewicht, Kieferbesonderheiten oder höheres Alter sollten auf Anzeichen wie Tagesmüdigkeit, Atemaussetzer, lautes und unregelmäßiges Schnarchen achten." Am besten fragen die werdenden Mütter ihren Partner danach, ob ihm so etwas an ihnen aufgefallen ist. Diese Anzeichen können nämlich auf ein krankhaftes Schnarchen, die sogenannte Schlafapnoe, hinweisen.

Treten solche Symptome auf, sollten die Betroffenen ihren Frauenarzt darauf ansprechen und gemeinsam überlegen, ob sich eine Untersuchung auf Schlafapnoe lohnt, meint Rasche. Denn krankhaftes Schnarchen ist nicht unproblematisch: "Laut Studien kann eine Schlafapnoe in der Schwangerschaft die Frühgeburts- und Kaiserschnittrate erhöhen. Auch Bluthochdruck bei der Mutter kann dadurch begünstigt werden." Liegt tatsächlich eine Schlafapnoe vor, kann eine Behandlung mit einer speziellen Atemmaske für die Nacht sinnvoll sein.

In den meisten Fällen müssen sich schnarchende Schwangere jedoch keine Sorgen machen: Gefährdet, an einer Schlafapnoe zu erkranken, sind höchstens etwa drei bis fünf Prozent der werdenden Mütter, schätzt Rasche. Und auch Hebamme Geppert-Orthofer unterstreicht: "In der Regel ist das Schnarchen ungefährlich und endet nach der Schwangerschaft so plötzlich wie es begonnen hat."


Wie oft war Ihr Kind im vergangenen Jahr krank?
47,2%
34,53%
18,27%
ein- bis dreimal
vier- bis siebenmal
gar nicht
Insgesamt abgegebene Stimmen: 1538
Haben Sie den Geburtsmonat Ihres Kindes geplant?
41,57%
32,31%
26,12%
Das war uns nicht wichtig
Daran haben wir gar nicht gedacht
Klar, im Frühling/ Sommer/ Herbst/ Winter Geburtstag zu haben, ist doch viel schöner
Insgesamt abgegebene Stimmen: 1501