Warum Schwangere mehr Vitamin B12 brauchen

Das Vitamin B 12 ist für die gesunde Entwicklung des Babys ­wichtig, da es sein ­Gehirn und die Zellen benötigen. ­Deshalb sollten Schwangere ein paar Dinge darüber wissen

von Sabine Hoffmann, 12.04.2018
Frau isst Fisch

Essen Schwangere regelmäßig Fisch, gleichen sie den erhöhten Vitamin-B12-Bedarf leicht aus


Schwein und Rind enthalten es, Apfel und Kartoffel leider quasi nicht. Wer in den Genuss des Multi­talents Vitamin B 12 kommen will, braucht tierische Produkte auf dem Teller. Dann gelingt die Versorgung problemlos. Und was tut es dann für uns? Wir benötigen es für die Entwicklung und den Schutz der Nerven-Verbindungen unseres Gehirns, die Bildung der roten Blutkörperchen und die Zell­teilung. Es ist in unserem Körper an vielen Prozessen beteiligt.

Nur in tierischen Lebensmitteln vorhanden

"Schwangere benötigen mehr B 12, weil das Baby mitversorgt wird", sagt Dr. Thilo Gröning, Frauenarzt aus Mönchengladbach. Nach Angaben der Deutschen Ge­sellschaft für Ernährung (DGE) liegt die empfohlene Zufuhr für sie statt bei drei bei dreieinhalb Mikrogramm am Tag. Die Differenz lässt sich etwa durch einen Becher Kuhmilch decken.

Obwohl das Vitamin extrem wichtig ist, kann unser Körper es nicht selbst produzieren. Es wird ausschließlich durch Mikroorganismen gebildet und findet sich in größeren und gut verwertbaren Mengen nur in tierischen Lebensmitteln. Der erhöhte Bedarf während der Schwanger­schaft lässt sich mit einer ausgewogenen Ernährung leicht ausgleichen. Frauenarzt Thilo Gröning empfiehlt Schwangeren daher, zwei bis drei Mal pro Woche Fleisch oder Fisch zu essen.

Veganer müssen vorsichtig sein

Ein Mangel kommt in Europa selten vor. Die meisten werdenden Mütter brauchen sich also keine großen Gedanken zu machen. Gefährdet sind vor allem Veganer. "Mangelsymptome wie Blutbildungsstörungen und Dauer­­schäden des Nervensystems können bei mehrjähriger strikter veganer Kost ohne Fleisch, Fisch und andere B 12-reiche Lebensmittel auftreten", sagt DGE-Ernährungswissenschaftlerin Silke Restemeyer aus Bonn. Kommt es tatsächlich zu Defiziten, zeigen sich erste Anzeichen oft erst nach Jahren, da die Leber relativ hohe Mengen speichert. "Bei Säuglingen, die von Müttern gestillt werden, die unzureichend mit Vitamin B 12 versorgt sind, kann es bereits nach wenigen Monaten zu Störungen der Nervenfunktion und Blut­­armut kommen."

Folgen eines Vitamin-B 12-Mangels

Nach britischen Untersuchungen haben die Kinder von Frauen mit Vitamin-B 12-Mangel ein höheres Risiko, später eine Stoffwechselstörung wie Diabetes Typ 2 zu entwickeln. Andere Studien ergaben, dass ein Defizit bei Kindern die Hirnentwicklung verzögert oder behindert. Vegetarierinnen sollten gerade in der Schwangerschaft regelmäßig Milch trinken sowie Milchprodukte und Eier essen; Veganerinnen können ihren Bedarf durch ein Vitamin-B 12-Präparat aus der Apotheke decken.

Wie viel B12 ist drinnen?

Je nach Lebensmittel nehmen wir unterschiedlich viel Vitamin B12 auf. Pro 100 Gramm ist es folgende Menge:

  • Mageres Rindfleisch: 5 Mikrogramm
  • Lachs: 3 Mikrogramm
  • Kalbfleisch: 2 Mikrogramm
  • Goudakäse: 1,9 Mikrogramm
  • Hühnerei (gekocht): 1,5 Mikrogramm
  • Quark: 0,9 Mikrogramm
  • Hühnerfleisch: 0,4 Mikrogramm
  • Joghurt (1,5 % Fett): 0,4 Mikrogramm
  • Kuhmilch: 0,4 Mikrogramm

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