Schwangerschaftswoche 32

Ihr Kleines wird immer fülliger. Stören der wachsende Bauch und das aktive Baby Ihre Nachtruhe? Tipps, wie Sie besser einschlafen
von Daniela Frank, aktualisiert am 12.10.2016

4D-Ultraschall: Ein Fetus in der 32. Schwangerschaftswoche. Hinweis: Nicht immer sind Bilder aus dem 3D- oder 4D-Ultraschall so deutlich und anschaulich

Science Photo Library/Dr. Layyous Najeeb, Solar Dynamics Laborator

Babys Entwicklung

In der 32. Schwangerschaftswoche bereitet sich Ihr Baby langsam auf die Welt außerhalb von Mamas Bauch vor: Seine Lungenentwicklung ist nun schon sehr weit fortgeschritten – es hat das Atmen in den vergangenen Wochen ja auch fleißig mit dem Fruchtwasser trainiert. Und nicht nur die werdende Mama, auch das Baby wird im letzten Schwangerschaftsdrittel immer fülliger. Es sammelt jetzt richtige Fettpölsterchen an. Sie helfen ihm nach der Geburt, seine Körpertemperatur zu regulieren. Aber natürlich lassen sie ihm jetzt auch immer weniger Bewegungsfreiheit in der Gebärmutter.

Trotzdem sollten Sie weiterhin wie bisher die Bewegungen Ihres Babys spüren. Falls sich daran deutlich etwas ändert und Sie verunsichert sind, sollten Sie Ihren Frauenarzt um Rat fragen. Dieser kann normalerweise rasch klären, ob mit Ihrem Baby alles in Ordnung ist. Denn in der Regel fühlen Schwangere nun vielleicht etwas seltener, aber eher immer intensiver, wenn ihr Kleines sich regt: Weil die Enge dem Kind die Beinfreiheit nimmt, stößt es mit den Füßchen häufig von innen gegen Ihre Bauchdecke, wenn es sich bewegt.

Dabei drückt sich das Baby mit seinem Fuß teilweise kräftig von der Gebärmutterwand ab und Sie können kleine Beulen auf Ihrem Bauch sehen. "Da steckt jetzt schon ordentlich Kraft dahinter", sagt Dr. Mirja Pagenkemper, die im Rahmen der PRINCE-Studie (Prenatal Identification of Childrens Health) zur vorgeburtlichen Prägung forscht. "Von manchen Tritten kann die Schwangere sogar aufwachen."

Rechnen Sie also damit, dass Ihre nächtliche Ruhe manchmal gestört wird. Was hinzukommt: Der Schlaf-Wach-Rhythmus des Babys unterscheidet sich in der Regel von dem der Schwangeren. So ist das Ungeborene oft aktiv, wenn die werdende Mama schlafen will.

Das Baby tritt jetzt manchmal kräftig zu, denn in Ihrem Bauch wird es immer enger

W&B/Dr. Ulrike Möhle

Die Gesundheit der Mutter

Während Ihr Kleines Kraft sammelt und fitter wird, fühlen Sie sich wahrscheinlich zunehmend schwerfälliger. Schmerzt Ihr Becken? Das kann daran liegen, dass es sich jetzt dehnt. Durch den Hormoneinfluss lockern sich die Verbindungen der Bänder zwischen den Knochen des Beckenrings. Der Bereich der Schambeinfuge kann ebenfalls etwas wehtun – das ist die Stelle, an der die beiden Beckenhälften an der Vorderseite des Körpers verbunden sind. Zieht es nicht nur, sondern haben Sie richtige Schmerzen oder sind Sie sich unsicher, ob die Beschwerden harmlos sind, sollten Sie sicherheitshalber den Arzt aufsuchen. Falls Schmerzen rhythmisch und ziehend auftreten und Sie das Gefühl haben, dass es sich um echte Wehen handeln könnte, fahren Sie bitte in die Klinik.

Schlafen Sie außerdem schlecht? Bei vielen Schwangeren ist der Schlaf in dieser Phase der Schwangerschaft nicht mehr so erholsam. Mit dem dicken Babybauch fällt es immer schwerer, eine Position zu finden, in der Sie bequem liegen. Oder Ihr Kleines ist putzmunter und strampelt in Ihrem Bauch, sodass Sie nicht schlafen können, obwohl Sie hundemüde sind.

Manche Schwangere leiden zudem unter dem Restless-Legs-Syndrom: Dabei tritt eine Unruhe in den Beinen auf, sie können kribbeln oder schmerzen – und zwar meist dann, wenn Sie eigentlich zur Ruhe kommen wollen. Die Symptome treten vor allem abends und nachts auf. Ablenkung kann helfen – belasten Sie die Beschwerden, sprechen Sie mit Ihrem Arzt.

Tipp: So schlafen Sie besser

  • Legen Sie sich bevorzugt auf Ihre linke Seite. Liegen Sie zu lange auf dem Rücken oder der rechten Seite, kann das Gewicht von Baby, Plazenta und Fruchtwasser auf Ihre große Hohlvene drücken. Das behindert den Blutfluss zum rechten Vorhof des Herzens aus der unteren Körperhälfte. Dadurch kann Ihnen unwohl und schwindelig werden.
  • Kuscheln Sie sich mit vielen Kissen in Ihr Bett. Der Oberkörper liegt am besten leicht erhöht, ein Kissen stützt Ihren Bauch und weitere Ihren Rücken. Zusätzlich können Sie sich noch ein Kissen zwischen die Knie klemmen.
  • Sehen Sie sich abends keine aufregenden Filme an. Lesen Sie stattdessen lieber ein amüsantes Buch oder spazieren Sie gemütlich eine Runde um den Block.
  • Ein warmer Schlummertrunk kann manchen Frauen beim Einschlafen helfen. Gut geeignet sind beispielsweise Kamillentee oder ein Glas pasteurisierte warme Milch mit einem Löffelchen Honig.

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