Schwangerschaftswoche 15

Bei Ihrem Baby verstärken sich die Knochen – achten Sie also auf eine ausreichende Kalziumzufuhr. Genügend Eisen ist ebenfalls wichtig
von Daniela Frank, aktualisiert am 23.02.2017

4D-Ultraschall: Ein Fetus in der 15. Schwangerschaftswoche. Hinweis: Nicht immer sind Bilder aus dem 3D- oder 4D-Ultraschall so deutlich und anschaulich

SciencePhotoLibrary/DrLayyousNajeeb/SolarDynamicsLaboratory

Babys Entwicklung

Am Anfang der 15. Schwangerschaftswoche haben die Arme Ihres Babys beinahe ihre endgültigen Proportionen erreicht. Seine Beine sind allerdings immer noch weniger gut entwickelt und etwas kürzer, als es den späteren Längenverhältnissen entspricht. Das Kind bewegt sich viel – noch hat es dazu genug Platz.

Auch die Plazenta hat nun üblicherweise ihre endgültige Struktur erreicht. Sie haftet fest an der Gebärmutterwand und wird von den Blutgefäßen der Mutter versorgt. Auf der Seite, auf der sich das Kind befindet, ist sie mit der glatten Eihaut überzogen. Etwa in ihrer Mitte geht die Nabelschnur ab, über die der Körper der Mutter das Baby mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Neben der Ver- ist die Plazenta auch für die Entsorgung zuständig: Durch die Nabelschnur fließt das "verbrauchte" Blut des Kindes in die Plazenta zurück, die dann Abfallstoffe abbaut oder ausscheidet. Und das mit hoher Frequenz: Pro Minute pumpt das Baby fast sein ganzes Blutvolumen durch die Plazenta.

"Eine komplex aufgebaute Blut-Plazenta-Schranke verhindert, dass das Blut der Mutter und das des Kindes direkten Kontakt haben", sagt Dr. Mirja Pagenkemper, die im Rahmen der PRINCE-Studie (Prenatal Identification of Childrens Health) zur vorgeburtlichen Prägung forscht. "So ist es zum Beispiel möglich, dass Mutter und Kind unterschiedliche Blutgruppen haben können." Die Plazenta sei Nähr-, Ausscheidungs- und Stoffwechselorgan für das Baby – also eine Art Lunge, Leber, Darm und Niere zugleich.

Außerdem verstärken sich bei Ihrem Baby nun die Knochen. Dazu benötigt sein Körper ausreichend Kalzium. "Werdende Mütter sollten jetzt am besten darauf achten, genügend Kalzium über ihre Nahrung aufzunehmen", sagt Pagenkemper. "Es steckt zum Beispiel in Milch und Käse."

Ihr Baby hat jetzt noch viel Platz und bewegt sich intensiv

W&B/Dr. Ulrike Möhle

Die Gesundheit der Mutter

Im Laufe der Schwangerschaft erhöht sich das Blutvolumen der Frau um etwa 40 Prozent. So wird ihr eigener Körper und das Ungeborene optimal versorgt. Dabei vermehrt sich der flüssige Anteil des Blutes (Blutplasma) stärker als der feste Anteil (Blutkörperchen).

Auch in Ihr Gewebe kann sich Wasser einlagern. Die Wassereinlagerungen im Gewebe müssen kein Problem sein: Ein gewisses Maß ist normal. Dauerhaft geschwollene Arme und Beine können jedoch Anzeichen einer drohenden Schwangerschaftsvergiftung, einer so genannten Gestose sein. Bei Ihrem monatlichen Vorsorgetermin untersucht der Arzt unter anderem auch Ihre Beine auf Krampfadern, Schwellungen und Wassereinlagerungen (Ödeme).

Tipp: Eisenmangel vorbeugen

Unter anderem, weil ihr Körper vermehrt Blutkörperchen bildet, steigt der Eisenbedarf werdender Mütter. Mithilfe der richtigen Ernährung können Sie ihn decken und so einem Eisenmangel vorbeugen. Ihr Arzt kontrolliert im Rahmen der Vorsorge auch Ihren roten Blutfarbstoff (Hämoglobin). Ist er zu niedrig, kann dies unter anderem auf einen Eisenmangel hindeuten. Der Arzt wird einem solchen Verdacht nachgehen und Ihnen gegebenenfalls nahrungsergänzende Präparate verordnen.

In diesen Nahrungsmitteln steckt beispielsweise Eisen:

  • Dunkles Fleisch (wegen der erhöhten Infektionsgefahr bitte stets gut durchbraten! Achtung, im ersten Schwangerschaftsdrittel besser auf Leber verzichten. Bereits kleine Mengen Kalbs- oder Schweineleber enthalten oft mehr Vitamin A als empfohlen)
  • Hülsenfrüchte
  • Vollkornprodukte, z.B. aus Hirse, Soja, Roggen, Hafer, Dinkel (Grünkern), Buchweizen, Gerste
  • Spinat (tiefgefroren), Rosenkohl, Grünkohl, Feldsalat, Broccoli, Zucchini
  • Schnittlauch, Thymian, Oregano
  • Brombeeren, schwarze Johannisbeeren, Heidel- und Himbeeren
  • Auch Nüsse wie Haselnüsse, Erdnüsse und Paranüsse liefern Eisen, sollten aber nicht in zu großen Mengen verzehrt werden, da sie sehr fett- und kalorienreich sind

Schwangere Frau

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