Schwangerschaftswoche 14

Ihr Kleines wird jetzt aktiv – vielleicht schlägt es sogar Purzelbäume. Der Arzt sollte regelmäßig Ihren Blutdruck überprüfen
von Daniela Frank, 20.08.2012

Ein Fetus in der 14. Schwangerschaftswoche. Hinweis: Nicht immer sind Bilder aus dem 3D- oder 4D-Ultraschall deutlich und anschaulich

W&B/Dr. G.-H. Seebens

Babys Entwicklung

Das Köpfchen Ihres Babys wächst zwar nun deutlich langsamer, jedoch ist es im Vergleich zum übrigen Körper immer noch unverhältnismäßig groß. Seine Augen wandern nach und nach weiter zusammen, die Lider sind weiterhin verklebt. Erste feine Flaumhärchen bilden sich auf Oberlippe und Höhe der Augenbrauen.

Das Ungeborene bewegt sich nun fleißig: "In der Zeit zwischen der 13. und 15. Schwangerschaftswoche verändert es am häufigsten seine Lage – es dreht sich und schlägt Purzelbäume", sagt Dr. Mirja Pagenkemper, die am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf zur vorgeburtlichen Prägung forscht. Wenn jetzt eine Ultraschalluntersuchung ansteht, können Sie das mit etwas Glück beobachten.

Und vielleicht ist nun noch etwas anderes zu sehen: Das Baby hat jetzt schon Saug- und Greifreflexe. Es nuckelt beispielsweise an seinem winzigen Daumen oder fasst nach der Nabelschnur. "Am Anfang passiert das noch etwas unkoordiniert", sagt Pagenkemper. "Denn die Reflexe müssen erst noch vollständig ausreifen." Und das geht nur, weil zudem schon eine weitere Voraussetzung erfüllt ist: Seit dieser Woche ist der Tastsinn des Babys ausgebildet. Es nimmt nun Berührungen am ganzen Körper wahr.

Vielleicht überlegen Sie, eine Fruchtwasseruntersuchung vornehmen zu lassen? Dann sollten Sie sich jetzt um einen Termin bemühen: Sie findet meistens ab der 15. Schwangerschaftswoche statt. Die Untersuchung will aber gut überlegt sein, da sie ein Fehlgeburtsrisiko von bis zu einem Prozent birgt. Lassen Sie sich zuvor unbedingt ausführlich beraten – bei Ihrem Frauenarzt oder einer Beratungsstelle. Eventuell ist es sinnvoll, zunächst einen statistischen Risikotest zu machen, zum Beispiel das Ersttrimester-Screening, eine Kombination aus Bluttest und Ultraschalluntersuchung. Dies ist bis Ende dieser Schwangerschaftswoche noch möglich. Die Untersuchungen werden üblicherweise nicht von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt.

Ihr Baby hat jetzt Saug- und Greifreflexe. Auch sein Tastsinn ist ausgebildet

W&B/Dr. Ulrike Möhle

Die Gesundheit der Mutter

Wahrscheinlich hatten Sie in den ersten Schwangerschaftswochen einen etwas niedrigeren Blutdruck als sonst. Normale Werte für Erwachsene bewegen sich ungefähr zwischen 120/70mmHg (Millimeter Quecksilbersäule) und 130/85mmHg. Am Anfang der Schwangerschaft sinkt der diastolische (also der niedrigere) Wert meistens ab. Erst im zweiten Drittel steigt der Blutdruck häufig etwas an und erreicht wieder die bei Erwachsenen üblichen Werte. Kurzzeitig kann sich der Blutdruck stressbedingt erhöhen, dann pendelt er sich jedoch bald wieder ein. Im letzten Drittel steigt er bei rund zehn Prozent der Schwangeren weiter an.

Das kann gefährlich werden: Werte über 140/90mmHg können auf einen schwangerschaftsbedingten Bluthochdruck hinweisen. Daraus kann sich eine sogenannte Präklampsie entwickeln (füher auch Gestose oder Schwangerschaftsvergiftung genannt). Diese Komplikation kann Mutter und Kind gefährden. Aber auch ein längerfristig zu niedriger Blutdruck kann für Mutter und Kind problematisch sein: In diesem Fall kann die Versorgung des Babys mit Sauerstoff und Nährstoffen mangelhaft sein. Wichtig ist deshalb: Regelmäßig den Blutdruck kontrollieren lassen. Normalerweise geschieht das bei jeder Vorsorgeuntersuchung.

Tipp: Sex in der Schwangerschaft

Das zweite Drittel ist die für viele Frauen die angenehmste Phase der Schwangerschaft. Wieso also nicht Zeit nehmen für die schönste Nebensache der Welt? Sex entspannt.

Viele werdende Mütter haben jetzt ohnehin wieder mehr Lust auf Sex. Ein Grund für die gesteigerte Libido ist vermutlich der Hormoncocktail, der während der Schwangerschaft ausgeschüttet wird. Er sorgt dafür, dass die Geschlechtsorgane besser durchblutet und damit empfindlicher sind.

Sie brauchen übrigens keine Angst davor zu haben, dem Ungeborenen zu schaden. Es ist durch die Gebärmutter und die Fruchtblase doppelt geschützt. Und auch ein Orgasmus stört das Baby nicht. Die kurzzeitigen Kontraktionen der Gebärmutter bekommt es kaum mit. Verläuft die Schwangerschaft normal, dürfen Sie sich nach Lust und Laune lieben. Probieren Sie einfach aus, was auch mit Babybauch angenehm und anregend ist.

In manchen Fällen sollten Sie jedoch auf Sex während der Schwangerschaft verzichten – beispielsweise kann dies nötig sein

  • bei Blutungen

  • bei vorzeitigen Wehen

  • wenn eine Früh- oder Fehlgeburt droht

  • nach einem Blasensprung

  • bei einer Plazenta praevia, wenn also die Plazenta vor dem Muttermund liegt oder wenn die Plazenta nur eingeschränkt funktionsfähig ist (Plazentainsuffizienz)

  • bei einer Muttermundschwäche oder einem bereits geöffneten Muttermund

  • bei einer Genitalinfektion bei Ihnen oder Ihrem Partner

Fragen Sie deshalb im Zweifel Ihren Arzt, ob in Ihrem Fall etwas gegen den Sex sprechen könnte.


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