Schwangerschaft: Tipps für schöne Haut

Bei manchen Schwangeren sprießen plötzlich Pickel und Mitesser. Jetzt kommt es auf die richtige Pflege an

von Andrea Schmidt-Forth, aktualisiert am 21.12.2017

Gilt auch während der Schwangerschaft: Die Haut gründlich und sanft pflegen


Während einer Schwangerschaft kann unser größtes Organ – die Haut – schon mal aus dem Gleichgewicht geraten. Manche Frauen bekommen plötzlich eine glatte, rosige Pfirsichhaut. Für andere dagegen werden die Schwangerschaftshormone zum Beauty-Problem.

Es mag sein, dass trockene Haut fettiger wird. Oder es sprießen fiese Mitesser oder Pickel wie in der Pubertät. Sogar eine starke Akne könnte sich bilden. Oft im ersten Schwangerschaftsdrittel, manchmal auch noch nach der Geburt. Schuld sind sogenannte Androgene, die der Körper jetzt vermehrt ausschüttet. Diese männlichen Geschlechtshormone kurbeln die Talgproduktion an. Gleichzeitig stimulieren sie das Wachstum der Hornzellen, die sich an der Öffnung der Talgdrüsen absetzen. Eine ungünstige Kombination, die selbst bei Frauen zu Hautunreinheiten führt, für die Pickel bisher ein Fremdwort war.

Pflegeprodukte dem Hautbild anpassen

Verändert sich die Haut, braucht sie auch eine andere ­Pflege. "Bildet die Haut plötzlich mehr Talg, kann der Wechsel von einem fett- zu einem feuchtigkeitsspendenden Präparat den Hautzustand verbessern", erklärt Dermatologin Dr. Natalie Garcia Bartels aus Berlin.

Grundsätzlich lautet die Devise: Weniger ist mehr! Fragen Sie im Zweifel den Hautarzt, Ihre Apothekerin oder eine Fachkosmetikerin (manche Apotheken beschäftigen entsprechend fortgebildete Mitarbeiterinnen), welche Reinigungs- und Pflegeprodukte ­der Haut jetzt guttun. An stärkeren oder großflächigen Hautunreinheiten besser nicht selbst herumdoktern. Auch Pickel ausdrücken ist ­tabu, weil man den Talg dabei in die Tiefe drückt und so Entzündungen riskiert. Ungünstig sind auch Hausmittel wie Zahnpasta oder Teebaumöl. Sie trocknen die Haut aus oder können Allergien auslösen.

Gründlich und sanft pflegen

"Für eine schöne Haut lässt sich ­aktiv etwas tun", sagt Apothekerin Ulrike Bagger aus Augsburg. "Viel trinken, auf ­eine gesunde Ernährung und Lebensweise achten sowie Gesicht und Dekolleté regelmäßig pflegen." Wichtig ist eine ebenso gründliche wie sanfte Reinigung, um überschüssigen Talg und Make-up-­Reste zu entfernen. Dazu morgens und abends vor dem Zubett-gehen Gesicht und Dekolleté mit einem pH-hautneutralen Reinigungsprodukt waschen. Die Haut trocken tupfen, dann mit Gesichtswasser klären.

Zum Schluss beides noch mit etwas pflegender Creme verwöhnen, die wie alle Pflegeprodukte dem aktuellen Hautzustand angepasst sein sollte. Ist die Haut jetzt fettiger als früher, benötigt sie wahrscheinlich nur morgens etwas Feuchtigkeitsspendendes und keine Nachtcreme. Bei Hautunreinheiten unbedingt Waschlappen und Handtuch häufig wechseln.

Von Aloe vera bis hin zu Thermalwasser – eine kleine Warenkunde

Am besten verzichten Schwangere jetzt auf fett-, öl- und alkoholhaltige Pflegeprodukte. Diejenigen, die sensibel auf Düfte reagieren, finden in der Apo­theke Produkte, die komplett unparfümiert sind.

Reinigung: Bei Tendenz zu fettiger Haut sind pH-hautneutrale Produkte zu empfehlen, Waschlo­tio­nen oder Waschgele mit pH-Werten zwischen 5,5 und 6,5. Bei sehr trockener Haut besser eine Reinigungsmilch verwenden.

Pflege: Alle Aloe-vera-Produkte spenden Feuchtigkeit und sind gute Allrounder, also für jeden Hautzustand geeignet. Bei sehr trockener Haut empfiehlt Ulrike Bagger eine reichhaltigere Creme, etwa mit Harnstoff (z.B. 3% Urea) und etwas Dexpanthenol, einem Pro-Vitamin, das juckreizstillende und wundheilungsfördernde Eigenschaften hat.

Bei fettiger Haut sollte die Creme nicht zu reichhaltig sein, sie fördert die Bildung von Mitessern. Zudem können diese Cremes auch Anti-Aging-Produkte, die Vitamin-A-Verbindungen (z. B. Retinol, Retinaldehyd) enthalten, die in der Schwangerschaft tabu sind.

Gesichtswasser: Es schließt die Poren, neutralisiert den pH-Wert und wirkt leicht antibakteriell. Gesichtsspray auf Basis von Thermal­wasser kann stark entzündete Haut lindern.

Make-up: Ein leichtes Make-up deckt Hautunreinheiten ab. Am bes­ten man verwendet ein Produkt auf Wasserbasis. Das erkennen Sie an der Bezeichnung "Aqua" (steht auf der Liste der Inhaltsstoffe ganz vorn). Manchmal reicht Puder, um glänzende Stellen zu mattieren und kleine Pickel abzudecken. Punk­tuell helfen Abdeckstifte.

Masken: Beruhigend wirken Masken, z. B. mit Heilerde. Es gibt sie fertig in der Apotheke oder zum Selbst-Anrühren. "Sie können auch zwei, drei Tropfen reines Lavendelöl unter Ihre Gesichtslotion mischen. Das wirkt antibakteriell und heilend", sagt die Apothekerin.

Peelings: Sie werden auf die ­feuchte Haut aufgetragen, um abge­storbene Hautschüppchen behutsam ab­zu­rubbeln. Es eignen sich natür­liche Peelings ohne chemische Wirkstoffe, etwa auf Basis von Heil- oder Kaolinerde, Mandelkleie oder Salz.

Spezialfall Akne

Bildet sich Akne, kann der Hautarzt eine Antibiotikasalbe oder bis zur 16. Schwangerschaftswoche ­Tetracyclin verschreiben, die nur lokal auftgetragen wird. Unbedenklich ist laut Apothekerin Bagger, die betroffenen Hautpartien mit topischem Benzoylperoxid und Azelainsäure (BPO 3-prozentig) zu desinfizieren. Zinkhaltige Schüttelmixturen helfen, Pickel auszutrocknen und die Haut zu mattieren.

Achtung: Manche Wirkstoffe scheiden aus, weil sie für das Ungeborene schädlich sind. Das gilt für (Iso)-Tretinoin, das Fehlbildungen auslösen kann. Auch auf Pflegeprodukte oder Peelings mit Frucht- und ­Salicylsäure (auf der Packung erkennbar durch Abkürzungen wie AHA, BHA, LHA oder PHA) sollte man lieber ganz verzichten.

Schutz vor Sonne

Bei manchen Schwangeren bildet die Haut in der Sonne ver­stärkt dunkle Pigmentflecken. Das liegt am hohen Östrogenspiegel. Er regt die Melaninproduktion an (Pigmentfarbstoff). Betroffen sind meist Frauen mit einem dunkleren Hauttyp oder Sommer­sprossen. Dagegen hilft Sonnenschutz: Sonnenhut ­tragen und Cremes mit Schutzfaktor 50 verwenden. Sonnenbäder sollte man grundsätzlich meiden, vor allem wenn man zu Rosacea neigt, also zu ge­röteten, trockenen Wangenpartien mit geweiteten Äderchen.


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