Schwangerschaft: Besser Schorlen statt Softdrinks

Lust auf eine Erfrischung? Schwangere greifen besser zur Saftschorle und meiden zuckerfreie Softdrinks

von Christian Andrae, 14.08.2018
Schwangere Frau

In der Schwangerschaft sollten Frauen besser zu gekühlten Saftschorlen statt Softdrinks greifen


Eis, Schokolade oder Brause. Süßes schmeckt großartig. Mit dieser Vorliebe kommen wir auf die Welt. Und wir können nichts dagegen tun. Im Gegenteil: Unser Gehirn setzt Zucker sogar mit einer Belohnung gleich. Noch während das Bonbon im Mund zergeht, schüttet das Belohnungszentrum Glückshormone aus. Und davon können wir praktisch nie genug bekommen. Doch irgendwann wird die Sache mit dem Zucker zum Problem: Im Übermaß macht er krank.

Süßungsmittel ersetzen Zucker

Nur gut, dass die Lebensmittelindustrie die Süßstoffe erfunden hat: Aspartam (E 951), Acesulfam (E 950), Cyclamat (E 952) oder Saccharin (E 954) und mehr. Sie sind bis zu 3000-mal süßer als Zucker, haben kaum oder keine Kalorien und ermöglichen nicht nur zahnfreundliche Kaugummis, sondern auch die leichten Ableger von Er­­frischungsgetränken oder Frucht­­joghurts. Süßer Genuss ohne bitteren Beigeschmack?

Laut der Europäischen Behörde für Lebensmittel­sicherheit (EFSA) trifft das zumindest für Aspartam zu. Ein besonders beliebtes Süßungsmittel, da es der Süße von Zucker recht nahekommt, kalorienarm und günstig in der Herstellung ist. Die EFSA hatte den Süßstoff jedoch genauer unter die Lupe genommen, nachdem ihm eine Studie der European Ramazzini Foundation nach Tierversuchen krebserregende Eigenschaften zugeschrieben hatte.

2013 kam die EFSA aber zu einem entwarnenden Schluss: "Nach eingehenden Sicher­heitsbewertungen gilt Aspartam als unbedenklich für den menschlichen Verzehr" – auch für Säuglinge und Schwangere. Aber: Ausgenommen sind Menschen, die an der Stoffwechsel­erkrankung Phenylketonurie leiden. Sie können ein Abbauprodukt von Aspartam nicht verarbeiten.

"Süßstoffe sind keine gesunde Alternative"

Dennoch: Eine 2017 im Fachblatt Journal of Epidemiology erschienene Studie aus Dänemark sowie eine 2016 im JAMA Pediatrics veröffentlichte Arbeit aus Kanada legen nahe, dass Schwangere Produkte mit Süßstoffen besser nicht im Übermaß verwenden sollten. Denn laut beiden Studien steigert der Konsum künstlich gesüßter Lebensmittel die Gefahr, dass die Kinder später einmal übergewichtig werden.

"Süßstoffe sind keine gesunde Alternative", stellt Professor Ekkehard Schleußner, Geburtsmediziner am Universitätsklinikum Jena, klar. Wobei auch hier die Dosis das Gift macht. Wer ein, zwei Mal pro Woche zu einem künstlich gesüßten Softdrink greift, "schadet seinem Kind nicht", betont der Experte. Wer sie aber täglich konsumiert, sollte seine Ernährung einmal grundsätzlich überdenken, meint Schleußner. "Denn alle diese Süßstoffe gelangen über den Mutterkuchen auch zum Kind. Und dadurch kann es – dosisabhängig – zu Veränderungen kommen", warnt der Mediziner.

Stark vereinfacht formuliert, greifen die Süßstoffe wohl in die Programmierung des späteren Stoffwechsels des Kindes ein. Das känn später Übergewicht zur Folge haben. Wer tatsächlich eine gesündere Alternative zur Brause sucht, könnte zu einer Saftschorle greifen. "Zum Beispiel mit etwas Orangensaft – aber bitte auch nur in Maßen, weil der viel Fruchtzucker enthält", sagt Schleußner.


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