Rauchfrei durch die Schwangerschaft

Knapp elf Prozent der Mütter haben während der Schwangerschaft geraucht. Schädlich für die Mutter – und das Ungeborene. Wie der Abschied vom Glimmstängel gelingt

von Anja Kopf und Julia Rotherbl, aktualisiert am 16.03.2018

Als Schwangere sollten Sie dem Ungeborenen zuliebe auf Nikotin verzichten


Schwanger? Dann Hände weg von der Zigarette, Ihnen und Ihrem Baby zuliebe. Denn durch das Rauchen verengen sich die Gefäße, die Plazenta wird schlechter durchblutet und das Baby bekommt dadurch weniger Sauerstoff und Nährstoffe. Die im Tabakrauch enthaltenen Giftstoffe gelangen zudem über die Plazenta direkt in den Blutkreislauf des Nachwuchses.

Bei Raucherinnen kommt es häufiger zu Komplikationen wie Fehl-, Früh- und Totgeburten – das Risiko reduziert sich deutlich, wenn Frauen vor oder während der Schwangerschaft den Glimmstängel zur Seite legen. Ein weiteres Argument: Die Kinder sind langfristig gesehen weniger anfällig für Infektionskrankheiten, Allergien oder auch Übergewicht. Zudem sinkt die Gefahr des plötzlichen Kindstods, wenn Schwangere nicht mehr rauchen.

Elf Prozent der Schwangeren rauchen

Neue Zahlen zeigen allerdings, dass elf Prozent der Mütter, die Kinder im Alter von bis zu sechs Jahren haben, während der Schwangerschaft ab und zu oder sogar regelmäßig zur Zigarette griffen. So eines der Ergebnisse zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland (KiGGS), die das Robert Koch-Institut im März 2018 veröffentlichte.

Dabei wird deutlich: Je älter die werdende Mutter, desto seltener rauchte sie. Auch ein hoher Wohlstand und Bildung führten eher zu einer rauchfreien Schwangerschaft. Doch die Studie belegt auch, dass sich die Zahl der rauchenden Schwangeren innerhalb der letzten zehn Jahre fast halbiert hat.

Die richtige Strategie für den Rauchstopp

Mit alten Gewohnheiten zu brechen, ist natürlich nicht ganz einfach – gerade wenn die Frau schon schwanger ist. Vor allem starke Raucherinnen sollten ihren Arzt zu Rate ziehen. Krankenkassen und Hausärzte bieten für diese Gruppe manchmal spezielle Rauchentwöhnungsprogramme an.

Für weniger starke Raucherinnen, hat sich die Schlusspunkt-Methode bewährt. Wählen Sie sich möglichst zeitnah einen Tag aus, an dem Sie mit dem Rauchen aufhören möchten und markieren Sie ihn im Kalender. Bereiten Sie sich bis dahin auf kritische Situationen vor: Überlegen Sie, wie Sie sich verhalten werden, wenn Sie Lust auf eine Zigarette bekommen. So sind Sie im Ernstfall besser gewappnet. Werden Sie sich bewusst, wann Sie am liebsten zum Glimmstängel greifen: Ist es nach dem Essen? Beim Telefonieren oder bei einer Tasse Kaffee?

Tipps, um den Rauchstopp zu meistern

Ist der Tag X gekommen, gibt es ein paar Verhaltensregeln, die dabei helfen, den Griff zur Zigarette zu vermeiden.

  • Wenn Sie das Verlangen überkommt: Atmen Sie tief durch und entspannen Sie sich für ein paar Minuten. Danach ist der Drang nach einer Zigarette vermutlich nicht mehr so groß.
  • Trinken Sie eine große Tasse Tee, ein Glas Mineralwasser oder verdünnte Obstsäfte. Schwangere sollten ohnehin darauf achten, genügend Flüssigkeit zu sich zu nehmen.
  • Legen Sie sich kleine Obst- und Gemüseportionen zurecht. Süßigkeiten sind jedoch keine geeignete Alternative zur Zigarette.
  • Auch Ablenkung kann helfen: Machen Sie einen Spaziergang an der frischen Luft oder gehen Sie einem Hobby nach. Das ist besser als Fernsehen und Rauchen.
  • Belohnen Sie sich fürs Durchhalten! Das motiviert.

Und wenn Sie doch mal schwach werden? Ein Ausrutscher kann passieren – doch er darf nicht zu einem Rückfall führen. Es hilft, wenn Sie sich klarmachen, was Sie schon erreicht haben und welche Vorteile der Rauchstopp für Ihr Ungeborenes und Sie hat. Ein gesundes Baby ist doch die schönste Belohnung.


Wie oft war Ihr Kind im vergangenen Jahr krank?
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34,53%
18,27%
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vier- bis siebenmal
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41,57%
32,31%
26,12%
Das war uns nicht wichtig
Daran haben wir gar nicht gedacht
Klar, im Frühling/ Sommer/ Herbst/ Winter Geburtstag zu haben, ist doch viel schöner
Insgesamt abgegebene Stimmen: 1501