Nabelbruch in der Schwangerschaft

Bei manchen werdenden Müttern kann sich ein Nabelbruch bilden. Für Mutter und Kind ist er meist nicht gefährlich
von Dr. Katharina Kremser, aktualisiert am 14.07.2017

In der Schwangerschaft kann der Nabel verstreichen, das heißt die Nabelvertiefung verschwindet, oder der Nabel kann sich vorwölben

Thinkstock/F1online

In der Schwangerschaft wölbt sich der Bauch – und manchmal auch der Nabel. Der "Nabel verstreicht", das heißt die Nabelvertiefung verschwindet. Verstreicht er nicht nur, sondern bildet sich eine Art Beule im Nabelbereich, kann ein Nabelbruch dahinterstecken. Dabei handelt es sich um eine Ausstülpung von Gewebe durch eine Schwachstelle oder Lücke in der Bauchwand – die sogenannte Bruchpforte. Ärzte sprechen von einer "Nabelhernie".

Nabelbrüche bei werdenden Müttern sind meist harmlos

"Nabelbrüche entstehen in der Schwangerschaft oft durch die Dehnung der Bauchdecke und das Auseinanderweichen der Bauchmuskeln", erklärt Frauenärztin und Privatdozentin Dr. Ute Germer, Leiterin des Zentrums für Pränatalmedizin am Caritas-Krankenhaus St. Josef in Regensburg. "Im Allgemeinen sind sie aber harmlos und bereiten während der Schwangerschaft und unter der Geburt keine Probleme."

Genauso sieht das auch Professor Ferdinand Köckerling, Chefarzt der Klinik für Chirurgie, Visceral- und Gefäßchirurgie am Vivantes Klinikum Spandau und stellvertretender Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie: "In der Schwangerschaft tritt der Nabel gerne etwas hervor. Das ist kein Grund zur Besorgnis."

Bei Schmerzen oder Verfärbung zum Arzt

Üblicherweise bereitet ein solcher Bruch den werdenden Müttern keine Schmerzen. Tut er jedoch weh oder verfärbt er sich bläulich, sollte man unbedingt zum Arzt gehen: Es könnte sich um eine Einklemmung handeln, bei der sich Darmgewebe in der Bruchpforte verklemmt hat und nicht mehr richtig durchblutet wird.

Dabei handelt es sich um einen Notfall und einen der wenigen Gründe, warum ein Nabelbruch in der Schwangerschaft operiert wird. "Zum Glück ist das aber eine absolute Rarität", sagt Köckerling. "Außer bei der Einklemmung operieren wir eigentlich nur, wenn die Schwangere durch den Nabelbruch Schmerzen hat, die ein Abwarten bis nach der Entbindung unmöglich machen."

Nach der Entbindung verschwindet der Bruch oft von allein

Sorgen um das Baby müssen sich die werdenden Mütter in der Regel nicht machen. Denn für den Nachwuchs ist der Nabelbruch und sogar die Operation normalerweise nicht weiter gefährlich, so Germer: "Prinzipiell ist das Risiko einer Operation bei den Schwangeren für das ungeborene Baby akzeptabel."

Bereitet der Nabelbruch keine Probleme, können die Mütter einfach abwarten. Denn ein Nabelbruch, der in der Schwangerschaft auftritt, verschwindet danach oft von selbst wieder. "Rückbildungsgymnastik, die allgemein sehr wichtig ist, kann dabei helfen," erläutert Frauenärztin Germer. Es lohnt sich also, hier nicht nachlässig zu sein.


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