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Ist Kaffee in der Schwangerschaft erlaubt?

Was haben schwarzer Tee, Kaffee und Schokolade gemeinsam? Sie enthalten Koffein – einen anregenden Stoff, den Schwangere besser nur niedrig dosiert konsumieren

von Andrea Schmidt-Forth und Sabine Hoffmann, aktualisiert am 01.07.2020

Ob Kaffee und Co. in der Schwangerschaft okay sind und welche Alternativen den Kreislauf anregen, verraten unsere Experten


Zwei Tassen Kaffee zum Start in den Tag. Im Büro ein Cappuccino, nach dem Essen ein Espresso, um das Mittagstief zu überwinden, und kurz vor Feierabend dann noch ein Milchkaffee. Klingt nach einer normalen Tages­­ration? Für manche schon. Aber schwangere Kaffeefans reduzieren hier besser. "Sie würden mit dieser Tagesmenge ihr Koffein-Konto sprengen", sagt Dr. Dietmar Schlembach, Chefarzt an der Klinik für Geburtsmedizin des Vivantes Klinikum Neukölln und Mitglied des Vorstandes der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe.

Koffein wirkt aufs Baby

Das Problem: Der Inhaltsstoff, der bei uns Herz­frequenz und Stoffwechsel anregt und den Blutdruck steigen lässt, wirkt sich auch auf das ungeborene Baby aus. So ergab eine norwegische Studie an etwa 60 000 Schwangeren, dass Koffein Wachstum und Geburtsgewicht des Ungeborenen eher ungünstig beeinflusst. Kinder, deren Mütter in der Schwangerschaft Koffein zu sich nahmen, wogen im Schnitt weniger, und zwar 21 bis 28 Gramm pro 100 Milligramm (mg) Koffeinkonsum täglich.

Andere Studien ergaben Anhaltspunkte dafür, dass übermäßiger Koffeingenuss ab 300 mg am Tag in der Frühschwangerschaft das Risiko einer Fehlgeburt erhöhen könnte. Dieses Ergebnis wird allerdings kon­trovers diskutiert. "Koffein steht im Verdacht, die Durchblutung des Mutterkuchens zu vermindern", sagt Schlembach. Ein gewisses Ri­siko sei nicht ausgeschlossen.

Empfohlene Koffein-Dosis

Aber wie viel Koffein ist nun zu viel? Die Europä­ische Behörde für Lebensmittelsicherheit rät Schwangeren, einen Wert von 200 mg Koffein über den Tag verteilt nicht zu überschreiten. Vorausgesetzt, eine Schwangere trinkt keine weiteren koffeinhaltigen Getränke wie Cola, hält sie die Maximalmenge mit etwa zwei Tassen Filterkaffee à 200 Milli­liter ein. Ein Espresso enthält etwa 80 mg Koffein (­siehe Bildergalerie). Zwei pro Tag wären also okay.

Und wie sieht es mit Cappuccino oder Latte Macchiato aus? Sie werden auch mit einem Espresso zubereitet aber: "Die unmittelbare Wirkung von Koffein im Körper hängt grundsätzlich von der Konzentration ab", sagt Dr. Malte Rubach, auf Kaffee spezialisierter Ernährungswissenschaftler aus München. Diese sei in den mit Milch verdünnten Varianten geringer und daher wahrscheinlich auch für Schwangere güns­tiger. Aber auch bei den Mixgetränken gilt: Die Tages­höchstmenge an Koffein nicht überschreiten!

So viel Koffein enthalten die verschiedenen Kaffeearten

Latte Macchiato: 200 ml = Ca. 80 mg Koffein
Espresso: 60 ml = ca. 80 mg Koffein
Filterkaffee: 200 ml = ca. 90 mg Koffein
Cappuccino: 150 ml = 80 mg Koffein

Der Koffein-Gehalt kann je nach Hersteller, Kaffeesorte, -röstung etc. variieren

Koffeinfreie Muntermacher

Am Nachmittag kommt das Tief, die Konzentration lässt nach. Dann ein Kaffee und die Power kehrt zurück? Das geht auch anders. So bringt eine Tasse Pfefferminztee den Kreislauf eben­so in Schwung und macht munter wie eine Tasse Kaffee. Die belebende Wirkung des Menthols regt nämlich die Durchblutung an. Vollkornprodukte wie Vollkornbrot oder -müsli sind ebenfalls gute Energielieferanten. Gegen akute Müdig­keitsattacken hilft ein Spaziergang an der frischen Luft.

Übrigens: "Wer normalerweise viel Kaffee trinkt, vergisst oft das Trinken, wenn er verzichtet", sagt Monika Cremer vom Netzwerk Gesund ins Leben in Bonn. Schwangeren rät die Ernährungswissenschaftlerin daher: "Stellen Sie immer eine Karaffe Wasser oder Kräuter- bzw. Früchtetee bereit." Vorsicht bei aromatisierten Tees: Oft steckt Schwarz- oder Grüntee mit drin. Beides enthält auch Koffein.

Was gilt in der Stillzeit?

Das Gleiche wie für die Schwanger­schaft: Zwei bis drei kleine Tassen Kaffee sind okay. Eine brasilianische Studie ergab, dass Säug­linge bei ­dieser Menge noch nicht mit Schlafproblemen reagieren. Da Koffein in die Mutter­­milch übergeht, kann er aber für Bauchweh oder Unruhe sorgen, so die DGE. Gut, wenn Mütter ihren Kaffee deshalb ­direkt nach dem Stillen trinken, dann ist die Wirkung bis zum nächsten Stillen verflogen.


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