Ist Kaffee in der Schwangerschaft erlaubt?

Was haben schwarzer Tee, Kaffee und Schokolade gemeinsam? Sie enthalten Koffein – einen anregenden Stoff, den Schwangere besser nur niedrig dosiert konsumieren

von Sabine Hoffmann, aktualisiert am 30.07.2018

Ob Kaffee und Co. in der Schwangerschaft okay sind und welche Alternativen den Kreislauf anregen, verraten unsere Experten


Empfohlene Koffein-Dosis

Ohne Kaffee am Morgen geht nichts? So mancher Schwangeren fällt es schwer, sich ein Leben ohne den geliebten schwarzen Wachmacher vorzustellen. Muss sie auch nicht. Mamas in spe dürfen Kaffee trinken – vielleicht nur ein bisschen weniger als bisher. Bis zu 200 Milligramm Koffein am Tag stuft die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit als unbedenklich ein. So viel Koffein steckt etwa in zwei Tassen Kaffee à 200 ml oder in vier Tassen schwarzem Tee.

Achtung: ­Koffein befindet sich – wenn auch weniger stark konzentriert – ebenfalls in grünem Tee, Matcha-Getränken oder Schokolade (siehe Galerie)­. Auch viele Energydrinks enthalten Koffein. Von ihnen sollten Schwangere und stillende Mütter jedoch die Finger lassen, da die Konzentration pro Dose sehr hoch ist.

Koffeinfreie Muntermacher

Am Nachmittag kommt das Tief, die Konzentration lässt nach. Dann ein Kaffee und die Power kehrt zurück? Das geht auch anders. So bringt eine Tasse Pfefferminztee den Kreislauf eben­so in Schwung und macht munter wie eine Tasse Kaffee. Die belebende Wirkung des Menthols regt nämlich die Durchblutung an. Vollkornprodukte wie Vollkornbrot oder -müsli sind ebenfalls gute Energielieferanten. Gegen akute Müdig­keitsattacken hilft ein Spaziergang an der frischen Luft.

So wirkt Koffein aufs Baby

"Das Kind nimmt genauso viel Koffein auf wie die Mutter, da dieses ungefiltert die Plazenta passiert", sagt Prof. Dr. Ekkehard Schleußner, Direktor der Geburtsklinik am Universitätsklinikum Jena. "Koffein verengt die Gefäße, der Blutdruck steigt, die Schwangere wird munter. Gleichzeitig sinkt aber die Durchblutung des Mutter­kuchens. Es besteht ein gering erhöhtes Risiko für eine Früh- oder Fehlgeburt."

Norwegische Wissenschaftler wollen auch eine Auswirkung auf das Geburtsgewicht von Babys festgestellt haben. Eine Studie an fast 60 000 Schwangeren ergab, dass das Geburtsgewicht um 21 bis 28 Gramm bei einem Konsum von 100 Milli­gramm Koffein/Tag sank. Klingt wenig, aber der Experte erklärt: "Das ist nur der Mittelwert aus der Studie. In Einzelfällen kann das Gewicht stärker reduziert sein." Die Folgen: "Die Neugeborenen leiden häu­figer unter Anpassungsstörungen und haben Probleme, Temperatur oder Blutzucker zu kontrollieren", so Schleußner.

Was gilt in der Stillzeit?

Das Gleiche wie für die Schwanger­schaft: Zwei bis drei kleine Tassen Kaffee sind okay. Eine brasilianische Studie ergab, dass Säug­linge bei ­dieser Menge noch nicht mit Schlafproblemen reagieren. Da Koffein in die Mutter­­milch übergeht, kann er aber für Bauchweh oder Unruhe sorgen, so die DGE. Gut, wenn Mütter ihren Kaffee deshalb ­direkt nach dem Stillen trinken, dann ist die Wirkung bis zum nächsten Stillen verflogen.


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