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Geschwollene Füße in der Schwangerschaft

Früher oder später trifft es fast jede Schwangere: Die Füße schwellen an. Eine Apothekerin erklärt, was Mamas in spe dagegen tun können

von Kirsten Hoffmeister, 27.01.2021

Schmale Ballerinas, enge Halb­schuhe – irgendwann passen viele Schwangere nicht mehr in ihre Lieblingsschuhe. Die Füße sind geschwollen. Manchmal schmerzen sie. "Meist handelt es sich um harmlose Wassereinlagerungen", sagt Apothekerin Birgit Schade aus Leipzig. Hier erklärt sie, was dann hilft.

Warum schwellen die Füße an?

In der Schwangerschaft nimmt das Blutvolumen um etwa 40 Prozent zu. Aufgrund der veränderten Hormonlage sinkt gleichzeitig der Gefäßwiderstand. Die Venen sind erweitert, das Blut kann im Beckenbereich nicht mehr so gut abfließen. "Der Druck des Bauches bewirkt einen venösen Rück­stau in die Beinvenen", sagt Birgit Schade. "In der Folge kann Wasser leichter aus dem Blutkreislauf hinausgelangen und in die Zellzwischen­räume des Bindegewebes eintreten. Zwei Drittel der Schwangeren leiden unter Wassereinlagerungen, sogenannten Ödemen."

Was kann ich dagegen machen?

Erst mal entspannt bleiben. Vor ­allem gegen Ende der Schwangerschaft – ­­besonders nach langem Sitzen oder Stehen sowie bei warmem Wetter – staut sich die Flüssigkeit in Beinen und Füßen. Nach der Schwangerschaft verschwinden die Ödeme normalerweise wieder. Das überflüs­sige Wasser wird vermehrt durch Schwitzen und Harn­drang ausgeschieden. "Machen Sie auf keinen Fall Entwässerungskuren oder streichen Sie das Salz vom Speiseplan", warnt Schade. "Ein gut funktionierender Flüssigkeits- und Mineralhaushalt ist für Ihren Stoffwechsel wichtig."

Was tut den Füßen jetzt gut?

Bewegen Sie Ihre Beine so oft wie möglich, und überkreuzen Sie sie beim Sitzen nicht. Legen Sie die Beine mehrmals täglich hoch. Diese Übungen helfen: die Beinmuskeln anspannen und locker lassen; die Füße kreisen; die ­­Zehen anziehen und ausstrecken. Mehrmals täglich wiederholen.

Welche Hausmittel wirken?

Grundsätzlich gilt: ausreichend trinken – am besten Wasser oder Kräutertee. Das regt die Durchblutung an. Kühlende Quarkwickel tun jetzt gut. "Auch Kneipp­güsse von den Füßen aufwärts bis zum Knie können helfen", erklärt Schade. "Sprechen Sie vorab mit dem Arzt, sollten Sie eine chronische Herz- oder Gefäßerkrankung haben oder unter zu niedrigem Blutdruck leiden."

So geht’s: Atmen Sie aus, und gießen Sie vom rechten Fußrücken ­außen kaltes Wasser aufwärts bis etwa eine Handbreit über das Knie. Verweilen Sie dort etwas. Gießen Sie dann am Innenbein langsam abwärts. Am anderen Bein wiederholen. Kühlen Sie zum Schluss die Fußsohlen ab. "Durch den Kältereiz schließen sich die Venenklappen, das verbessert den Rückfluss des Blutes, entstaut und lindert das Schwere­gefühl", so die Expertin. Wechseln Sie danach auf warmes Wasser, wiederholen Sie den Vorgang mehrmals. Mit dem kälteren Wasser enden.

Gibt es abschwellende Lotionen?

"Eine gute Wirkstoffkombination ist zum Beispiel Zitrusduft mit Arnika, Hamamelis und Schlehenblüten, die die Durchblutung anregen", sagt die Apothekerin. Die Emulsion (aus der Apotheke) mit sanft kreisender Bewegung von den Füßen bis zu den Oberschenkeln auf die Haut auftragen, die Beine etwa zehn Minuten hochlagern.

Was bringen Kompressionsstrümpfe?

Sie üben Druck auf die Venen aus. Das verbessert den Rücktransport des Blutes zum Herzen. Kompressionsstrümpfe können die Symptome verbessern und Thrombosen vorbeugen. Der Frauenarzt verordnet sie, in der Apotheke werden sie angepasst.

Wann zum Arzt?

Bei plötzlicher einseitiger Schwellung eines Unterschenkels oder des ganzen Beines, eventuell verbunden mit Schmerzen oder Hautveränderungen (Rötungen), muss der Arzt ein Blutgerinnsel (Thrombose) ausschließen.

Bei ­starken Kopfschmerzen, plötzlich erhöhtem Blutdruck (über 140/90) und Wassereinlagerungen, besonders wenn diese Symptome gemeinsam und im ersten Drittel auftreten. Dies kann auf eine Schwangerschaftsvergiftung hinweisen.

Bei rascher Gewichtszunahme oder bei starken Schwellungen an ­Händen, Beinen oder im Gesicht. Erst recht, wenn zudem Sehstörungen, Übelkeit, Erbrechen und Schmerzen auftreten, vor allem im rechten Oberbauch.


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