Fisch für Schwangere

Fisch schmeckt vorzüglich, gehört zur leichten Küche und ­liefert Schwangeren wertvolle Nährstoffe für Babys Entwicklung
von Julia Rotherbl und Madlen Ottenschläger, aktualisiert am 14.02.2018

Jod ist zum Beispiel in Seefisch enthalten

PhotoDisc/ RYF

Eine Schwangere steht am Tiefkühlschrank und greift nach dem Lachs. Sie hält inne, tauscht Lachs gegen Kabeljau, dann Kabeljau gegen Forelle. Sie zögert. Welchen nur nehmen?

Gut schon mal, wenn Schwangere überhaupt regelmäßig Fisch konsumieren. "Er liefert Omega-3-Fett­säuren und Jod. Diese Nährstoffe spielen vor allem bei der Gehirnent­wicklung des Kindes eine wichtige Rolle", erklärt Isabelle Keller, Ernährungswissenschaftlerin bei der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) in Bonn. Zwar kann Fisch den Jodbedarf nicht vollständig decken, dennoch lautet die Empfehlung für Schwangere, zweimal in der Woche Fisch zu essen.

Fetter Fisch enthält viel Omega-3-Fettsäuren

Ernährungswissenschaftler unterscheiden zwischen fettreichen und fettarmen Arten. Zu Letzteren zählen zum Beispiel Seefische wie Seelachs, Scholle und Rotbarsch sowie Süßwasserfische wie etwa Karpfen und Forelle. Sie enthalten Jod, allerdings kaum Omega-3-Fettsäuren.

Die Fettsäure-Speicher des Babys und der Mutter füllen fettreiche Seefische wie Lachs, Makrele oder Hering. Diese gehören einmal pro Woche auf den Teller. Ob tiefgekühlt oder frisch, ist Geschmacksache, Jod- und Fettsäuren-Gehalt sind in beiden Fällen gleich.

Auf frische Ware achten

Verzichten Sie, wenn der Fisch riecht, die Augen schon trüb und die Kiemen dunkel sind. Wer frische Ware bevorzugt, achtet nach dem Kauf auf eine lückenlose Kühlkette.

Ob frisch oder gefroren – den Fisch gut durchgaren, bevor er auf dem Teller landet. Roher Fisch ist tabu. "In ihm können Erreger von Toxoplasmose oder Listeriose stecken. Zwei Krankheiten, die dem Baby schwer schaden würden", sagt Keller. Sushi-Fans verkneifen sich den Genuss also eine ganze Weile. Gleiches gilt für Austern, Fisch-Carpaccio, gesalzene und geräucherte Arten wie Matjes oder Räucherlachs.

Besser meiden heißt es auch bei Arten, die am Ende der Nahrungkette stehen. Sie können stärker mit Schadstoffen wie etwa Quecksilber und Dioxin belastet sein, so das Experten-Netzwerk "Gesund ins Leben". Dazu zählen zum Beispiel Kabeljau, Hecht, Seehecht, Thunfisch, Schwertfisch, Heilbutt und Aal.

Pflanzliche Alternativen

Und was machen Schwangere, die keinen Fisch mögen? "Einen Teil der Nährstoffe liefern Pflanzenöle wie Raps- und Walnussöl", so Keller. Zusätzlich empfiehlt sie, Fischölkapseln einzunehmen, Veganern rät sie zu Algenpräparaten. Die Dosierung  mit dem Frauen­arzt besprechen.


Sie wissen nicht, welche Gerichte Jod enthalten? Wir haben Ihnen einige Rezepte zusammengestellt.


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