{{suggest}}


Fisch für Schwangere

Fisch schmeckt, ist gesund und ­liefert Schwangeren wertvolle Nährstoffe für Babys Entwicklung, wie Jod und Omega-3-Fettsäuren

von Julia Rotherbl und Madlen Ottenschläger, aktualisiert am 24.01.2019

Zum Nachschauen: Eine Hebamme und eine Apothekerin erklären, warum Omega-3-Fettsäuren und Jod für Schwanger so wichtig sind


Eine Schwangere steht am Tiefkühlschrank und greift nach dem Lachs. Sie hält inne, tauscht Lachs gegen Kabeljau, dann Kabeljau gegen Forelle. Sie zögert. Welchen nur nehmen?

Gut schon mal, wenn Schwangere überhaupt regelmäßig Fisch konsumieren. "Er liefert Omega-3-Fett­säuren und Jod. Diese Nährstoffe spielen vor allem bei der Gehirnent­wicklung des Kindes eine wichtige Rolle", erklärt Isabelle Keller, Ernährungswissenschaftlerin bei der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) in Bonn. Daher lautet die Empfehlung für Schwangere, zweimal in der Woche Fisch zu essen. Da es vielen trotzdem nicht gelingt, ihren Jodbedarf allein über die Ernährung zu decken, sollten Schwangere zusätzlich täglich eine Tablette mit 100 bis 150 Mikrogramm Jod einnehmen, wenn sie nicht unter einer Schilddrüsenerkrankung leiden. Andernfalls sollten sie vor der Einnahme von Jod mit ihrem Arzt sprechen.

Fetter Fisch enthält viel Omega-3-Fettsäuren

Ernährungswissenschaftler unterscheiden zwischen fettreichen und fettarmen Arten. Zu Letzteren zählen zum Beispiel Seefische wie Seelachs, Scholle und Rotbarsch sowie Süßwasserfische wie etwa Karpfen und Forelle. Sie enthalten Jod, allerdings kaum Omega-3-Fettsäuren.

Die Fettsäure-Speicher des Babys und der Mutter füllen fettreiche Seefische wie Lachs, Makrele oder Hering. Diese gehören einmal pro Woche auf den Teller. Ob tiefgekühlt oder frisch ist Geschmacksache.

Auf frische Ware achten

Verzichten Sie, wenn der Fisch riecht, die Augen schon trüb und die Kiemen dunkel sind. Wer frische Ware bevorzugt, achtet nach dem Kauf auf eine lückenlose Kühlkette.

Ob frisch oder gefroren – den Fisch gut durchgaren, bevor er auf dem Teller landet. Roher Fisch ist tabu. "In ihm können Erreger von Toxoplasmose oder Listeriose stecken. Zwei Krankheiten, die dem Baby schwer schaden würden", sagt Keller. Sushi-Fans verkneifen sich den Genuss also eine ganze Weile. Gleiches gilt für Austern, Fisch-Carpaccio, gesalzene und geräucherte Arten wie Matjes oder Räucherlachs.

Besser meiden heißt es auch bei Arten, die am Ende der Nahrungkette stehen. Sie können stärker mit Schadstoffen wie etwa Quecksilber und Dioxin belastet sein, so das Experten-Netzwerk "Gesund ins Leben". Dazu zählen zum Beispiel Hecht, Thunfisch, Schwertfisch, Heilbutt und Aal.

Pflanzliche Alternativen

Und was machen Schwangere, die keinen Fisch mögen? "Einen Teil der Nährstoffe liefern Pflanzenöle wie Raps- und Walnussöl", so Keller. Zusätzlich empfiehlt sie, Fischölkapseln einzunehmen. Die Dosierung mit dem Frauen­arzt besprechen. Neben den Jodtabletten helfen auch jodiertes Speisesalz, Milch und Milchprodukte dabei, dass der steigende Jodbedarf gedeckt werden kann.


Sie wissen nicht, welche Gerichte zudem Jod enthalten? Wir haben Ihnen einige Rezepte zusammengestellt.


Mit den Kindern in den Urlaub: Was überwiegt – Stress oder Entspannung?
Zum Ergebnis
Sind Sie auf Anhieb schwanger geworden?
Zum Ergebnis