Daher kommt der Heißhunger in der Schwangerschaft

Schwangere wundern sich oft, was sie plötzlich alles essen wollen und in welchen Mengen. Was steckt hinter dem Heißhunger?

von Sabine Hoffmann, 07.11.2017
Schwangere Frau isst Pralinen in der Küche

Die Lust aufs Essen nimmt be manchen Schwangeren rapide zu


"Erbsen und Mayonnaise gingen bis zur Schwangerschaft gar nicht, und plötzlich konnte ich davon nicht genug bekommen." – "Rindfleisch. Mochte ich vor der Schwangerschaft nicht so, und dann hatte ich Heißhunger drauf." – "Bei mir waren es verstärkt Eis und Kuchen." Antworten wie diese erreichten uns, als wir auf unserer Facebook-Seite nach Essensgelüsten in der Schwangerschaft fragten. Heißhunger, der sich kaum noch beherrschen lässt – dieses Phänomen kennen viele Schwangere. Doch was es damit auf sich hat, wissen Mediziner und Forscher nicht genau.

Woher kommt der Heißhunger?

"Hinter den Gelüsten kann ein Nährstoffmangel stecken", sagt Prof. Dr. Hans Hauner, Direktor des Else-Kröner-Fresenius-Zentrums für Ernährungsmedizin in München. Der Körper zeigt durch das Verlangen, dass er bestimmte Nährstoffe benötigt. Erstaunlicherweise handelt es sich dabei oft um Dinge, die die Schwangere vorher gar nicht mochte oder die eher selten auf dem Speiseplan standen. Fleisch ist ein gern genanntes Beispiel. "Es liefert viel Eisen, Zink und B-Vitamine, wichtige Nährstoffe für die körperliche und geistige Entwicklung des Kindes", sagt die Hebamme und Ernährungsberaterin Barbara Buchholz aus Niederkrüchten. Es wäre ziemlich clever, wenn der Körper auf diese Weise auf einen Nährstoff- oder Vitaminmangel hinweisen würde. In dem Fall dürften die Schwangeren sicher einfach schwach werden.

Gelüste nach Süßem

Doch Hans Hauner beobachtet meist etwas anderes: "Die Gelüste verlangen eher nach ungesunden Sachen, wie etwa Weißmehlprodukte oder viel Zucker." Das wird häufig auf die Hormone geschoben, doch diese Theo­rie kann der Ernährungsmediziner nicht bestätigen. "Einen Zusammenhang zwischen der hormonellen Umstellung und den Heißhungerattacken konnten wir bisher nicht herstellen." Er hinterfragt eher das Essverhalten vor der Schwangerschaft. Betroffen seien häufig Frauen, die schon vorher gern und viel geschlemmt haben. In der Schwangerschaft könne sich das verstärken.

Die gesunde Alternative zu Fressattacken

Da ist dann Kreativität gefragt, denn zu viele Kilos auf den Hüften sind auch ein Risiko­faktor für einen Schwangerschaftsdiabetes. Statt Schokolade und Eis könnte ein Vollkornbrot mit Bananenscheiben die Futter-Lust befriedigen; Gummibärchen, Chips und Kekse weichen besser knusprigem Studentenfutter.


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