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CTG: Das sagt der Wehenschreiber aus

Die Kardiotokografie bildet Wehen der Mutter und Herztöne des Fetus ab. Das Kardiotokogramm (CTG) gibt Anhaltspunkte, ob es dem Kind gut geht

von Dr. Christian Guht, aktualisiert am 09.09.2019

Rückt der Geburtstermin näher, machen werdende Mütter meist irgendwann Bekanntschaft mit dem sogenannten Herzton-Wehenschreiber. Das Gerät zeichnet durch die Bauchdecke der Schwangeren

  • die Wehenkontraktionen der Mutter sowie
  • die Herzaktion des Fetus auf

und stellt beides in einer Kurve dar, dem sogenannten Kardiotokogramm (CTG). Spätestens zum Geburtsbeginn gehört die Kardiotokografie meist zur Überwachung. Manchmal wird das Verfahren auch schon früher angewandt.

Ob beim Kind alles in Ordnung ist, lässt sich damit gut feststellen: Ein unauffälliger Herzschlag schließt akute Gesundheitsprobleme relativ sicher aus. Verdächtige Anzeichen können auf eine Gefährdung des Fetus hinweisen, oft stecken aber auch harmlose Ursachen wie Bewegungen des Kindes dahinter. Das kann dazu führen, dass auffällige Untersuchungsbefunde blinden Alarm auslösen. Daher sollten sie möglichst immer durch andere Untersuchungen ergänzt und kontrolliert werden. Bei Risikoschwangerschaften oder akuten Problemen wird ab der 25. Woche ein CTG gemacht.

Untersuchungen in der Schwangerschaft

Wie funktioniert die Kardiotokografie?

Die Untersuchung besteht genau genommen aus zwei unterschiedlichen Messverfahren: Ein sogenannter Ultraschall-Transducer sendet Schallwellen zum Herzen des Kindes. Ein Empfänger registriert das zurückgeworfene Echo, woraus die Herzfrequenz berechnet wird. Das zweite Messgerät ist ein Drucksensor, der die Kontraktionen der Gebärmuttermuskulatur aus der Spannung der Bauchdecke ableitet und aufzeichnet. Moderne Geräte können über den Ultraschall-Transducer außerdem die Kindsbewegungen erfassen.

Beide Messfühler werden auf dem Bauch der Schwangeren befestigt. Der Ultraschall-Transducer bleibt unter einer Bauchbinde beweglich, um ihn der Lage des Fetus anpassen zu können. Das Verfahren gilt als schmerzfrei und praktisch nebenwirkungsfrei, dennoch sollte das Kind nicht unnötigerweise und übermäßig lange der Schallenergie ausgesetzt werden.

Wann wird ein CTG gemacht?

Laut Mutterschaftsrichtlinien soll ein CTG vor der Geburt nur erstellt werden, wenn eine Frühgeburt droht oder wenn krankhafte Herztöne beim Kind aufgefallen sind. Auch bei Terminüberschreitungen wird laut Richtlinien ein CTG erstellt. Frauenärzte kontrollieren per CTG aber auch weitere Risikosituationen, etwa wenn die Mutter unter Bluthochdruck, Blutarmut oder Diabetes leidet oder das Kind sich wenig bewegt.

Allerdings haben Studien gezeigt, dass die Kardiotokografie vor der Geburt in manchen Fällen die Zahl von Geburtskomplikationen sogar erhöhen kann, da sie leicht Fehlalarm auslöst und so Ärzte möglicherweise dazu animiert, die Geburt vorzeitig einzuleiten. Daher sollten auffällige Befunde möglichst immer durch weitere Untersuchungen ergänzt werden.

Während der Geburt gehört das CTG meist zum Untersuchungsprogramm. Probleme beim Kind können die Geburtshelfer so schnell erkennen. Eingangs werden 30 Minuten aufgezeichnet. Sind die Wehen noch nicht allzu stark und verläuft alles unkompliziert, kann die Kardiotokografie danach zunächst unterbrochen werden. Ab der späten Eröffnungsphase zeichnen die Geburtshelfer die Werte dann üblicherweise kontinuierlich auf.

Was kann die Untersuchung feststellen?

Der Herzrhythmus des Kindes lässt einige Rückschlüsse über dessen Gesundheitszustand zu, da das Herz prompt auf Sauerstoffmangel, Unruhe, Vergiftungen oder Infektionen reagiert. Beurteilt werden Tempo des Herzschlags, dessen Schwankungen sowie insbesondere periodisches Ansteigen oder Abfallen der Herzfrequenz – sogenannte Akzelerationen und Dezelerationen.

Vor allem letztere können akute Komplikationen beim Kind unter der Geburt anzeigen. Die Geburtshelfer müssen den Befund kontrollieren und wenn möglich durch Blutanalysen ergänzen. Häufig normalisieren sich die Anzeichen unter konservativen Maßnahmen, etwa der Gabe von Sauerstoff. Gelingt das aber nicht, muss das Kind schnell geholt werden.
Der Wehenmesser registriert Häufigkeit und Länge der Kontraktionen. Ihre Stärke kann nur relativ beurteilt werden, da die Wehen von außen abhängig vom Körperbau einer Frau unterschiedlich stark erfasst werden.


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