Apgar-Test

Mithilfe des Apgar-Tests bewerten Arzt und Hebamme den Gesundheitszustand des Neugeborenen unmittelbar nach der Geburt
aktualisiert am 15.10.2015

Der Apgar-Test wird bereits in den ersten Minuten nach der Geburt durchgeführt

Strandperle/Picture Partners/AGE

Der Apgar-Test (oder Apgar-Score), ein 1953 von der US-Ärztin Virginia Apgar publizierter Test, dient als orientierender Check-Up nach der Geburt, mit dem der Gesundheitszustand von Neugeborenen bewertet wird. Das Ergebnis ist eine bestimmte Punkzahl.

Der Test beinhaltet fünf Kriterien, die insgesamt drei Mal in kurzen Abständen (eine, fünf und zehn Minuten nach der Geburt) untersucht werden. Diese fünf Punkte sind:

  • Atmung: Atmet es? Atmet es angestrengt oder regelmäßig?
  • Reflexe: Zeigt es keine Reaktion, verzieht es nur das Gesicht, oder schreit es und bewegt sich?
  • Muskeltonus: Ist es schlaff, bewegt sich träge oder lebhaft?
  • Hautfarbe: Ist die Haut blass, nur teils rosig oder ganz rosig?
  • Herzschlag: Schlägt das Herz? Schlägt es mit mehr oder weniger als 100 Schlägen pro Minute?

Um eine Eselsbrücke zu bilden, steht Apgar heute auch als Abkürzung für Atmung, Puls, Grundtonus, Aussehen und Reflexe.

Apgar: Nach einer Minute oft noch keine zehn Punkte

Für die einzelnen Komponenten werden Punkte von null bis zwei gegeben. Null bedeutet jeweils die schlechteste Bewertung – also zum Beispiel keine Reflexe oder kein Herzschlag. Ein Punkt heißt beispielsweise eine Herzfrequenz unter 100 Schlägen in der Minute oder noch unregelmäßiger Atem. Bei zwei Punkten verläuft alles optimal: Der gesamte Körper ist zum Beispiel rosig, das Kind atmet regelmäßig beziehungsweise bewegt sich aktiv. Neun bis zehn Punkte sind demnach optimal, bei unter fünf Punkten ist das Neugeborene in Gefahr und wird sofort behandelt.

Weil die Anpassung an die Umwelt nach der Geburt etwas Zeit benötigt, haben die meisten Babys nach einer Minute noch keinen Apgar-Wert von zehn.

Apgar-Test soll erweitert werden

Für eine noch genauere Bewertung – vor allem von Frühgeborenen und kranken Kindern – steht zur Diskussion, einen neuen, verfeinerten Apgar-Test einzuführen. Dieser soll noch einige weitere Punkte abfragen.

Das wird beim neuen Apgar-Test zusätzlich abgefragt:
Sauerstoff- und Adrenalingabe, Herzdruckmassage, Medikament zur Lungenreife, Beatmung (Maske, Intubierung, CPAP-Gerät) – es wird jeweils gefragt: ja (0 Punkte) oder nein (1 Punkt).


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