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Spirale

Die Spirale ist ein sicheres Langzeitverhütungsmittel. Es gibt sie als Kupferspirale, Kupferkette oder Hormonspirale

von Vanessa von Blumenstein, 25.07.2013
Spirale

Die Spirale wird direkt in der Gebärmutter platziert


Bei der Spirale unterscheidet man zwischen der Kupferspirale und der Hormonspirale. Beide bestehen aus einem kleinen T-förmigen Kunststoffkörper mit einem Rückholfaden. Die Kupferspirale gibt es auch in anderen Formen. Die Spirale wird vom Arzt in die Gebärmutter eingesetzt und später auch wieder entfernt. Der Unterschied: "Die Hormonspirale gibt täglich geringe Mengen Gestagen direkt in die Gebärmutterschleimhaut ab", sagt Gynäkologe Hausser. Durch die Hormone wird der Gebärmutterhalsschleim verdickt und die Gebärmutterschleimhaut nur unvollständig aufgebaut. Die Hormonspirale wirkt sofort, der Empfängnisschutz besteht bis zu fünf Jahre.

Die Kupferspirale hingegen gibt keine Hormone ab. Einerseits funktioniert sie empfängnisverhütend, indem sie eine befruchtete Eizelle an der Einnistung hindert. Ihr Schaft ist jedoch zusätzlich mit einem Kupferdraht umwickelt, wodurch sie Kupfer-Ionen abgibt. Nach der Vermutung von Experten schädigen diese die Spermien, sodass die Eizelle nicht befruchtet werden kann. Diese Wirkweise ist jedoch nicht sicher belegt. Die Kupferspirale kann je nach Kupfergehalt drei bis fünf Jahre in der Gebärmutter verbleiben. Seit einiger Zeit gibt es auch eine Kupferkette, die jedoch in Funktionsweise, Nebenwirkungen und Sicherheit der Kupferspirale entspricht.

Spirale wird der Gebärmutter angepasst

Bevor der Arzt Ihnen eine Spirale einsetzt – gleich ob Hormon- oder Kupferspirale – wird er Sie gynäkologisch untersuchen. Das ist nötig, um die Form und Größe Ihrer Gebärmutter zu beurteilen. Bei der Kupferspirale wählt der Arzt dann die passende Größe aus, die Hormonspirale gibt es derzeit nur in einer Größe. Eingesetzt wird sie dann während der Monatsblutung – zu dieser Zeit ist der Gebärmutterhalskanal am weitesten. Auch lässt sich so eine frühe Schwangerschaft weitgehend ausschließen. Danach wird ihr Sitz mittels Ultraschall kontrolliert. Wichtig: "Der korrekte Sitz der Spirale sollte in halbjährlichen Abständen vom Arzt überprüft werden", empfiehlt Hausser.

Mögliche Nebenwirkungen der Hormonspirale

Das in der Hormonspirale enthaltene Gestagen wirkt hauptsächlich an der Gebärmutter. Dennoch klagt ein Teil der Frauen, die eine Hormonspirale erhalten haben, vor allem anfangs über Kopfschmerzen, Stimmungsschwankungen, Brustspannen, Gewichtsveränderungen und sexuelle Unlust. Bei manchen Frauen treten auch Hautunreinheiten oder Akne auf.

Vor- und Nachteile der Hormonspirale

Die Hormonspirale ist sehr sicher, Anwendungsfehler sind ausgeschlossen. "Von Vorteil ist außerdem die Tatsache, dass sie die Hormone nicht an den gesamten Körper, sondern nur an ihre unmittelbare Umgebung in der Gebärmutter abgibt", sagt Hausser. Entfernt der Arzt die Spirale, können Sie in der Regel schnell schwanger werden. Durch die Gestagene wird die Monatsblutung schwächer oder bleibt gar ganz aus – viele Frauen empfinden das als angenehmen Nebeneffekt.

Allerdings: In den ersten Monaten der Anwendung kann sich die Regelblutung verstärken oder länger und unregelmäßig auftreten. Bei manchen Frauen passiert es auch, dass die Spirale verrutscht oder vom Körper wieder ausgestoßen wird. Auch kann die Gebärmutter beim Einsetzen verletzt werden. Und: Auch bei dieser Form der Verhütung besteht kein Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten.

Für wen ist die Hormonspirale geeignet?

Die Hormonspirale eignet sich vor allem für Frauen, die langfristig verhüten möchten und/oder deren Familienplanung bereits abgeschlossen ist. Gerade bei jungen Frauen, die noch keine Kinder geboren haben, besteht die Gefahr, dass ihre Gebärmutter noch zu klein für eine Spirale ist. Auch kann das Einsetzen mitunter bei ihnen schmerzhafter sein. Gynäkologen sehen aber in der Verhütungsmethode inzwischen auch eine Option für junge Frauen sowie solche, die noch nicht entbunden haben.

Der Pearl-Index der Hormonspirale beträgt 0,16.

Mögliche Nebenwirkungen der Kupferspirale

Die Kupferspirale kann die Periodenblutung und Regelschmerzen verstärken. Das Risiko einer Eileiterschwangerschaft ist für den Fall einer seltenen Empfängnis leicht erhöht, vor allem im ersten Jahr nach dem Einlegen.

Vor- und Nachteile der Kupferspirale

"Die Kupferspirale gibt keine Hormone ab und greift somit nicht in den Hormonhaushalt und den natürlichen Zyklus der Frau ein", sagt Experte Hausser. Da die Spirale bis zu drei beziehungsweise fünf Jahre in der Gebärmutter bleiben kann, müssen Sie sich in dieser Zeit keine Gedanken um die Verhütung machen. Nach dem Entfernen der Spirale kann sich eine Schwangerschaft schnell einstellen.

Von Nachteil hingegen sind die möglichen Nebenwirkungen (siehe oben) und die Tatsache, dass die Spirale manchmal mit der Regelblutung wieder ausgestoßen werden kann.

Für wen ist die Kupferspirale geeignet?

Die Kupferspirale eignet sich für Frauen, die längerfristig verhüten möchten, die keine hormonellen Verhütungsmittel vertragen oder nehmen, oder deren Familienplanung bereits abgeschlossen ist. Besonders sehr junge Frauen sollten sich ausführlich vom Frauenarzt über die möglichen Verhütungsmethoden beraten lassen.

Der Pearl-Index der Kupferspirale liegt zwischen 0,4 bis 1 bzw. 0,9 bis 3 (siehe Tabelle im Kapitel "Verhütungsmethoden im Überblick"). Wichtig: Sollten Sie trotz Spirale schwanger werden, suchen Sie bitte sofort Ihren Arzt auf. Die Spirale muss in einem solchen Fall entfernt werden.


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