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Drei-Monats-Spritze

Nur im Ausnahmefall geeignet: Bei der Drei-Monats-Spritze injiziert der Arzt Hormone direkt ins Blut. Die Wirkung ist der Pille ähnlich

von Vanessa von Blumenstein, 25.07.2013
Diverse Verhütungsmittel

Die Drei-Monats-Spritze wirkt mit dem ersten Tag der Anwendung (im Bild außerdem zu sehen: Vaginalring, Pille)


Die Drei-Monats-Spritze gehört wie die Pille zu den hormonellen Verhütungsmethoden. "Im Gegensatz zur Mikropille enthält sie jedoch nur Gestagen und kein Östrogen", erklärt Experte Hausser. Somit fallen die mit dem Östrogen verbundenen möglichen Nebenwirkungen weg. Wegen der hohen einmaligen Hormondosis eignet sich die Spritze jedoch eigentlich nur für Frauen, die andere Verhütungsmethoden nicht vertragen oder die Pille nicht einnehmen können.

Das Verhütungsmittel wird vom Frauenarzt zum Beispiel alle drei Monate in den Oberarm- oder Gesäßmuskel injiziert. Von dort gelangen die Hormone über das Blut zu den Wirkorten. Die Drei-Monats-Spritze funktioniert ähnlich wie die Pille auf dreierlei Weise: Der Eisprung wird unterdrückt, der verdickte Zervixschleim versperrt den Spermien den Weg in die Gebärmutter, und der verringerte Aufbau der Gebärmutterschleimhaut hindert eine befruchtete Eizelle daran, sich in der Gebärmutter einzunisten.

Nebenwirkungen der Drei-Monats-Spritze

Bei Frauen, die mit der Drei-Monats-Spritze – eine Langzeitmethode – verhüten, können Schmier- oder Zwischenblutungen auftreten. Auch Zyklusstörungen, Stimmungsschwankungen, Akne und Gewichtszunahme sind mögliche Nebenwirkungen. Die Spritze ist zwar östrogenfrei, unterdrückt aber das körpereigene Östrogen, daher sind die Spiegel niedrig. Frauen, die diese Verhütungsmethode sehr lange anwenden, haben aufgrund des fehlenden Östrogens ein erhöhtes Osteoporose-Risiko. Denn das Hormon ist maßgeblich am Knochenstoffwechsel beteiligt.

Vor- und Nachteile der Drei-Monats-Spritze

"Vorteile sind die hohe Sicherheit und die einfache Anwendung", sagt Hausser. Da man nicht jeden Tag daran denken muss, rechtzeitig etwas einzunehmen, ist das Risiko von Anwendungsfehlern sehr gering. Zudem beeinträchtigen Probleme wie Erbrechen oder Durchfall nicht den Empfängnisschutz. Oftmals empfinden Frauen es auch als angenehm, dass die monatlichen Blutungen schwächer werden oder sogar ganz ausbleiben.

Ein Manko der Spritze ist jedoch, dass ein spontanes Absetzen nicht möglich ist. Und: Es kann nach dem Absetzen ein halbes Jahr oder länger dauern, bis sich der natürliche Zyklus wieder eingependelt hat und regelmäßig ein Eisprung stattfindet, sodass eine Schwangerschaft möglich ist. "Daher rate ich Frauen unbedingt davon ab, die Drei-Monats-Spritze nur mal kurz auszuprobieren", warnt Hausser. Auch besteht bei dieser Form der Verhütung kein Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten.

Für wen ist die Drei-Monats-Spritze geeignet?

"Die Drei-Monats-Spritze ist geeignet für Frauen, die eine Langzeitverhütung wünschen und bei denen in naher Zukunft kein Kinderwunsch besteht – oder die ihre Familienplanung bereits abgeschlossen haben", so der Experte. Auch für Frauen mit chronischen Magen-Darm-Problemen kann die Spritze eine Lösung sein.

Der Pearl-Index der Drei-Monats-Spritze liegt zwischen 0,2 und 1,4.


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