Wie Kinder lange Autofahrten meistern

Von Kilometer zu Kilometer werden Gequengel und Streitereien mitunter heftiger. Das muss nicht sein! Mit unseren Tipps und Spiel-Ideen überstehen Eltern und Kinder Autofahrten besser

von Julia Lüneburg, aktualisiert am 07.08.2018
Autofahrt in den Urlaub

Fangen die Kinder an, sich auf langen Autofahrten zu langweilen, können beispielsweise Suchspiele für Abwechslung sorgen


Tipps gegen Übelkeit

Damit von hinten nicht plötzlich ein "Mir ist sooo schlecht!" kommt, sollten Kinder während der Fahrt weder lesen noch Videos schauen. "Starre Bilder und die gleichzeitige Fahrtbewegung bringen das Gleichgewichtsorgan im Innenohr durcheinander", erklärt Dr. Monika Niehaus, Kinder- und Jugendärztin aus Zürich. Die Folgen sind Übelkeit und Erbrechen. Sie lassen sich durch lange Pausen, viel frische Luft und leichte Kost vor und während der Fahrt vermeiden. "Oft hilft es, durch die Windschutzscheibe zu blicken. So fährt das Kind sozusagen aktiv mit", rät Niehaus. Reise-Kaugummis empfiehlt sie Kindern erst ab sechs Jahren. Kleinere verschlucken sie zu schnell. Bei Brechreiz können Ingwer-Tinkturen aus der Apotheke helfen.

Spiele für die Rückbank

Lachen verboten: Für mehrere Kinder ab drei Jahren.

Ob Witze erzählen oder Fratzen schneiden: Alles ist erlaubt – nur Lachen nicht. Wer als Erstes nicht mehr kann und losprustet, hat verloren.

Das Märchen im Märchen: Für mehrere Kinder ab vier Jahren.

Erzählen Sie ein Märchen, das jeder kennt. Dabei verändern Sie aber ein Detail, reden etwa beim Schneewittchen von acht Zwergen oder lassen Hänsel und Gretel die Hexe im Knäckebrothaus besuchen. Wem der Fehler zuerst auffällt, der darf das nächste Märchen aussuchen.

Geschichten für einsame Reisende: Für ein Kind ab zwei Jahren.

Was ist draußen los? Lassen Sie sich von Ihrem Kind erzählen, was es sieht. Größere müssen sich eine Geschichte dazu ausdenken. So plant vielleicht die Kuhherde einen Ausbruch von der Weide, oder der Überholer auf der Nebenspur ist ein gesuchter Bankräuber. Kleineren können Sie eine Geschichte zum Gesehenen erzählen.

Das Finger-Krokodil: Für zwei Kinder, ab vier Jahren.

Ein Kind bildet mit beiden Händen ein Krokodilsmaul, das andere stellt zwei Flügel einer Libelle nach. Beide spielen, was im Reim passiert:

Das Krokodil, das sitzt ganz müd und faul am Nil.
Da kommt eine Libelle
und rückt ihm auf die Pelle.
Das Krokodil muss niesen,
Libelle muss es büßen.
Das Krokodil schnappt einfach zu,
es frisst das Tier und schmatzt dazu.

Action auf dem Rastplatz

Nehmen Sie ein Springseil mit. Dann können sich die Kleinen austoben. Springseilhüpfende Kinder bleiben an Ort und Stelle. Das ist gerade auf Rast- und Parkplätzen sicherer als Fangen oder Ballspielen und strengt die Kleinen trotzdem ordentlich an. Starten Sie einen Wettbewerb: Wer schafft am meisten Sprünge auf einem Bein oder mit geschlossenen Augen?

Für ganz junge Hüpfer: Gehen Sie in die Hocke und schwenken Sie ein Ende des Seils waagerecht über dem Boden, sodass es Schlangenbewegungen macht. Wer schafft es als Erstes, auf das Seil zu springen?


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