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Grundgedanke: Das Kind in seiner Einzigartigkeit fördern

Im Kindergarten sollen die Drei- bis Fünfjährigen lernen, was es heißt Verantwortung zu übernehmen und sich in ein soziales Miteinander einzufügen

von Sandra Schmid, aktualisiert am 09.03.2016
Tagesmutter

Der Kindergarten soll die Kleinen in ihrer Entwicklung optimal unterstützen


"Die Zeiten", so Nagel, "als Kindergärten nüchterne Tageseinrichtungen zur rein regelmäßigen Betreuung von Kindern waren, sind vorbei." Vielmehr geht es in den letzten Jahrzehnten verstärkt wieder um den eigentlichen Grundgedanken des Pädagogen Friedrich Fröbel, der Mitte des 19. Jahrhunderts den Begriff "Kindergarten" prägte. Fröbel verstand den Kindergarten als einen Ort, an dem Kinder wie junge Pflanzen sprichwörtlich "gehegt, gedüngt und gepflegt" werden sollten, damit sie später in voller Pracht erblühen konnten. Damit schuf er schon sehr früh einen ganzheitlichen pädagogischen Ansatz. In dessen Mittelpunkt stand das eigenständige, selbstbewusste Kind, das sich spielend und entsprechend gefördert den Herausforderungen des Lebens nähern sollte.

Weiter entwickelt wurde die Idee Fröbels dann in den 1970ern, hin zum sogenannten Situationsansatz, der – so Nagel – inzwischen das zugrunde liegende pädagogische Modell vieler Kindergärten ist.  "Das Kind wird als Individuum wahrgenommen," erklärt Nagel. "Es soll in seiner Einzigartigkeit gefördert werden und zwar so, dass es eine bestmögliche Bildung erfährt." Unter Bildung wird dabei ausdrücklich nicht nur die Schulvorbereitung verstanden. Vielmehr rücken die Entwicklung des Sozialverhaltens, die persönliche Entfaltung, das Übernehmen von Verantwortung und der Erwerb verschiedener Kompetenzen in den Vordergrund.

Umgesetzt wird der Situationsansatz im Kindergarten natürlich auf kindgerechte, spielerische Weise. Die verschiedenen pädagogischen Konzepte wie die Montessori- oder Waldorfpädagogik bauen alle darauf auf. Gemeinsam ist ihnen die grundlegende Denkweise, "dass das Kind bereits von Geburt an eine gewisse Selbständigkeit hat, sich seine Welt konstruiert, selbst lernen will und durch entsprechende Lernarrangements dieses Lernen gefördert werden kann," so Nagel.


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