Homöopathie für die ganze Familie: Zähne

Zahnen, Mundgeruch oder Schmerzen nach dem Bohren – diese homöopathische Mittel können bei Zahnproblemen eingesetzt werden
von Gabriele Hellwig, aktualisiert am 05.10.2017

Schon überstanden? Wenn Babys zahnen, haben sie oft Schmerzen

Jupiter Images GmbH/PhotoDisc

Wichtig: Fragen Sie zuvor unbedingt ihren Arzt, ob die Homöopathie in Ihrem Fall infrage kommt. Auch hinter vermeintlich harmlosen Beschwerden können sich ernste Krankheiten verbergen. Eine komplementäre Heilmethode stößt dann oft an ihre Grenzen. Sie kann eine schulmedizische Therapie begleiten, aber häufig nicht ersetzen. Klären Sie dies mit Ihrem Arzt ab. Homöopathie ist eine komplementäre Heilmethode, die bisher wissenschaftlich nicht anerkannt ist. Mehr über die Methode der Homöopathie lesen Sie hier.


Plötzliche Zahnschmerzen

Typische Symptome: ­Verletzte oder gereizte Nerven lösen starke Zahnschmerzen aus.

Bewährte homöopathische Mittel:
Aconitum (Eisenhut) D 30/C30 wird von homöopathischen Ärzten bei einschießenden ­Schmerzen empfohlen. "Sie kommen ohne ­Vorwarnung und sind sehr heftig", sagt die ­homöopathische Kinderärztin Dr. med. Sigrid Kruse. ­Zudem sind die Betroffenen ängstlich und unruhig.
Hypericum (Johanniskraut) D 30/C30 eignet sich laut homöopathischer Ärzte, wenn ein Nerv ­etwa durch Bohren und ­Füllen des Zahnes überreizt ist. Die Schmerzen sind heftig.
Chamomilla (Kamille) D 30/C30 nimmt man laut homöopathischer Ärzte, wenn die Schmerzen durch Kälte im Mund besser werden. Die Betroffenen werden gereizt und ärgerlich wegen der Schmerzen.

Dosierung: Einmal drei ­Globuli. Wird es nicht besser: drei ­Kügelchen in ein halbes Glas Wasser ­geben, mit einem Plas­tiklöffel ­zehnmal umrühren. Einen Teelöffel nehmen. Nach fünf Minuten wiederholen. Wichtig: Vor jeder Gabe zehnmal umrühren.

Wann zum Arzt: Bei unklaren oder starken Zahnschmerzen immer. Auch, wenn die Schmerzen mehrere Stunden andauern

 

Zahnfleisch- und Mundschleimhaut-Entzündung

Typische Symptome: Das Zahnfleisch ist so empfindlich, dass es schon bei leichtem Putzen anfängt zu bluten. Eine Mundschleimhautentzündung äußert sich durch Schmerzen, Schwellungen und Rötung.

Bewährte homöopathische Mittel:
Borax (Bor-Verbindung) D 6/C6 eignet sich laut homöopathischer Ärzte, wenn das Zahnfleisch entzündet ist und schmerzt. Kruse: "Der Patient neigt zu Aphthen. Das sind kleine schmerzhafte Bläschen, die aufgehen."
Mercurius solubilis (Quecksilber) D 12/C12 kommt in der Homöopathie bei tiefer gehenden Entzündungen zum Einsatz. Es haben sich schmierig-gelbe Beläge gebildet. Auffallend: Zahneindrücke in der Zunge, starker Mundgeruch, vermehrter Speichelfluss.
Acidum nitricum (Salpetersäure) D 12/C12 empfehlen homöopathische Ärzte bei Geschwüren und Rissen, die leicht bluten und schmerzhaft sind.

Dosierung: D 6/C6 jeden Tag dreimal drei Globuli, D 12/C12 täglich zweimal drei Globuli für eine Woche.

Wann zum Arzt: Immer, wenn der ­Patient nichts mehr trinken kann oder wenn die Ursache unklar ist. Eine Parodontitis muss vom Zahnarzt behandelt werden

 

Zahnungsbeschwerden

Typische Symptome: Der Zahndurchbruch kann Babys Schmerzen bereiten. Sie schreien, sind sehr unruhig, haben Speichelfluss und stecken sich alles in den Mund. Nachts sind die Beschwer­den meist am stärks­ten

Bewährte homöopathische Mittel:
Chamomilla (Kamille) D 30/C30 empfehlen homöopathische Ärzte für unruhige Kinder, die viel und wütend schreien. Die Wange ist meist ­gerötet. Die Kinder beruhigen sich durch Herumtragen.
Belladonna (Tollkirsche) D 30/C30 eignet sich laut homöopathischer Ärzte für Babys, die mit rotem Kopf ­­heftig schreien und sich eher allein im Bett ­beruhigen. "Diese Kinder überstrecken sich oft beim Schreien", sagt die homöopathische Kinderärztin Kruse.
Symphytum (Beinwell) D 6/C6 hat sich laut homöopathischer Ärzte bewährt, wenn sich der Zahn durch die Knochenhaut bohrt, was sehr schmerzhaft ist. Dieses Mittel können Sie ein bis zwei Wochen ­geben: ­täglich dreimal drei Globuli.

Dosierung: D 30/C30 im akuten Stadium ­einmal drei Kügelchen. Falls es nicht besser wird: drei Globuli in Wasser auflösen und wie unter "Plötzliche Zahnschmerzen" beschrieben nehmen.

Wann zum Arzt: Wenn das Kind stark unter den Zahnungsschmerzen leidet. Wenn sich das Baby nicht beruhigen lässt. Manchmal handelt es sich dabei um sogenannte Regulationsstörungen. Dann helfen zum Beispiel Experten in einer Schreiambulanz.

 

Empfindliche Zähne

Typische Symptome: ­Immer wenn man kalte Speisen zu sich nimmt, tun plötzlich die ­Zähne weh. Ursache: Die Zahnhälse sind zu empfindlich.

Bewährte homöopathische Mittel:
Hypericum (Johanniskraut) D 6/C6 beruhigt laut homöopathischer Ärzte die Nerven in den Zähnen. Sie reagieren weniger empfindlich auf Kälte und Wärme.
Chamomilla (Kamille) D 12/C12 empfehlen homöopathische Ärzte, wenn die Zähne bereits bei starkem Kauen schmerzen und kaltes Wasser im Mund die Beschwerden verringert.
Staphisagria (Rittersporn) D 12/C12 ist laut homöopathischer Ärzte für Menschen geeignet, die zu kariösen Zähnen neigen. Der Zahnschmelz ist anfällig für Löcher. Bei kalten Getränken und kalter Luft tun die Zähne weh.

Dosierung: D6/C6 jeden Tag dreimal drei Globuli. D12/C12 täglich zweimal drei Globuli für eine Woche

Wann zum Arzt: Bei ungewohnten Beschwerden. Alle sechs Monate zur Vorsorge

 

Mundgeruch

Typische Symptome: Mundgeruch kann viele Ursachen haben, zum Beispiel mangelnde Zahnpflege oder organische Probleme.

Bewährte homöopathische Mittel:
Antimonium crudum (Brechweinstein) D 6/C6 hat laut homöopathischer Ärzte bei Mundgeruch mit ­pappigem Geschmack und weiß belegter Zunge bewährt. "Typisch sind Heißhungerphasen mit anschließendem Völlegefühl, Aufstoßen und Übelkeit", erläutert Kruse.
Mercurius solubilis (Quecksilber) D 12/C12 ­eignet sich laut homöopathischer Ärzte bei intensivem Mundgeruch zum Beispiel durch­ eine chronische Halsentzündung. Die Zunge ist geschwollen und zeigt am Rand Zahneindrücke.
Kreosotum (Buchenholzteer) D 6 empfehlen homöopathische Ärzte bei Mundgeruch infolge von ­­Übelkeit und Magenbeschwerden.

Dosierung: D 6/C6: Dreimal täglich drei Kügelchen. D 12/C12: zweimal täglich drei Globuli für je ein bis zwei Wochen.

Wann zum Arzt: Bei länger andauernden Beschwerden sollte man zum Arzt oder Zahnarzt gehen

 

Dr. med. Sigrid Kruse leitet den Bereich Homöopathie im Dr. von Hauner­­schen Kinderspital in München

W&B/Achim Graf

Wie lange soll man Globuli nehmen?

Dr. Sigrid Kruse: "Die Dauer der Einnahme hängt von der Potenz des Mittels ab und davon, wie akut die Beschwerden sind. Bei akuten Schmerzen eignen sich höhere Potenzen wie C 30 oder D 30. Sie wirken schneller, sollten aber nur kurze Zeit genommen werden, maximal drei Tage. Drei Kügelchen genügen.

Tiefe Potenzen wie D 6 oder C 6 kann man länger nehmen: dreimal am Tag, bis zwei Wochen. Wenn sich die Beschwerden bessern, aber noch nicht verschwunden sind, kann man das Mittel weitere zwei Wochen verabreichen. Sind die Beschwerden immer noch nicht ganz verschwunden, kann man auf ­­eine höhere Potenz wechseln, ­also von C 6 auf C 12. Es gilt: Weitere vier Wochen morgens und abends nehmen. Lassen Sie sich vom Arzt oder Apotheker beraten."


Das neue Baby und Familie

BuF Heft Cover plan November 2017

Neuer Look, mehr Lesespaß, mehr Infos »

Das Gesundheitsmagazin aus der Apotheke begleitet Schwangere und junge Eltern durch die wohl schönste und aufregendste Zeit ihres Lebens. Inklusive Kreativheft für Kinder! »

Mutter mit Kleinkind auf dem Schoß am Laptop

Newsletter abonnieren

Hier können Sie unseren kostenlosen Newsletter abonnieren »

Mutter mit Kind arbeitet vor dem Laptop

Entwicklungsnewsletter

Erhalten Sie alle zwei Wochen Infos zum ersten Lebensjahr Ihres Kindes »

Serie: Homöopathie für die ganze Familie

Babymassage

Teil 1: Magen und Darm

Es grummelt, rumort, und der Bauch krampft sich zusammen. Homöopathische Globuli können da helfen »

Können Sie sich vorstellen, Ihre Eizellen einfrieren zu lassen?

Wie lange hat Ihre letzte Geburt gedauert?

© Wort & Bild Verlag Konradshöhe GmbH & Co. KG

Weitere Online-Angebote des Wort & Bild Verlages