Homöopathie für die ganze Familie: Erkältungen

Husten, Schnupfen, Halsschmerzen – welche homöopathischen Mittel bei Erkältungen geeignet sind
von Gabriele Hellwig, aktualisiert am 04.10.2017

Verschnupft: Manche Eltern setzen auch auf homöopathische Mittel

W&B/Forster & Martin

Wichtig: Fragen Sie zuvor unbedingt ihren Arzt, ob die Homöopathie in Ihrem Fall infrage kommt. Auch hinter vermeintlich harmlosen Beschwerden können sich ernste Krankheiten verbergen. Eine komplementäre Heilmethode stößt dann oft an ihre Grenzen. Sie kann eine schulmedizische Therapie begleiten, aber häufig nicht ersetzen. Klären Sie dies mit Ihrem Arzt ab. Homöopathie ist eine komplementäre Heilmethode, die bisher wissenschaftlich nicht anerkannt ist. Mehr über die Methode der Homöopathie lesen Sie hier.


Beginnende Infekte

Typische Symptome: Jucken in der Nase und Kratzen im Hals kündigen eine Erkältung an.

Bewährte homöopathische Mittel:
Aconitum (Sturmhut) D30 oder C30 ist das homöopathische Mittel der Wahl bei einem ­plötzlich beginnenden ­Infekt. "Gerade ist das Kind noch ­fröhlich, dann bekommt es glasige Augen, wird ganz heiß und hat meistens hohes Fieber", erklärt Kinderärztin Dr. Sigrid Kruse.
Belladonna (Tollkirsche) D30/C30 ist ein häufiges ­homöopathisches Folgemittel nach Aconitum D30/C30. Die Kinder sind rot, warm, feucht, kräftig schwitzend.
Ferrum phosphoricum (Eisenphosphat) D6/C6 eignet sich laut homöopathischer Ärzte, wenn der Infekt langsam beginnt.

Dosierung: Erst dreimal drei Globuli Aconitum D30/C30 alle zwei Stunden. Bessern sich die Beschwerden nicht: nach einer Stunde einmal drei Gaben Belladonna D30/C30. Bei Ferrum phosphoricum D6/C6 gilt: morgens, mittags und abends jeweils drei Kügelchen.

Wann zum Arzt: Bei schlechtem Allgemeinzustand oder bei Fieber (ab 39 Grad). Mit Säuglingen sofort.

 

Ohrenschmerzen

Typische Symptome: Es drückt und pocht im Ohr. Häufig ist es heiß und rot. Kleine Kinder schreien und fassen sich ständig ans Ohr.

Bewährte homöopathische Mittel:
Belladonna (Tollkirsche) D30/C30 wird von homöopathischen Ärzten als ergänzendes Mittel zur schulmedizinischen Therapie eingesetzt, wenn die Entzündung sehr plötzlich ­beginnt und mit heftigen, pulsierenden Schmerzen einhergeht. Typisch bei Kindern: Sie haben einen ­heißen, roten Kopf bei kalten Händen und Füßen.  
Pulsatilla (Wiesen-Küchenschelle) D6/C6 empfiehlt sich laut homöopathischer Ärzte, wenn eine Mittelohrentzündung droht. "Das Kind ist weinerlich, anhänglich und hat wenig Durst. Die Schmerzen bessern sich an der frischen Luft", sagt die Medizinerin.
Ferrum phosphoricum (Eisenphosphat) D6/C6 ist laut homöopathischer Ärzte das richtige Mittel, wenn sich die Ohrenschmerzen langsam entwickeln. Die Kinder spielen vergnügt, die Temperatur ist mäßig erhöht.

Dosierung: D6/C6 dreimal drei Globuli täglich geben. Bei D30/C30 gilt: einmal drei Kügelchen, an drei Tagen. Wird es nicht besser: drei Kügelchen in ein halbes Glas Wasser geben, mit einem Plas­tiklöffel zehnmal umrühren und einen Teelöffel nehmen. Nach fünf Minuten wiederholen.

Wann zum Arzt: Wenn die Schmerzen nach einem Tag nicht verschwunden sind. Bei einer Mittelohrentzündung sollte man sich immer ärztlichen Rat holen, um Komplikationen zu verhindern.

 

Schnupfen

Typische Symptome: Die ­Nase läuft fast ununterbrochen und kribbelt. Durch den Schleim und die angeschwollenen Schleimhäute kann sie verstopfen.

Bewährte homöopathische Mittel:
Allium cepa (Küchenzwiebel) D6/C6 empfehlen homöopathische Ärzte bei Fließschnupfen. "Die ­Nase tropft wie ein Wasserhahn", beschreibt Kruse. Der Schnupfen wird besser an der frischen Luft.
Nux vomica (Brechnuss) D6/C6 eignet sich laut homöopathischer Ärzte bei verstopfter ­Nase. Man bekommt kaum Luft durch die Nase und hat daher ständig den Mund geöffnet. Den Betroffenen wird schnell kalt.
Pulsatilla (Wiesen-Küchen­schelle) D6/C6  hat sich laut homöopathischer Ärzte bewährt, wenn viel weiß-gelblicher Schleim aus der Nase fließt. Ebenfalls typisch: Das Kind ist weinerlich, anhänglich und hat wenig Durst.

Dosierung: Dreimal ­täglich drei Kügelchen nehmen.

Wann zum Arzt: Wenn der Schnupfen länger anhält oder sich der Schleim ins Grünliche verfärbt. Wenn Babys wegen der verstopften Nase Schwierigkeiten zu trinken.

 

Halsschmerzen/Heiserkeit

Typische Symptome: Im Hals kratzt es, und das Schlucken fällt schwer. Wer unter Heiserkeit leidet, kann nur noch mir rauer, belegter Stimme sprechen.

Bewährte homöopathische Mittel:
Belladonna (Tollkirsche) D30/C30 hat sich laut homöopathischer Ärzte bewährt bei heftigen Halsschmerzen mit deutlich gerötetem Hals. Man muss trotz Schmerzen ständig schlucken und hat großen Durst auf kaltes Wasser.   
Hepar sulfuris (Kalkschwefel­­leber) D6/C6 empfehlen homöopathische Ärzte bei stechenden Halsschmerzen. "Wenn man in den Hals guckt, sieht man gelbliche Beläge", weiß Kruse.
Arum triphyllum (Zehrwurzel) D6/C6 ist laut homöopathischer Ärzte bei Rauheit und Brennen im Kehlkopf angezeigt. Das Mittel eignet sich auch für Menschen, die ihre Stimme beruflich stark beanspruchen.

Dosierung: Dreimal ­täglich drei Globuli nehmen.

Wann zum Arzt: Bei Atemnot und eitrigen Mandeln sofort. ­Ansons­ten, wenn die Symptome länger andauern oder von starken Schluckbe­­schwerden begleitet werden.

 

Husten

Typische Symptome: Der Husten kann locker oder trocken sein. Tränen steigen in die Augen, das Gesicht wird rot. Der nächtliche Husten hindert am Schlafen. Zudem treten häufig Kopf- und Brustschmerzen auf.

Bewährte homöopathische Mittel:
Belladonna (Tollkirsche) D30/C30 empfehlen homöopathische Ärzte bei trockenem bellendem Husten. Der Hustenreiz ist den ganzen Tag über quälend. Wenn man sich hinlegt, wird er noch schlimmer.  
Ipecacuanha (Brechwurzel) D6/C6 ist laut homöopathischer Ärzte bei lockerem rasselndem Husten geeignet. Beim Husten kommt Schleim hoch. "Manchmal hustet man so stark, dass man würgen muss", erklärt Kruse.
Drosera (Sonnentau) D6/C6 ist das homöopathische Mittel der Wahl bei nächtlichen Hustenanfällen. Diese können krampfhaft sein. Der Betroffene muss sich aufsetzen, um richtig atmen zu können.

Dosierung: Man nimmt dreimal drei Kügelchen, morgens, mittags und abends.

Wann zum Arzt: Nach drei Tagen sollte der Husten besser sein, andernfalls einen Arzt aufsuchen. Mit Babys und Kleinkindern gleich zum Kinderarzt. Außerdem immer, wenn die Beschwerden sehr stark sind.

 

Dr. Sigrud Kruse leitet den Bereich Homöopathie im Dr. von Haunerschen Kinderspital in München

W&B/Achim Graf

Wie sollte man homöopathische Mittel lagern?

Dr. Sigrid Kruse vom Dr. von Haunerschen Kinderspital der Universität München: "Grundsätzlich ist auf den ­homöopathischen Mitteln ­eine Haltbarkeit von fünf ­Jahren vermerkt. Globuli sind zum Glück ziemlich unempfindlich und verderben nicht so schnell. Allerdings sollte man sie nicht zu warm lagern und vor ­direkter Sonneneinstrahlung schützen. Am bes­ten bewahrt man sie bei Raumtemperatur auf. Geeignete Orte sind zum Beispiel der Flur oder das Schlafzimmer."


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