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Wie gefährlich ist Trampolinspringen?

Raus in den Garten, rauf aufs Trampolin: Hüpfen macht gute Laune und die Kinder powern sich aus – manchmal leider mit schmerzhaften Folgen. Wie das Hüpfvergnügen unfallfrei bleibt

von Beatrice Sobeck, 12.07.2019
Kleines Mädchen springt auf dem Trampolin

Hüpf, hüpf, hurra – aber beim Trampolinspringen gibt es einiges zu beachten


Wie Flummis fliegen die Kinder mit jedem Sprung durch die Luft, die Haare wehen, im Bauch schlagen Schmetterlinge Purzelbäume. Sie jauchzen vor Vergnügen, feuern sich gegenseitig an, noch höher zu springen – das Hüpfen ist ein Riesen Spaß. Fast jede Familie, die einen Garten hat, schafft sich irgendwann auch ein Trampolin an. Immer mit den besten Absichten, denn schließlich verbindet ein Trampolin Bewegung und Spaß perfekt miteinander.

Tolles Ganzkörpertraining

Das Springen auf dem elastischen Untergrund fördert die Körperspannung und -haltung, die Koordination sowie den Gleichgewichtssinn. Es stärkt die Muskulatur, sorgt für Ausdauer – und baut auch Stress ab. Das fördert nicht nur die motorische Entwicklung von Kindern, es bietet auch Erwachsenen ein gelenkschonendes Ganzkörpertraining. Für Eltern, die vielleicht mit ein paar Kilos zu viel auf den Hüften hadern, könnte die Fettverbrennung ein guter Grund sein, das Trampolin selbst häufiger mal zu benutzen.

Schwere Unfälle nicht selten

Trotz all der positiven Effekte schwingt leider ein Aber mit: "Das Trampolin ist ein Sport­gerät. Wird es falsch genutzt, steigt leider die Verletzungsgefahr", sagt Orthopäde Dr. Christopher Spering. Die Kehrseite der Medaille sieht der Unfall­chirgurg von Frühjahr bis Herbst im OP der Universitätsklinik Göttingen. "Fast täglich haben wir ein ernsthaft verletztes Kind in der Klinik zu versorgen, dessen Verletzung auf einen Unfall auf dem Trampolin zurückzuführen ist", so Spering. Dazu ge­hören zum Beispiel Knochenbrüche an Sprunggelenken, Oberschenkeln oder Armen, Frakturen entlang der Wirbelsäule oder Schädel-Hirn-Traumata.

Derart schwere Verletzungen ma­chen etwa 28 Prozent der Tram­po­lin­unfälle bei Kindern (null bis 18 Jahre) in Deutschland aus. Dies ergab eine bereits 2014 durchgeführte Untersuchung deutscher ­Orthopäden und Un­fallchirurgen.

Zu den leichteren Verletzungen mit einem Anteil von etwa 70 Prozent gehören vor allem Verstauchungen, Prellungen und leichte Gehirn­­erschütterungen. Die Unfälle passieren, weil oft mehrere Kinder gemeinsam wild durcheinander auf dem Trampolin hüpfen. "Jedes Kind hat einen anderen Sprungrhythmus. Durch die Schwingung des Sprungtuchs werden die Sprünge unkontrollierbar, die Kinder stürzen oder stoßen stark zusammen", erklärt Spering.

Aus der Unfallstatistik resultiert somit auch die wichtigste Verhaltensregel: "Es springt immer nur ein Kind auf dem Trampolin. Das gilt für das Trampolin im Garten, in einer Trampolinhalle und auch auf Indoorspielplätzen", sagt Spering. Die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie empfiehlt außerdem, dass Kinder im besten Fall erst ab einem Alter von sechs Jahren auf dem Trampolin springen.

Hohes Risiko für kleinere Kinder

Klingt alles nach wenig Spaß, doch tatsächlich sind ausgerechnet die Jüngsten besonders verletzungs­gefährdet, wie das Robert-Koch-In­s­titut in einer Erhebung 2016 feststellte. Demnach ist das Trampo­linspringen bei den Ein- bis Sechsjährigen eine der häufigsten Unfall­­ursachen bei der Nutzung eines Sport- oder Freizeitgerätes. "Jüngere Kinder haben noch einen anderen Körperschwerpunkt, der Kopf ist im Verhältnis zum Körper zu groß, sie sind den Kräften, die beim Springen entstehen, noch nicht gewachsen", erklärt der Orthopäde. "Außerdem sind die Knochen jüngerer Kinder nicht hart genug. Knicken sie um oder stoßen zusammen, können sie sich schneller etwas brechen." Besonders unfallgefährdet sind die Kleinen, wenn sie zusammen mit älteren Kindern hüpfen. "Die jüngeren Kinder werden durch die Sprungkraft der älteren Kinder unkontrollierbar hoch katapultiert", so Spering.

Hüpfregeln einhalten

Nun steht das Trampolin aber schon im Garten, und irgendwie will man den Kindern schließlich nicht aus Angst vor Verletzungen jeden Spaß verderben. "Das muss ja auch nicht sein. Mit ein paar Verhaltensregeln lässt sich Unfällen gut vorbeugen", lenkt Spering ein, der selbst Vater einer vierjährigen Tochter ist.

Diese Regeln sind:

  • Immer nur ein Kind springt.
  • Die Kinder im Blick behalten und einschreiten, wenn es zu wild wird.
  • Ältere Kinder über das Unfall­risiko aufklären und sie in die Regelgestaltung mit einbinden.
  • Tabu auf dem Trampolin sind Schuhe, Spielsachen, Getränke und Lebensmittel (Verschluckungs­gefahr).
  • Keine waghalsigen Sprünge.
  • Beim Trampolinkauf auf technische Sicherheit achten (EU-Norm DIN EN 71-14 oder GS-Zeichen). Gartentrampoline nur mit Netz kaufen.

Mehr Spaß macht die Einhaltung der Regeln, wenn Eltern sie in geeignete Spiele für das Trampolin einbauen.


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