Was passiert beim Zahnwechsel?

Im Vorschulalter fängt das bleibende Gebiss langsam an, durchzubrechen. Wie das vonstatten geht und was der Zahnarzt macht, wenn Probleme auftreten

von Beatrice Sobeck, 25.07.2017
Mädchen mit Zahnlücke

Sieht lustig aus und tut in der Regel gar nicht weh: Der Zahnwechsel


Die gute Nachricht zuerst: Im Gegensatz zum Zahnen verläuft der Zahnwechsel in der ­Regel schmerzfrei. Die schlechte: Auch hier kann es Probleme geben. Wie der Zahnwechsel vonstatten geht und was der Arzt macht, wenn nicht alles glattläuft.

Das passiert beim Zahnwechsel

Wenn Kinder etwa fünf Jahre alt sind, fängt das bleibende Gebiss an durchzubrechen. Es besteht aus 32 Zähnen. Die Zweiten schieben sich meist einfach in die ­Lücke, die der Milchzahn für sie frei gehalten hat. Weh tut der Wechsel nicht, weil die Wurzel des Platzhalters durch den nach­rückenden bleibenden Zahn einfach auf­gelöst wird.

Der Durchbruch der bleibenden Zähne erfolgt in zwei Phasen. Zunächst wächst hinter den letzten Mahlzähnen der Sechsjahresmolar, ein Backenzahn, der im Milchgebiss noch fehlte. Dann fallen die Schneidezähne in Ober- und Unterkiefer aus, die neuen sind meist bis zum Alter von acht Jahren nachgewachsen. Nach einer kleinen Ruhephase findet dann zwischen etwa neun und 15 Jahren der Austausch der Eck- und Backenzähne statt.

Dr. Thomas Kauth

Probleme beim Zahnwechsel

Ein Zahn schiebt sich vor den anderen: Das passiert, wenn der Milchzahn sehr fest sitzt und die Wurzel nicht rechtzeitig aufgelöst wurde. Passprobleme können auftauchen, wenn die Zweiten breiter sind als die Milchzähne. In beiden Fällen kann der Zahnarzt entscheiden, den Milchzahn zu ziehen.

Zahnfehlstellungen entstehen, wenn etwa der Kiefer zu eng ist oder er durch kontinuierlichen äußeren Druck – zum Beispiel durch den Schnuller deformiert wird. "Schiefstände erkennt ein Zahnarzt meist schon im Milchgebiss und kann korrigierend eingreifen, etwa mit einer Zahnspange", erklärt Kinderarzt Dr. Thomas Kauth aus Ludwigsburg.

Karies bildet sich: Zerstörte Milchzähne sind Nistplätze für Kariesbakterien und stecken die bleibenden Zähne schon während des Durchbruchs an. Daher empfehlen Kinder- und Jugendärzte zur Kariesprophylaxe Vitamin D und Fluorid im ersten Lebensjahr und eine fortgesetzte Fluoridgabe in den ersten vier Lebensjahren, wenn eine fluoridfreie Zahnpasta verwendet wird.

Elke Wanie

Die richtige Pflege

  • Ab dem ersten Zahn geht auch das Kind zweimal im Jahr zur Vorsorge zum Kinderzahnarzt oder Zahnarzt.
  • Zähneputzen macht zwar keinen Spaß, muss aber sein: nämlich routinemäßig jeden Tag morgens und abends. Dreimal putzen wäre noch besser. Plus: so früh wie möglich das Kind an Zahnseide gewöhnen.
  • Eine fluoridhaltige Zahn­pasta (altersgemäße Dosierung beachten) benutzen, das beugt zusätzlich Karies vor.
  • Zucker und Säure greifen den Zahnschmelz an. "Süßig­keiten und saure Getränke, etwa Fruchtsäfte, sollten Kinder nie vor dem Schlafengehen bekom­men", sagt Apothekerin Elke Wanie aus Bad Aibling.

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