So kommen Babys gut durch die Hitze

Mit Baby erleben wir wahrscheinlich den schönsten Sommer unseres Lebens. Mütter und Expertinnen verraten ihre besten Tipps, damit Sie die Sonnentage entspannt genießen können

von Kirsten Hoffmeister, aktualisiert am 23.08.2018
Sonnenschutz

Halten sich Mutter und Kind in der prallen Sonne auf, ist ausreichend Sonnenschutz extrem wichtig


UV-Kleidung oder Sonnencreme – was schützt das Baby besser?

Kleidung! Gegen UV-Strahlung eignen sich zum Beispiel dunklere Stoffe aus synthetischen Fasern (etwa Lichtschutzfaktor 25), da sie engmaschiger hergestellt werden als Baumwoll­stoffe. Wer ganz sichergehen möchte, wählt spezielle UV-Schutzkleidung, die dem UV-Standard 801 entspricht. Diese Kleidung garantiert Sonnenschutz auch bei Nässe oder Dehnung des Stoffs. Lässt sich direkte Sonne gar nicht vermeiden, sollten Babys und Kleinkinder an allen unbedeckten Körperstellen mit einer geeigneten Sonnencreme eingerieben werden. Lassen Sie sich dazu in Ihrer Apotheke beraten.
Beatrix Meister, Apothekerin aus Hamburg

Wann ist die beste Zeit zum Spaziergehen?

Uns halfen Spaziergänge, den Tag zu strukturieren. Den Morgen gingen wir langsam an und sind dann zwischen 10 und 11 Uhr nach draußen. Die größte Mittagshitze haben wir gemieden. So konnte mein Sohn auch seinen Mittagsschlaf zu Hause machen. Dann sind wir meist noch einmal zwischen 16 und 18 Uhr zu einem Spaziergang aufgebrochen.
Sabine, Mutter eines zweijährigen Sohns (2) aus Husum

Wir wollen ins Freibad. Geht das schon mit Baby?

"Kommt darauf an", hat unsere Hebamme damals gesagt, als unsere Jüngste auf die Welt kam. Wichtig: ein Schattenplatz fürs Baby, damit die Kleinen nicht der prallen Sonne ausgesetzt sind. Die Große wurde regelmäßig eingecremt, hatte eine Sonnenmütze mit Nackenschutz und planschte im Babybecken. Ein Er­wach­sener ging immer mit ihr mit, der andere blieb beim Baby.
Sheila, Mutter von zwei Töchtern (9 und 6) aus Salmtal

Es ist heiß draußen. Reicht dem Baby Milch, oder braucht es zusätzlich Wasser und Tee?

Nein, Babys, die nach Bedarf gestillt werden, melden sich bei Durst öfter. Mit der Muttermilch erhalten sie ge­nügend Flüssigkeit und gute Nähr­stoffe. Für Kinder, die Pre-Milch erhalten, gilt: Unbedingt auch bei heißem Wetter die Milch nach der Anleitung mischen und öfter anbieten – bitte nicht ­­verdünnen. Tee brauchen Babys nicht.
Jule Friedrich, freiberufliche Hebamme aus Hamburg

Es ist so lange hell draußen, mein Baby wird gar nicht müde. Was hilft ihm beim Einschlafen?

Als unsere Große noch ein Baby war, haben wir uns diese Gedanken auch gemacht. Unsere Hebamme riet uns zu blickdichten Vorhängen. Wenn das Zimmer ­­dunkel ist, gewöhnt sich das Baby leichter an den Tag-Nacht-Rhythmus. Beim Zubettgehen helfen Rituale: ­Zähne putzen, Ge­sicht waschen, Schlaf­­sack anziehen, Gute-Nacht-Lied singen, Spiel­uhr aufziehen. Damit haben wir sehr gute Erfahrungen gemacht und sie auch bei unserem Sohn  genauso angewendet. ­Beide Kinder schlafen problemlos ein.
Nadine, Mutter einer Tochter (4) und eines Sohns (1), aus Unna

Wie hält man die Hitze und Sonne aus dem Auto draußen?

Als unsere Tochter noch ein Baby war, haben wir zunächst die Fenster mit Stoffwindeln abgehängt und brachten Saugnapf-Sonnenschutz an. Dann haben wir uns für UV-Schutzfolie fürs Auto ent­schieden. Nicht ganz billig, aber effektiv. Hinten, wo meine Tochter sitzt, kommt die Hitze nicht mehr durch die Scheiben und die Sonne blendet nicht mehr. Wenn die Baby­autoschale vorne auf dem Beifahrersitz steht, funktioniert das jedoch nicht. Mit der Klimaanlage erreichen wir eine angenehme Temperatur.
Julia, Mutter einer Tochter (3), aus Hamburg

Hitzefalle Auto

Die Hitze steht in der Wohnung. Wie bleibt das Schlafzimmer kühl?

Frühmorgens, wenn die Luft draußen noch etwas frischer ist, lüften wir gründlich durch. Für die Schlafzimmer haben wir Hitzeschutz­rollos angeschafft, die den ganzen Tag heruntergezogen sind und so etwas Hitze abhalten. Bei sehr hohen Tem­peraturen trägt unsere Jüngste zum Schlafen nur einen Body und liegt in einem leichten Schlafsack, so hat es unsere Hebamme empfohlen. Dass ihr wirklich nicht zu warm ist, kontrollieren wir nach dem Einschlafen noch mal am Nacken.
Lisa, Mutter zweier Töchter (4 Monate und 2 Jahre) aus Hemau

30 Grad: Braucht das Baby trotzdem Söckchen?

Bei 30 Grad braucht das Baby keine Söckchen mehr. Zum Vergleich: Bei Zimmer­temperatur um die 22 Grad reicht in der Regel eine Schicht Kleidung. An sehr heißen Tagen genügt dem Baby ein kurzärmeliger Body. Wichtig: Sonnen­schutz. Ein Baby darf nie der direkten Sonne ausgesetzt werden. Suchen Sie sich immer einen Schattenplatz, zum Beispiel unter Bäumen, oder bauen Sie eine Strand­muschel, im Idealfall mit UV-Schutz, auf.
Susanne Steppat, Präsidiumsmitglied im Deutschen Hebammenverband aus Aachen