So klappt das Wickeln sicher und bequem

Windeln wechseln klappt meist schnell. Worauf es aber ankommt: ein bequemer und sicherer Wickelplatz, die richtige Windel und eine gut bestückte Wickeltasche
von Julia Ferrat, aktualisiert am 28.07.2016

Gestresstes Baby beim Windelwechsel? Streicheleinheiten beruhigen

Thinkstock/Wavebreak Media

Zwischen 4500 und 6000 Mal wechseln Eltern ihrem Kind die Windel, bis es ohne durchs Leben läuft. Wie das Wickeln geht, lernen Eltern schnell. Direkt nach der Geburt geben die Hebammen noch im Kranken- oder Geburtshaus einen kostenlosen Crashkurs in Sachen Windeln wechseln. Wer sich darauf nicht verlassen möchte, kann schon vorher einen Wickelkurs absolvieren, etwa in Hebammenpraxen oder Familienzentren.

Wickeltisch richtig platzieren

Kuschelig warm und gemütlich, aber auch sicher fürs Baby und bequem für Mama und Papa – so sieht der ideale Platz zum Windelnwechseln aus. Ob Eltern ihn im Kinder- oder im Badezimmer einrichten, hängt zunächst von der jeweiligen Raumgröße ab. Ist das Kinderzimmer geräumig, liegt das Baby hier wahrscheinlich in der schöneren Umgebung. Allerdings müssen Windelwechsler dann für jeden Tropfen Wasser, den sie beim Wickeln benötigen, ins Badezimmer laufen. Das kostet Zeit und kann, wenn die Windel mal ausläuft, recht stressig werden. Steht der Wickeltisch dagegen im Bade­zimmer, hat das ­einen weiteren Vorteil: Der Weg vom ­Wickeln in Babys Badewanne ist nicht weit.

Inke Ruhe ist Projektleiterin bei der Bundesarbeitsgemein- schaft Mehr Sicherheit für Kinder e.V. in Bonn

W&B/Privat

Sturz vom Wickeltisch vermeiden

Ganz gleich, wo der Wickelplatz hinkommt, fest steht: Das ­Baby muss weich (am besten auf ­einer Unterlage mit waschbarem Bezug) und vor allen Dingen sicher liegen. Denn: ,,Eine der häufigsten Unfallursache im Säuglingsalter ist der Sturz vom Wickeltisch‘‘, warnt ­Inke ­­Ruhe von der Bundesarbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder e. V. in Bonn. Deshalb lautet die wichtigste Regel beim Wickeln: ­Immer eine Hand am ­Baby und das Kind auf keinen Fall alleine liegen lassen! ,,Selbst wenn es sich noch nicht von allein umdrehen kann, weiß man nie, wann das erste Mal sein wird. Und auch durch Strampelbewegungen kann es sich auf dem Wickeltisch bewegen und hinunterfallen‘‘, erklärt Inke ­Ruhe. Daher sollten auch alle nötigen Wickelutensi­lien griffbereit liegen. Wer Windel­eimer, Cremes oder Anziehsachen erreicht, ­ohne sich umdrehen oder weggehen zu müssen, hat sein Baby stets im ­Auge.

,,Ein häufig unterschätztes Sicherheitsrisiko sind Wärmelampen oder Heizstrahler, die das Baby beim Wickeln schön warm halten sollen‘‘, erklärt die Unfallexpertin. Sie warnt davor, diese Wärmequellen zu niedrig anzubringen oder Kabel nicht ausreichend zu befestigen. ,,Gerade wenn die Babys älter sind, greifen sie nach allem, was interessant erscheint."

Die Wahl der richtigen Windel

Welche Windel für Babys Popo? Soll es die gute alte Stoffwindel aus Mulltuch sein oder die modernere Variante der fertigen Stoffwindel? Oder doch eine Wegwerfwindel? Wer bereit ist, viel Zeit in Wickeln und Waschen zu inves­­tieren, kann mit der Anschaffung der recht preiswerten Stoffwindeln Geld sparen. Weiterer Vorteil: Man produziert keine riesigen Plas­tikmüllberge. Allerdings benötigen Eltern beim Wickeln ­einige Übung, damit die Windel richtig sitzt. Wesentlich einfacher geht es mit fertigen Stoffwindeln in verschiedenen Größen, die bereits ­eine Höschenform haben und nur noch verschlossen werden müssen. Je nach Bedarf können Vlies­tücher und zusätzliche Saugeinlagen eingesetzt werden.

Die bequemste, aber teuerste Variante ist die Wegwerfwindel. Hier überbieten sich die Hersteller mit immer wieder verbesserten Saugkernen, Passformen und Größen. Welche die beste ist, entscheidet letztlich Babys Popo. Der sollte trocken und ohne Hautreizungen in der Windel liegen. Bei Neugeborenen raten Hebammen deshalb, die Windel nach jeder Mahlzeit zu wechseln. Ausnahme: Das ­Kleine ist beim Trinken ­eingeschlafen. Ansonsten gilt: Hatte das Kind Stuhlgang, so schnell wie möglich wickeln.

Unterwegs wickeln

Unterwegs mit dem Baby müssen Eltern ­häufig improvisieren. Nicht immer gibt es einen Wickeltisch in der Nähe, geschweige denn ­eine wohlig warme Umgebung. Eine gut bestückte Wickeltasche hilft. Windeln nach Bedarf, klein verpackte Feuchttücher, eine Pflegecreme, ­eine Wickelunterlage und eine Garnitur Wechselwäsche (der Jahres­zeit angepasst) gehören in die Tasche. Bekommt das ­Baby ­eine Flasche, muss auch diese mit hinein. Am besten das Milchpulver schon zu Hause einfüllen, so muss nur noch das abge­kochte Wasser aus der Thermoskanne zugefügt werden. Praktisch sind zudem kleine Plastik­tüten für volle Windeln und ein extra Windeltuch, mit dem man dem Baby zwischendurch auch einen abgedunkelten Schlafplatz schaffen kann.

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