Pickelchen beim Baby: Was steckt dahinter?

Neugeborenen-Akne, Säuglings-Akne oder Milien – Babys haben oft unreine Haut. Wann man die Pickel behandeln sollte

von Julia Jung, aktualisiert am 06.06.2016

Nicht alle Babys haben makellose Haut. Manche leiden unter Neugeborenen-Akne


Nach der Geburt muss sich der Körper von Babys erst an ein Leben außerhalb des Mutterleibs gewöhnen. "­Einige Schutzmechanismen der Haut funktionieren noch nicht richtig, dazu zählt die ­Talgproduktion", sagt die Leipziger Kinder- und Jugendärztin Dr. med. Barbara Teichmann. Zum Beispiel treten dann Kopfgneis oder Milchschorf auf, die oft verwechselt werden. Aber auch Pickel und andere Hautunreinheiten sind bei Babys nicht selten. Wir erklären, welche es gibt und was Sie dagegen tun können.

Milien

Was ist das? Höchstens stecknadel­kopfgroße, weiße Knoten, meist auf der Stirn oder am Kinn. Bei den auch Grießkörner genannten Pünktchen handelt es sich um ­kleine Zysten an den Ausgängen der Talgdrüsen. 

Woher kommen sie? Die Hormone sind schuld. "Im kindlichen Körper befindet sich nach der Geburt und durch die Muttermilch ein noch sehr hoher Östrogen-­Anteil. Das führt dazu, dass sich Talg­drüsen nicht öffnen können und verstopfen", erklärt Peggy Münch, Apothekerin aus Hamburg.

Was tun? Nichts. Die Knötchen verschwinden nach spätestens drei Monaten von selbst.

Neugeborenen-Akne

Was ist das? Kleine Pickelchen, manchmal mit einem ­gelben Punkt in der Mitte. "Es sind typische Mitesser", sagt Teichmann. "Sie sitzen meistens auf Nase, Stirn und Kinn, selten auf den Wangen."

Woher kommt sie? Auch hier beeinflussen die Hormone den Zustand der Haut. Durch die Umstellung nach der Geburt arbeiten die Talgdrüsen zu stark, Pickel entstehen.

Was tun? Eine Therapie ist nicht notwendig. Nach drei Monaten verschwindet die Neugeborenen-Akne in der Regel von alleine. Wer die Hautunreinheiten behandeln möchte, sollte die Therapie mit dem Kinderarzt besprechen. "­­Bitte keine herkömmlichen Akne-­Mittel benutzen!", warnt Apothekerin Münch.

Säuglings-Akne

Was ist das? Die entzündlichen, eitrigen Pickel erscheinen ab dem dritten Lebensmonat. Jungs trifft es häufiger als Mädchen. "Die Säuglings-Akne ist eine Hautkrankheit, die auf jeden Fall vom Kinderarzt behandelt werden muss", sagt Medizinerin Teichmann.

Woher kommt sie? Die Säuglings-Akne kann eine sehr starke Reak­tion auf die Hormonumstellung im Körper sein. Auch die Gene spielen häufig eine Rolle, wenn ein Elternteil ebenfalls unter Akne litt oder leidet.

Was tun? Wird die Säuglings-­Akne nicht behandelt, bleibt sie dauerhaft. "Gegen die Entzündungen helfen antientzündliche Salben, auch Antibiotika verschreiben Ärzte in einigen Fällen", erklärt Pharmazeutin Münch.


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