Heilpflanzen gegen Husten

Ein Zaubersaft gegen Hustenattacken – was würden Eltern dafür geben! Zaubern vermag die Natur zwar nicht, aber sie liefert einige Heilpflanzen, die den Husten auf sanfte Art lindern können

von Dr. Christian Heinrich, 09.04.2018

Gegen trockenen Husten hilft beispielsweise ein Saft aus Efeu-Extrakt


Draußen schüttet es, drinnen hüstelt und hustet das Kind – und das schon seit Tagen. Was tun? Muss überhaupt etwas getan werden? Und wer weiß Rat? Mit klaren Vorgaben und Leitlinien halten sich die kinderärztlichen Fachgesellschaften bei einfachem Erkältungshusten zurück.

In der Praxis haben sich bei kleineren Kindern vor allem verschiedene Heilpflanzen bewährt. Eltern können sie meist in Eigenregie anwenden. Michaela Jäger, pharmazeutisch-technische Assistentin (PTA) in einer Homburger Apotheke, weiß, welche Pflanzen bei welchem Husten helfen und in welcher Form Eltern sie ihrem Nachwuchs geben können.

Trockener Husten

Im Hals kratzt es, das Kind muss ständig husten, ohne dass sich dabei Schleim löst. Trockener Husten tritt im Winter sehr häufig auf, vor allem zu Beginn von Erkältungskrankheiten. Außerdem ist er ein Zeichen für Bronchitis und Asthma bronchiale. Solange das Kind keine sonstigen schweren Beschwerden wie Fieber oder starkes Halsweh hat und normal isst und trinkt, ist trockener Husten zwar nervig, aber meist harmlos.

Das hilft: Als Mittel der ersten Wahl gilt Efeu. Er wirkt entkrampfend und entspannt die Bronchien. Efeu-Extrakt gibt es als Tropfen oder als Saft. Vor allem bei Kindern unter fünf Jahren emp­fiehlt Michaela Jäger, Efeu-Extrakt als Saft zu geben. "Man sollte kranke Kinder nicht auch noch mit Tees oder anderem quälen, was ihnen nicht schmeckt. Der Saft ist für die Kinder meist am angenehmsten", sagt die pharmazeutisch-technische Assistentin aus Erfahrung. Bitte immer die Altersangaben beachten.

Das gelte auch für die meisten anderen Heilpflanzen wie etwa ­­Spitzwegerich, der ebenfalls trockenen Husten mildern kann. "Er enthält pharma­kologisch wirksame Sub­stanzen und mindert nachweislich vor allem den Hustenreiz", erklärt Michaela Jäger. "Darüber hinaus hat Spitzwegerich leicht antientzünd­liche Eigenschaften und wirkt auch gegen Halsschmerzen."

Eibisch kann ebenfalls den Hustenreiz lindern. "Die Schleimstoffe haften sich auf die Schleimhäute in Mund und Rachen und bilden so eine Art beruhigende Schutzschicht", sagt Jäger. Sie empfiehlt Eibisch für Kinder als Saft.

Verschleimter Husten

Lästig, aber sinnvoll: Hustet das Kind Schleim aus, werden so auch Krankheitserreger nach außen befördert. Man spricht dann von einem verschleimten, feuchten oder produktiven Husten. Dazu kommt es meist in späteren Phasen von Erkältungskrankheiten. Ein solcher Husten kann auch ein Anzeichen einer bestehenden oder sich entwickelnden Lungen­­entzündung oder Bronchitis sein. In den meisten Fällen jedoch gilt für den feuchten Husten: Solange keine starken Beschwerden dazukommen, ist er harmlos. Der Schleim kann im Lauf einer Infektion seine Farbe und Konsistenz ändern.

Das hilft: Besonders bewährt hat sich Efeu-Extrakt. "Seine Inhaltsstoffe regen die Bronchialschleimhaut dazu an, dünnflüssigeren Schleim zu produzieren", erklärt Michaela Jäger. Der zähe Schleim wird flüssiger, das Kind kann ihn leichter abhusten. Eine gute Alternative bei verschleimten Husten ist zudem ­­Thymian und zwar ebenfalls als Saft. "Thymian löst den Schleim. Der Inhaltsstoff Thymol entspannt die Bronchial­muskeln", so die Expertin. Die im Thymian enthaltenen ätherischen Öle wirken zusätzlich noch anti­bakteriell.

Eltern können nach Rücksprache mit dem Arzt auch bestimmte ätherische Öle zum Einreiben nutzen. Dabei gilt: unbedingt die Altersangabe beachten und nie im Gesicht anwenden. "Insbesondere die Duftstoffe von Fichten­­nadeln eignen sich, da sie die Bronchien weiten", erklärt die Expertin.

Mindestens ebenso wirkungsvoll sei die mit dem Einreiben verbundene Zuwendung, die der kleine Patient bewusst und unterbewusst wahrnehme und genieße. "Wenn das Kind nicht fiebert, können auch Bäder mit ätherischen Ölen helfen, denn feuchte Wärme tut gut", sagt ­Michaela Jäger. Immer auf die Alters­angabe für den Balsam und den Badezusatz achten!

Je jünger das Kleine, desto milder sollten die Aromen sein. "Bei Kindern bis zu zwei Jahren sollte man sehr vorsichtig sein und ätherische Öle immer verdünnen. Denn bei ihnen kann es sonst zu Atemnot kommen", sagt Michaela Jäger. Manche Öle eignen sich grundsätzlich nicht für die Jüngsten.

Pfeifender Husten

Ein pfeifendes Atemgeräusch, das von Husten begleitet wird, tritt vor allem auf bei einer chronischen Bronchitis oder einem Pseudokrupp, also einer Entzündung des Kehlkopfes und der Luftröhre. Der Pseudokrupp ist – gerade beim ersten Mal – für die Eltern sehr erschreckend und bei Luftnot ein Fall für den Notarzt.

Beide Erkrankungen, Pseudokrupp wie chronische Bronchitis, sollten ärztlich therapiert werden. Eine dauer­hafte Entzündung der luftleitenden Wege zur Lunge, wie sie bei einer chronischen Bronchitis vorkommt, kann unbehandelt zur Zerstörung des Lungen­gewebes ­führen.

Das hilft: Ein pfeifender Husten sollte immer vom Arzt untersucht werden. Heilpflanzen reichen hier meist nicht aus, häufig braucht das Kind ein Kortisonpräparat. "Ist der Husten ärztlich abgeklärt und wird er behandelt, kann man unterstützend noch einen Saft mit homöo­pathischen Bestandteilen nehmen", sagt Jäger. Dies bitte mit dem Arzt absprechen.

Wann zum Arzt?

Es gibt kaum feste Kriterien, wann Husten ein Fall für den Kinder­arzt ist. Grundsätzlich gilt aber: Je länger ein Husten anhält und je jünger das Kind ist, desto eher sollten Eltern mit ihm den Arzt ­aufsuchen. Ein hustendes Baby ­sollte der Kinderarzt immer sehen.

Auch wenn weitere Beschwerden und Symp­tome wie Fieber, starke Hals­­schmerzen oder Appetitlosigkeit auftreten oder wenn der Husten länger als zwei Wochen anhält, gehen Eltern mit ihrem Kind besser zum Arzt.

Wer unsicher ist oder sich große Sorgen macht, sollte ebenfalls den Kinderarzt aufsuchen: Findet er beim Abhören Hinweise auf Er­­krankungen wie eine Lungen­ent­zündung, können diese rechtzeitig behandelt werden. Findet der Arzt hingegen nichts, kann man be­ruhigt nach Hause gehen.


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