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Coronavirus: Wie man mit Kindern darüber spricht

Auch Kinder bekommen vom Trubel um das Coronavirus etwas mit. Wie sollen Eltern mit ihnen darüber sprechen? Und wie motivieren sie sie zum gründlichen Händewaschen? Was Kinderärztin Dr. Claudia Saadi rät

von Christian Andrae, 11.03.2020

Wenn selbst der kleinste Huster die Blicke auf sich zieht und das Wort "Corona" immer wieder aufploppt, dann bekommen natürlich auch die Kleinsten mit, das in der Erwachsenenwelt wohl irgendwas anders ist. Aber wie sollen Eltern mit ihren Kindern über die Sache mit dem Coronavirus sprechen? Das haben wir unsere Kinderärztin Dr. Claudia Saadi, selbst Mutter von drei Kindern, einmal gefragt. Ihr oberstes Gebot: keine Panik.

Ruhig bleiben, Vorbild sein

"In meinen Augen ist es erstmal das Wichtigste, dass man den Kindern vorlebt, dass man keine Angst haben muss", sagt Saadi. Das Problem: "Wenn die Erwachsenen beunruhigt sind, machen sich die Kinder natürlich Sorgen", ergänzt die Kinderärztin. Kinder wüssten zwar nicht, worum es bei diesem Corona-Ding wirklich geht. Aber sie würden sehr genau mitbekommen, dass die Erwachsenen in heller Aufregung sind.

Kinderärztin Dr. Claudia Saadi aus München

Mit Kindern reden

Um einer Verunsicherung der Kleinsten vorzubeugen, rät Saadi dazu, die Kinder direkt anzusprechen und zu fragen, was sie zu dem Thema schon wissen und mitbekommen haben. "Da können dann Fragen aufkommen wie 'Muss eigentlich jeder am Coronavirus sterben?'" Und wenn man merkt, führt Saadi fort, dass bei dem Kind Vieles ankommt, was es nicht verarbeiten kann, sollte man altersgerecht über die neue Erkrankung aufklären.

Vergleich mit Erkältung

Dabei kann zum Beispiel ein Vergleich mit einer Erkältung helfen: "Husten und Schnupfen kennt jedes Kind. Mit diesen Symptomen kann es etwas anfangen", erklärt Saadi. Einem dreijährigen Kind könne man so zum Beispiel erklären, dass dieses Corona-Virus so krank macht wie eine starke Erkältung und dass es einem da ja nicht so gut geht, dass es unangenehm ist und dass es aber auch wieder vorbeigeht. "Und nur wenige Menschen haben mehr Probleme mit dem Corona-Virus. Und damit würde ich es auch schon belassen", sagt Saadi.

Händewaschen und Singen

Und damit man sowas Doofes wie das Coronavirus (oder die Grippe, eine Erkältung oder eben einen Magen-Darm-Infekt) möglichst nicht bekommt, sollte man eben immer wieder gründlich die Hände waschen. "Zum Beispiel wenn man unterwegs war und nach Hause kommt oder vor dem Essen", rät Saadi. Also erst die Hände mit Wasser nass machen, Seife dazu "und zweimal Happy Birthday singen und dabei die Hände ordentlich waschen", sagt Saadi. Das sei dann in etwa die richtige Länge für wirklich saubere Hände.

Nicht in die Hand husten

Dass man nicht mehr in die Hand husten sollte, hat sich bestimmt herumgesprochen. Das kann man auch den Kindern beibringen. "Man kann ihnen erklären, dass sie einfach in ihren Ellbogen husten oder niesen sollten und dass Taschentücher nach dem Schnäuzen in den Müll gehören", sagt Saadi. All das und das gründliche Händewaschen seien jedoch ohnehin Teil einer guten Hygiene, die auch in Zeiten ohne Coronavirus vor Erkältungen und anderen Erkrankungen schützen kann.


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